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Darum könnte eine Vertragsverlängerung mit „Robbery“ für Zündstoff sorgen

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Dürfen gegen Sevilla wohl wieder gemeinsam ran: Robben und Ribéry
Dürfen gegen Sevilla wohl wieder gemeinsam ran: Robben und Ribéry © dpa / Sven Hoppe

Noch immer ist die Zukunft von Ribéry und Robben bei den Bayern nicht geklärt. Eine Verlängerung könnte durchaus funktionieren, bietet aber auch Konfliktpotenzial.

München - Wenn es für den FC Bayern heute Abend gegen den FC Sevilla geht, dürfte die routinierteste Flügelzange Europas mal wieder von Anfang an auf dem Platz stehen. Zusammen kommen Franck Ribéry und Arjen Robben auf 181 Partien in Champions-League-Endrunden, waren dabei an 94 Toren direkt beteiligt. Doch das Rückspiel gegen Sevilla (wir berichten im Live-Ticker) wäre erst der zweite gemeinsame Auftritt des Duos in der diesjährigen Saison der Königsklasse. Der Automatismus, dass Ribéry und Robben in den großen Spielen in die Startelf beordert werden, um auf beiden Flügeln durch die gegnerischen Abwehrketten zu pflügen, ist nicht mehr gegeben.

Zwar sind die Beiden sich durchaus bewusst, dass sich die Zeiten verändern, sie dem natürlichen Alterungsprozess ihrer von vielen Verletzungen heimgesuchter Körper nicht einfach davon dribbeln können, doch Ehrgeiz und Ego verschwinden nicht einfach mit den Jahren. Als Ribéry im vergangenen Jahr nach seiner Auswechslung sein Trikot auf den Boden vor der Trainerbank pfefferte, traten die Risse ihm Verhältnis zum inzwischen entlassenen Carlo Ancelotti deutlich zutage. 

12.09.2017, Fussball 1.Liga: FC Bayern München - Anderlecht
Not amused: Franck Ribéry nach seiner Auswechslung gegen den RSC Anderlecht. © MIS / Renate Feil/M.i.S.

Nachdem Robben gegen Besiktas Istanbul im Hinspiel zu Beginn auf der Bank saß, schimpfte er nach dem Abpfiff, er würde sich am nächsten Tag „bei Herrn Rummenigge“ wiederfinden, wenn er jetzt seinen Emotionen freien Lauf ließe. Dass selbst ein großer Mediator wie Jupp Heynckes, der Robben seit Jahren kennt, ein sehr enges Verhältnis mit seinen Profis pflegt, schon mal den Jähzorn des Holländers abbekommt, zeigt wie schwierig, der Umgang mit den alternden Superstars ist. 

Wie stark sind Coman und Gnabry?

Mit Kingsley Coman und dem von seiner Leihe zu Hoffenheim zurückkehrenden Serge Gnabry steht die nächste Generation bereits in den Startlöchern, die für ihre Entwicklung Spielpraxis auf Top-Niveau brauchen. Diese bekam Coman bis zu seiner Verletzung in dieser Saison regelmäßig, wurde in den wichtigen Spielen einem Robben vorgezogen und zahlte das Vertrauen mit starken Leistungen zurück. Allerdings hat der Franzose auch häufig mit Verletzungen zu kämpfen, die ihn immer wieder zurückwerfen. 

Gnabry hingegen hat noch keinerlei Champions-League-Erfahrung und erkennbare taktische Defizite. Bei Hoffenheim spielt er meist in der eingerückten Rolle des unterstützenden Stürmers. Ob er trotz immensem Potenzial, den Bayern sofort helfen wird können, ist noch offen. Bleibt für den rechten Flügel noch Thomas Müller, der seine beste Spiele unter Heynckes regelmäßig mit einer unorthodoxen Interpretation des rechten Flügels absolviert und dort auch unter dem neuen Übungsleiter gesetzt sein sollte. 

FC Bayern München - TSG Hoffenheim 1899
Serge Gnabry (r.), hier im Duell mit Bayerns Sebastian Rudy. © sampics / Stefan Matzke / Stefan Matzke

Blockieren „Robbery“ den Umbruch?

Eine Vertragsverlängerung mit Robbery hängt auch davon ab, inwieweit sie bereit sein werden, ihre Spielminuten ohne zu schmollen, zurückzuschrauben. Diese Bereitschaft soll dem Vernehmen nach von der Bayern-Riege in den anstehenden Gesprächen explizit eingefordert werden. Inzwischen spreche „nicht viel“ gegen eine Verlängerung, so Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge: „Das Entscheidende ist, wie sie spielen", betont er: „Und beide spielen erstklassig." Sollte es tatsächlich zu einer Verlängerung beider Verträge kommen, wären diese wohl deutlich stärker leistungsbezogen als bisher. 

Nach Informationen der Sport Bild sollen sowohl Ribéry als auch Robben aber immer noch ein Grundgehalt von zehn Millionen Euro beziehen. Sollte es tatsächlich zu einer Verlängerung beider Verträge kommen, wählten die Bayern den Weg des sanften Überganges und signalisierten großes Vertrauen in die Integrität ihrer beiden Superstars. 

Ansonsten sind Konflikte vorprogrammiert

Denn: Nur wenn sie sich mit ihrer neuen Rolle als Premium-Teilzeitarbeiter arrangieren, können sie dem Verein von Nutzen sein. Ansonsten sind Konflikte mit dem neuen Trainer, der es in seiner ersten Saison bei den Bayern ohnehin nicht leicht haben dürfte, vorprogrammiert. Umgekehrt kann die Mannschaft und das neue Trainerteam von zwei mitziehenden und hoch motivierten Stars, die die Höhen und Tiefen des Fußballs wie kaum sonst jemand kennen, nicht nur sportlich stark profitieren. 

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Noch nicht verlängert!

Frank und Arjen sollen bleiben:

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