Kontrolle, Vertrauen, Konzentration

So lautet Guardiolas Plan für Bayerns Triple-Coup!

+
Gibt klar die Richtung vor: Bayern-Trainer Pep Guardiola.

Doha - "Druck, Druck, Druck!“ Immer wieder hört man Arjen Robben dieser Tage in Doha laut rufen. Der Superdribbler ist in jeder Einheit mit 100 Prozent dabei – so wie Pep Guardiola es von den Stars fordert.

Seine Kollegen stehen Robben dabei in nichts nach. Sportvorstand Matthias Sammer erklärt: „Die Einheiten sind kurz, aber von Intensität geprägt.“ Reines Konditionsgebolze oder ausgiebige Trainingseinheiten sucht man in Katar vergeblich. Denn Peps Vorstellungen sind den Spielern längst ins Blut übergegangen. Der Spanier will nur noch Kleinigkeiten verbessern, um für die heiße Phase der Saison gerüstet zu sein. „Wir wollen unser Spiel perfektionieren“, erklärte Dante. Spätestens im Frühjahr beginnen für den FCB die Wochen der Wahrheit. Die tz zeigt, wie Pep den Triple-Coup plant:

Volle Kontrolle: Peps Philosophie ist geprägt von Dominanz. Zwar kontrollieren die Bayern in der Bundesliga fast jedes Mal Spiel und Gegner, doch das reicht Pep noch nicht. Der Perfektionist will das Spiel seiner Mannschaft immer weiterentwickeln, verbessern und noch effektiver gestalten. Während bei vielen Vereinen in der Vorbereitung Wert auf die Kondition gelegt wird, hat Pep andere Schwerpunkte im Kopf. „Wir fokussieren uns auf die Taktik. Da gibt es immer noch Details, die wir verbessern können. Und in der Champions League sind es diese kleinen Details, die am Ende entscheidend sind“, erklärt der Spanier. Was auffällt: In fast jeder Trainingseinheit haben die Stars einen Ball am Fuß. Die angreifende Mannschaft lässt Guardiola oft mit einem Mann mehr agieren, um stets Überzahlsituationen in Ballnähe zu kreieren – seine Spieler sollen in jeder Situation eine spielerische Lösung finden.

Volles Vertrauen der Spieler: Zu Beginn seiner Zeit beim FCB musste auch Guardiola die Stars von sich überzeugen. Zwar eilte ihm sein ausgezeichneter Ruf voraus, doch Vorgänger Jupp Heynckes hatte die Münchner zum Triple geführt. Die Akribie und die Besessenheit, mit der der Coach in langen Besprechungen jedes noch so kleine Detail über die anstehenden Gegner präsentierte, waren auch für die FCB-Stars ungewohnt. Doch Guardiola hat sie längst überzeugt. „Ich bin dankbar, dass ich seit anderthalb Jahren mit ihm zusammenarbeiten darf“, sagt Superstar Arjen Robben und verrät: „Er ist ein Trainer, der uns alle weiterentwickelt.“ Zustimmung erhält er von Jerome Boateng. „Es wäre toll, wenn er seinen Vertrag verlängert. Die Chemie zwischen Team und Trainer passt.“

Volle Konzentration: Doch so weit ist es noch nicht. Der Starcoach hat beim Rekordmeister noch Vertrag bis 2016 – und denkt momentan noch nicht über Gespräche nach. „Wir haben Zeit, um darüber zu sprechen. Da habe ich keinen Druck. Ich denke an unser nächstes Spiel gegen Wolfsburg. Das will ich gewinnen“, antwortet Guardiola, als er auf seine Zukunft angesprochen wird. Seine Gedanken sind voll auf die Rückrunde gerichtet. Das erwartet er auch von seinen Spielern. Auch wenn er immer wieder mal für einen kleinen Spaß zu haben ist, herrscht während des Trainings volle Konzentration. Fehlt die, wird Guardiola schnell ungemütlich: „Dann werde ich sauer“, sagt er selbst. Thomas Müller bestätigt: „Pep beansprucht den Kopf sehr – und damit ist nicht das Kopfballtraining gemeint.“ Die Einheiten sollen die Roten nicht nur psychisch fit machen. Sie sollen auch den Grundstein für das Triple legen – und zwar ganz im Stile von Peps Philosophie.

Sven Westerschulze

Auch interessant

Meistgelesen

TV-Kritik: Was machen wir die nächsten drei Monate am Samstag?
TV-Kritik: Was machen wir die nächsten drei Monate am Samstag?
Erste Spieler-Fotos von neuem Bayern-Heimtrikot aufgetaucht?
Erste Spieler-Fotos von neuem Bayern-Heimtrikot aufgetaucht?
Meisterfeier des FC Bayern: Uli Hoeneß kündigt „Granaten“-Transfers an
Meisterfeier des FC Bayern: Uli Hoeneß kündigt „Granaten“-Transfers an
„Satt und müde“: So lautet die Saisonbilanz der Bayern-Fans 
„Satt und müde“: So lautet die Saisonbilanz der Bayern-Fans 

Kommentare