Fazit des Trainingslagers in Katar

Sorgenfalten bei den Bayern-Bossen wegen Benatia

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Matthias Sammer sorgt sich um die angeschlagenen Bayern-Spieler.

Doha - Ein Fazit ihres Trainingslagers in Katar fällt den Bayern schwer: Das Niveau war hoch, aber man reist auch mit einigen Angeschlagenen heim. Ein Verteidiger bereitet den Verantwortlichen die größten Sorgen.

Es gab in den sieben Tagen in Doha tatsächlich nicht allzu viele Szenen auf dem Trainingsplatz, in denen Pep Guardiola sauer werden musste. Aber einmal pro Einheit kam es doch zu einem Ausbruch. Am Freitag platzte dem Bayern-Trainer der Kragen, als ein Angriff im Trainingsspiel ihm zu lahm war. „Nur drei Pässe bis zum Tor“, schrie er der Mannschaft um Jerome Boateng, Tom Starke und Arjen Robben zu, seine Stimme war bis auf die Tribüne zu hören.

Eine Kleinigkeit, die ihn reizte. Aber auf dem Weg zu den angestrebten drei Titeln steckt der Teufel eben im Detail. „Ich bin zufrieden. Aber wir können uns noch stark verbessern. Das ist noch nicht perfekt“, lautete das Fazit des Coaches. Matthias Sammer ging bei seiner Trainingslager-Bilanz etwas mehr ins Detail. „Das ist nur ein Abschnitt der Vorbereitung. Und zu diesem kann ich sagen, dass ich jetzt nicht extrem euphorisch bin, aber auch nicht pessimistisch. Die Grundlage, die hier gelegt wurde, ist okay“, sagte der Sportchef gegenüber dem "Münchner Merkur".

Sammer: Bei manchen zwickt's etwas mehr

Tatsächlich fällt ein General-Fazit schwer. Auch wenn das sportlich extrem hohe Niveau beeindruckte: Ein paar Sorgen nehmen die Bayern mit auf die Reise am Samstag zum abschließenden Testspiel nach Saudi-Arabien – und auch am Tag darauf zurück mit nach München. Von „kleinen Blessuren bei einigen Spielern“ sprach Sammer, gab aber zu, dass es „bei manchen etwas mehr zwickt“. Unter anderem bei Mario Götze und Franck Ribery, die wie Holger Badstuber am Freitagvormittag überraschend aussetzten, müsse man schauen, „dass wir sie stabil halten“. Arjen Robben trägt seit Freitag einen Handverband, er hat sich angestoßen, nichts Wildes.

Sorgenfalten hat die sportliche Führung aber vor allem mit Blick auf Medhi Benatia. Der Verteidiger absolvierte nur eine einzige Einheit in Doha mit der Mannschaft. Zwar nahm er am Donnerstag das Lauftraining auf, „aber er braucht eigentlich das Üben mit dem Team“, so Guardiola.

Keine öffentlichen Einheiten in München

Zu elf Einheiten ließ der Coach seine Spieler von Freitag bis Freitag insgesamt antreten, an vier Tagen jeweils nur einmal. Auffällig war vor allem, dass Grundlagenausdauer – wie eigentlich in der Vorbereitung üblich – gar kein Trainingsinhalt war. Morgens gab es meist Koordinations- und Schnellkraftübungen, abends Trainingsspiele, in denen es richtig zu Sache ging.

In der Mannschaft, die nach der Rückkehr von David Alaba und Badstuber nach und nach weniger Verletzte zählt, ist sich jeder bewusst, dass im zunehmenden Konkurrenzkampf nur die Leistung zählt. „Es hängt von dem ab, was ich sehe. Es kann auch passieren, dass mal ein großer Spieler auf die Bank muss“, erklärte Pep Guardiola, der offiziell „keine Wunschelf“ im Kopf hat.

Im zweiten Test am Samstag (18 Uhr) in Riad gegen Al-Hilal geht es für den Coach nur darum, „ein Spiel mehr“ zu haben: „Wir machen das für die Leute dort.“ Interessant wird es erst wieder, wenn in der kommenden Woche die Arbeit am Feinschliff ansteht. Keine einzige Trainingseinheit wird in der kommenden Woche in München öffentlich sein. Es geht um Kleinigkeiten – und es soll keiner sehen, wenn Pep Guardiola mal richtig sauer wird.

Hanna Schmalenbach

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