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Dank Transfer-Genie Salihamidzic: FC Bayern spart bei Top-Neuzugängen über 43 Millionen Euro ein

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Von: Alexander Kaindl

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Gut gelaunt: Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic.
Gut gelaunt: Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic. © kolbert-press / Imago

Der FC Bayern München hat sich in diesem Sommer namhaft verstärkt. Sportvorstand Hasan Salihamidzic hat daran einen massiven Anteil.

München - „Ich versicherte ihm, dass ich mit dem Kopf durch die Wand gehen würde, um ihn zu bekommen.“ Dieser Satz stammt aus einem wenige Wochen alten Sport-Bild-Interview. Ausgesprochen hat ihn der Sportvorstand des FC Bayern München, Hasan Salihamidzic. Im Gespräch hatte er erklärt, wie er den Wahnsinns-Transfer von Sadio Mané perfekt machte. Der Weltstar war im Sommer an die Isar gewechselt und ist einer der Gründe, warum Brazzo aktuell von den Fans gefeiert wird.

Hasan Salihamidzic
Geboren: 1. Januar 1977 (Alter: 45 Jahre), Jablanica, Bosnien-Herzegowina
FC Bayern München
Sportvorstand
Vertrag bis: 30. Juni 2023

Hasan Salihamidzic mit beeindruckendem Transfer-Sommer

Seit fünf Jahren leitet der Ex-Profi die Bayern-Geschicke als Sportchef. Bis zu diesem Sommer musste er sich beinahe ständig Kritik gefallen lassen. Misslungene Transfers (Bouna Sarr, Marc Roca oder Omar Richards), der Abgang von Hansi Flick, Auftritte in der Öffentlichkeit - die Anhänger regten sich gut und gerne über Salihamidzic auf. Dem Bosnier wurde aber immer wieder eines attestiert: Fleiß. Und genau dieser Fleiß zahlt sich nun aus, denn: Brazzo denkt und lebt den FC Bayern 24 Stunden am Tag und das 365 Tage im Jahr.

Dank seiner Verhandlungstaktik und seiner Bereitschaft, innerhalb kürzester Zeit Mammutprojekte umzusetzen, hat der FC Bayern in Brazzos Genie-Sommer 43,5 Millionen Euro an Ablösesummen gespart - bei den beiden Top-Neuzugängen Sadio Mané und Ryan Gravenberch. Wie hat er das angestellt?

Salihamidzic und sein Blitz-Trip nach Liverpool: Bayern überzeugten Sadio Mané im Eiltempo

Die Sport Bild hat das Salihamidzic-Geheimnis nun enthüllt. Mit der wichtigste Faktor: Dem gewünschten Spieler in persönlichen Gesprächen klarmachen, wie man in München mit ihm plant und ihm versichern, dass man wirklich alles dafür tun würde, um ihn zu bekommen.

Beispiel Mané: Die erste Idee der Verpflichtung reifte in Salihamidzics Garten bei einem Gespräch mit Björn Bezemer, dem Berater des Senegalesen. Der Bayern-Sportvorstand hatte dabei die Mini-Chance eines Transfers erkannt und saß „zwei Tage später“ im Wohnzimmer des damaligen Liverpool-Stars. Alleine der Fakt, so schnell ein Treffen möglich zu machen, spricht für Salihamidzic.

FC Bayern überzeugt Transfer-Ziele und setzt somit deren Klubs unter Druck

Ganz wichtig bei sämtlichen Transfers: der Technische Direktor Marco Neppe, Vorstandsboss Oliver Kahn und natürlich Trainer Julian Nagelsmann. Der Coach gilt als absoluter Menschenfänger, hat international einen glänzenden Ruf. Seine taktischen Visionen sind modern, die Spieler finden sich darin schnell wieder - und wollen das Projekt unbedingt sofort starten.

So gesehen bei Mané, Ryan Gravenberch und Noussair Mazraoui: Alle drei wollten nach den ersten Gesprächen nur noch zum FC Bayern. Dank dieser Verhandlungstaktik gerieten die jeweiligen Vereine schnell unter Druck - ein genialer Kniff von Salihamidzic, Kahn, Neppe und Nagelsmann.

FC Bayern bezahlt für Ryan Gravenberch viel weniger, als Ajax ursprünglich verlangte

Wegen dieses Drucks gelang es deshalb, die Ablösesummen zu drücken. Ajax wollte ursprünglich 35 Millionen Euro für Gravenberch. Weil man den Spieler aber schon vorab von München überzeugt hatte, wusste man in Amsterdam, dass man ihn nicht halten konnte - und so ließ sich der Preis fast halbieren: Der FCB bezahlt eine Sockelablöse von 18,5 Millionen Euro. Lässt man die 5,5 Millionen Euro außer Acht, die erst nach gewissen Erfolgen fällig sind, hat Salihamidzic bei diesem Deal schon 16,5 Millionen Euro weniger bezahlt, als die Gegenseite ursprünglich wollte.

Und das, obwohl der Deal zwischenzeitlich wackelte: Laut Sport Bild griff Gravenberch-Beraterin Rafaela Pimenta schließlich ein und legte „eine halbe Million Euro aus ihren Agentur-Tantiemen drauf, weil ihr Spieler unbedingt nach München wollte. Brazzo rundete die Summe auf eine Million Euro auf“ und so kam der Wechsel doch noch zustande.

Dank Transfer-Genie Salihamidzic: FC Bayern spart bei zwei Top-Neuzugängen über 43 Millionen Euro ein

Ähnlich ist es bei Mané: Liverpool wollte zunächst umgerechnet 59 Millionen Euro für den Topstürmer haben. Bayern bezahlte am Ende fix 32 Millionen, neun Millionen sind als weitere Boni möglich.

Differenz von erster Liverpool-Forderung zur endgültigen Sockelablöse: 27 Millionen Euro! Rechnet man die gesparten 16,5 Gravenberch-Millionen hinzu, haben die Münchner in diesem Sommer 43,5 Millionen Euro weniger an Ablösesummen bezahlt, als der abgebende Klub ursprünglich gefordert hatte. Natürlich erfüllt man quasi nie die erste Forderung der Gegenseite, dennoch ist es eine stolze Zahl, die der deutsche Rekordmeister nicht überweisen musste - und nun vielleicht andernorts einsetzen kann.

Im Video: Sadio Manés erster Auftritt im Bayern-Training

Denn bei Matthijs de Ligt griffen die Bayern wieder auf ihre Taktik zurück: Erst den Spieler bei einem begeisternden Treffen überzeugen, dann mit dem Verein verhandeln.

Der niederländische Top-Innenverteidiger von Juventus soll dem FCB schon seine Zusage gegeben haben, nun laufen die Verhandlungen. Salihamidzic war bereits in Turin, eine Einigung könnte noch in dieser Woche erfolgen.

Hasan Salihamidzic: Vertrag läuft 2023 aus

Vor dem Hintergrund dieser Transfer-Erfolge ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis Brazzos Vertrag beim FC Bayern verlängert wird. Selbiger läuft im Sommer 2023 aus. (akl)

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