Teil II der Sommerabgänge im Leistungscheck

Benko, Tillman & Co.: So schlagen sich die Abgänge der kleinen Bayern

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Nicht für alle Talente lief der Wechsel bisher optimal. 

Obwohl der FC Bayern in Zukunft mehr auf eigene Talente setzen will, verließen einige Rohdiamaten der Amateure im Sommer den Rekordmeister. Wir zeigen, wie sie sich bisher bei ihren neuen Vereinen durchsetzen konnten. 

Der FC Bayern möchte in Zukunft verstärkt auf Nachwuchsspieler aus der eigenen Jugend setzen. Diese Ambition wurde auch durch den Bau des Nachwuchsleistungszentrums „FC Bayern Campus“ unterstrichen. Präsident Uli Hoeneß hat mit einer Aussage dieses Ziel erneut bekräftigt: "Ich bin ganz sicher, dass wir in spätestens drei Jahren ein, zwei Spieler aus dem Nachwuchsleistungszentrum haben, die am Samstag Stammspieler sind". 

Die Reserve der Bayern entwickelt sich in diese Richtung. Zwar möchten die FC Bayern Amateure von der Regionalliga in die Dritte Liga aufsteigen, das Hauptaugenmerk liegt aber auf der Entwicklung der Youngsters. Trotzdem betonte Hoeneß, dass für Talente der Sprung zu den Profis des Rekordmeisters „extrem schwierig“ ist. Infolgedessen verließen im Sommer erneut zahlreiche Nachwuchsspieler die kleine Bayern, um bei anderen Vereinen den nächsten Schritt in Richtung zu gehen. Im Folgenden präsentieren wir diese Spieler und zeigen ihre Entwicklung seit dem Wechsel. 

Im ersten Teil unserer Übersicht haben wir bereits die Abwehr- und defensiven Mittelfeldspieler vorgestellt, darunter Felix Götze, Niklas Dorsch und Adrian Fein. Jetzt folgen die ehemaligen Offensiv-Künstler aus der FCB-Jugend.

Offensives Mittelfeld:

Fabian Benko:

Mit sieben Jahren wechselte Benko zum FCB und durchlief dort bis zu den Amateuren alle Jugendmannschaften. Durch seine Leistung als offensiver Mittelfeldspieler wurde er zudem in mehrere U-Nationalmannschaften des DFB einberufen. Nicht nur intern galt der Deutsch-Kroate beim FCB als eines der vielversprechensten Talente. Wie auch Niklas Dorsch wurde Fabian Benko 2015 von der U17 direkt zu den Amateuren hochgezogen. Bei den kleinen Bayern konnte Benko von Beginn an überzeugen. Noch im selben Jahr unterschrieb er seinen ersten Profivertrag. Für die Amateure kam Benko in der letzten Spielzeit in 34 Partien zum Einsatz und glänzte mit vier Toren und acht Assists. Besonders der Siegtreffer im Derby gegen die Löwen dürfte den Fans in Erinnerung geblieben sein. Dass der 20-Jährige viel Potential besitzt, zeigte sich zuletzt, als er es beim Golden Boy-Award unter die Top-100 der größten Talente schaffte - in einem Atemzug mit Weltmeister Kylian Mbappe und BVB-Star Christian Pulisic. Im Sommer entschied sich der Mittelfeldstratege, seiner Karriere mit einem Wechsel zum österreichischen Erstligisten LASK Linz neuen Schwung zu verleihen. In den ersten beiden Ligaspielen kam er als Joker zum Einsatz. Außerdem lief er in der Europa League Qualifi gegen Lilleström SK auf. Der kroatische U-Nationalspieler stand fast immer im Kader, bekam bei den Österreichern aber seither keine Spielzeit mehr. 

Marco Hingerl:

In der Saison 2010/2011 kam Marco Hingerl vom Nachwuchs der SpVgg Unterhaching in die Jugendabteilung des FC Bayern und avancierte dort in jeder Jugendmannschaft zum Stammspieler. Trotzdem entschied sich der offensive Mittelfeldspieler zu Saisonbeginn 2015/2016 aus perspektivischen Gründen für einen Wechsel zum SC Freiburg. Der erhoffte Sprung zu den Profis gelang Hingerl nicht. Der ehemalige Deutsche U-Nationalspieler kam nur 22 Mal in der Reserve zum Einsatz. Deshalb wechselte der gebürtige Münchner nach nur einer Saison zurück an die Isar und konnte dort sofort wieder überzeugen. In 33 Spielen gelangen ihm elf Tore und vier Assists. Verletzungsbedingt absolvierte der ,,Zehner“ letzte Saison dann nur noch 16 Spiele (vier Tore). Trotz seiner schwächeren letzten Saison wechselte der beidfüßige Kicker im Sommer in die Dritte Liga zu Sonnenhof-Großaspach. Dort überzeugt Hingerl bisher auf ganzer Linie, stand in zehn Ligaspielen in der Startelf und kam zweimal als Joker zum Einsatz. Zwei Tore gelangen dem 22-Jährigen bereits, eines davon gegen seinen Jugendverein Unterhaching. 

Flügel

Timothy Tillman:

Im Sommer 2015 wechselte Tillman aus der Jugend von Greuther Fürth zu den Bayern. 500.000 Euro überwies der Rekordmeister damalsan die Kleeblättler. Beim FCB zeigte Tillman starke Leistungen und wurde 2017 vorzeitig in die Regionalliga-Mannschaft hochgezogen. Angeblich versuchten die internationalen Spitzenklubs Atletico und Real Madrid, sowie der FC Barcelona ihn nach Spanien zu lotsen. Ein Wechsel scheiterte aber unter anderem am Veto von Bayern-Präsident Hoeneß. Letzte Saison absolvierte der offensive Mittelfeldspieler für die Amateure 34 Ligaspiele (sechs Tore und sieben Vorlagen). Der Deutsch-Amerikaner konnte unter anderem beim Audi-Cup 2017 mit seiner Passsicherheit und seinen Tempo-Dribblings auf sich aufmerksam machen. Für Pflichtspieleinsätze reichte es bei ihm trotzdem noch nicht. Im Sommer entschieden sich der FCB und Tillman zu einer Leihe nach Nürnberg. Wie erhofft lief diese bisher noch nicht. Nur an den ersten beiden Spieltagen stand Tillman im Bundesliga-Kader, kam aber nicht zum Einsatz. Seitdem läuft er nur noch für die Regionalliga-Mannschaft der „Glubberer“ auf. In vier Spielen, alle von Anfang an, gelang ihm dort allerdings noch keine Torbeteiligung.

Milos Pantovic: 

Seine fußballerische Laufbahn begann Pantovic bei Helios Daglfing. Über den Umweg Rot-Weiß Oberföhring landete der Serbe im Jahr 2007 beim Nachwuchs des FC Bayern. Von da an durchlief der gebürtige Münchner alle Jugendmannschaften und galt als hoffnungsvolles Talent. Ab 2015 spielte Pantovic für die Amateure und entwickelte sich dort sofort zu einer festen Größe. Noch im selben Jahr wurde der serbische U-Nationalspieler für seine Leistungen belohnt und kam im Bundesliga-Auswärtsspiel der Profis beim SV Werder Bremen zu einem Kurzeinsatz. In der Regionalliga-Mannschaft überzeugte der Flügelspieler und kam letzte Saison auf 23 Scorerpunkte (zwölf Tore, elf Vorlagen) in 33 Spielen. Im Sommer ging der Rechtsfuß zum VfL Bochum. Auch dort ließ Pantovic sein Potential aufblitzen und kam bisher in Bundesliga und DFB-Pokal zum Einsatz. Im Auswärtsspiel beim SC Paderborn folgte die Schockmeldung: Der Rechtsaußen musste nach 20 Minuten mit einem Kreuzbandriss ausgewechselt werden.  

Raphael Obermair: 

Raphael Obermair startete seine Karriere beim TSV 1860 Rosenheim. Dort gelang dem gebürtigen Priener auch der Sprung in die erste Mannschaft des damaligen Bayernligisten. Nach zwei Jahren als Stammkraft entschied sich der damals 20-Jährige zu einem Wechsel in die bayerische Hauptstadt. Dort überzeugte Raphael Obermair mit seiner Flexibilität. Dank seiner konstante Leistungen stand der Rechtsfuß in der selben Saison gegen Leverkusen einmal im Kader der Profis. 2017/18 lief Obermair 28 Mal für die Amateure auf und verbuchte dabei fünf Tore und sechs Vorlagen. Im Sommer ging der flexible Außenspieler, der beide Seiten auf dem Flügel und auch auf der Außenverteidigerposition auflaufen kann, in die österreichische Bundesliga zum letztjährigen Tabellenzweiten Sturm Graz. Dort kam der 22-Jährige bisher sieben Mal in Bundesliga, ÖFB-Cup, Champions- und Europa-League-Qualifikation zum Einsatz. Im ÖFB-Cup steuerte Obermair als rechter Mittelfeldspieler eine Torvorlage bei. Gegen Austria Wien zog sich der 20-Jährige einen Bänderriss im Sprunggelenk zu und muss nun längere Zeit pausieren.

Angriff

Mario Crnicki:

Der gebürtige Münchner begann in der Jugend der Roten und durchlief alle Nachwuchsmannschaften. Bereits früh galt der Kroate als die neue Sturmhoffnung. Bestätigt wurde diese, als Crnicki, trotz Verletzungen in der B-Jugend Bundesliga in 23 Spielen 15 Tore erzielen konnte. Nach mehreren Verletzungen konnte Crnicki in der A-Jugend nicht mehr überzeugen und kam in zwei Spielzeiten nur noch auf sieben Tore und drei Vorlagen in 32 Spielen. Meist kam er damals von der Bank. In der Regionalliga fand Crnicki nicht mehr zu alter Form zurück und traf in 16 Einsätzen zwei Mal. Im Sommer entschied sich der kroatische Jugendnationalspieler dann überraschend für einem Wechsel nach Zypern. Beim Erstligisten Doxa Katokopia trägt der 20-Jährige die Rückennummer 98 und traf gleich in seinem ersten Einsatz Ende September. 

Hier geht`s zum ersten Teil unseres Überblickes: 

Text: Alexander Nikel

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