Was muss passieren?

Umbruch, Transfers und Co.: So wird Bayern wieder Bayern

+
Thomas Müller beim CL-Aus in Madrid.

München - Was muss nach dem Drama von Madrid geschehen, damit der FC Bayern in Europa wieder zur absoluten Elite gehört? Die tz wagt den Blick nach vorne und versucht, das Bayern-Puzzle zusammenzusetzen.

Update vom 21. April 2017: Es ist die Runde der letzten Vier. Im UEFA-Hauptquartier in Nyon (Schweiz) werden am heutigen Freitag die Halbfinal-Spiele der Königsklasse ausgelost. Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie die Champions-League-Auslosung live im TV und im Live-Stream sehen können.

Wut. Ärger. Aber vor allem Ratlosigkeit. Das Champions-League-Aus gegen Real Madrid, das vierte gegen eine spanische Mannschaft, hat vor allem eines hinterlassen: ein großes, rotes Fragezeichen. Warum hat es nicht geklappt? Schon wieder nicht geklappt? Was ist die vergangenen Jahre über schief – oder, besser gesagt, nicht richtig gelaufen? Und viel wichtiger: Was muss nun geschehen, damit der FCB in Europa wieder zu mehr wird als nur ein guter Halbfinalist? Die tz wagt den Blick nach vorne und versucht, das Bayern-Puzzle wieder zusammenzusetzen:

Wer san mia? Weiß auf Rot, so steht es auf dem Kragen eines jeden Bayern-Trikots geschrieben: Mia san mia. Richtig heißen müsste es: Mia warn mal mia. 2013 zum Beispiel, doch spätestens seit der Ankunft von Pep Guardiola in München hat sich nicht nur das Spiel des FCB, sondern vor allem die Bayern-DNA verändert. Es fehlt das original-bayerische Selbstverständnis. Das Auftreten. Jene Bayern-Typen wie Olli Kahn oder Stefan Effenberg, die zwar nicht besser Fußball spielten als die Roten heute, aber dafür die Klauen und Schneidezähne jener Schwarzen Bestie besaßen, die es heutzutage nicht mehr gibt. Bayern muss wieder Bayern werden. Auf dem Platz und daneben.

Ist ein Umbruch vonnöten? Mindestens ein Umbau, ja. Die langjährigen Säulen des Rekordmeisters brechen von Jahr zu Jahr weg. Erst Schweinsteiger, nun Lahm und Alonso, in nicht allzu ferner Zukunft wird es auch Robben und Ribéry erwischen. Doch wer soll sie ersetzen? Sanches? Coman? Costa? Vielleicht Kimmich, aber der darf ja erst nächste Saison spielen. Den letzten FC Bayern der Zukunft baute Louis van Gaal aus den Trümmern von Jürgen Klinsmann zusammen, hauchte ihm eine Philosophie ein, mit der Jupp Heynckes 2013 das Triple holte. Nun muss der nächste FCB der Zukunft her. Und über den sollte man sich mangels talentierter Nachwuchskräfte sowie der jüngsten Transferflops schleunigst Gedanken machen.

Das Machtgefüge beim Rekordmeister ist klar aufgeteilt

Wer soll den Umbruch vorantreiben? UH und KHR natürlich. Wer sonst? Und auch das könnte ein Problem sein, wie sich an der Personalie Philipp Lahm zeigt. Neben den beiden Alphatieren Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge scheint nur wenig Platz, weswegen der scheidende Kapitän der Roten sowie auch Max Eberl den Sportdirektorposten an der Säbener Straße ablehnten. Das Machtgefüge beim Rekordmeister ist klar aufgeteilt, gerade in Momenten wie diesen braucht es aber neue Impulse, um die Mannschaft wieder neu zu erfinden. Ob der neue alte Präsident Hoeneß (65) sowie der vielbeschäftigte Fußballfunktionär Rummenigge dies in Kombination mit Kaderplaner Michael Reschke allein stemmen können, bleibt hinsichtlich der jüngsten Entwicklung fraglich. Auch an der Spitze braucht der FCB neue Kraft. Und zwar eine, die auch was zu sagen hat.

Pressestimmen zum Real-Sieg: „Beide Tore waren Abseits“

Wer gibt den Strategen? Thiago vielleicht? Kriegt die Chefrolle in der Bundesliga zwar fantastisch hin, das Bernabéu war aber auch ihm eine Nummer zu groß. Vidal? Bringt die Fähigkeiten definitiv mit, hat sich jedoch oft nicht unter Kontrolle. Sanches? Nein. Und es ist ja nicht so, dass der FCB keinen hatte. Sie hatten ihn. Sogar selbst (mit)ausgebildet. Wie schmerzlich muss es sein, dieser Tage nach Madrid zu blicken und zu sehen, dass Toni Kroos zum Strippenzieher der Galaktischen geworden ist? Und alles nur, weil Real wusste, dass Toni sein Geld und noch viel mehr wert ist. Wo man nun einen solchen herbekommt? Schwer. Sicher ist nur: Man muss Geld in die Hand nehmen. Wenn es nötig ist, auch viel Geld.

Wo muss eingekauft werden? Auf so einigen Positionen. Es braucht einen neuen Xabi. Es braucht auf Dauer einen neuen (und ebenbürtigen) Robben. Einen neuen Ribéry. Einen zweiten Lewandowski. Denn ja, auch ein Lewandowski kann blöd hinfallen und sich die Schulter verletzen. Und nach vier CL-Watschn in Folge ist die Zeit reif, auf dem Transfermarkt wieder hinzulangen. Die Frage ist nur: Wie? Chefscout Reschke meint ja: „Bayern investiert auch viel für Neuverpflichtungen – aber nicht auf demselben Größenlevel wie Madrid. Diese Super-Transfers passen nicht zu unserer Philosophie. Dieser werden wir folgen.“ Fakt ist: Die jüngste Philosophie hat auch nicht wirklich Früchte getragen, wie man an der Ausbeute an internationalen Titeln sehen kann. Qualität kostet. Im Supermarkt wie im Fußball. Ihren Rekordtransfer tätigten die Münchner 2012. 40 Millionen für Javi Martínez. Ein Jahr später rechte er den Henkelpott in den Nachthimmel über London.

WhatsApp-News zum FC Bayern gratis aufs Handy: tz.de bietet einen besonderen Service für FCB-Fans an. Sie bekommen regelmäßig die neuesten Nachrichten zu den Roten direkt per WhatsApp auf Ihr Smartphone. Und das kostenlos: Hier anmelden!

José Carlos Menzel López

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Neuer Versuch: Zidane will Alaba zu Real locken
Neuer Versuch: Zidane will Alaba zu Real locken
Goretzka: Angeblich gibt es eine Tendenz
Goretzka: Angeblich gibt es eine Tendenz
Transfergerüchte und aktuelle News: Welche Spieler sind beim FC Bayern München im Gespräch?
Transfergerüchte und aktuelle News: Welche Spieler sind beim FC Bayern München im Gespräch?
Vergleich mit Pep und Carlo: Wie Heynckes das FCB-Training umkrempelt
Vergleich mit Pep und Carlo: Wie Heynckes das FCB-Training umkrempelt

Kommentare