Zum 115. Jubiläum

4:1! Ein Hoch auf die Baller-Bayern!

+
Arjen Robben erzielte beim 4:1-Sieg des FC Bayern gegen den 1. FC Köln sein 17. Saisontor und legte zwei weitere Treffer auf.

München - Der FC Bayern schlägt den 1. FC Köln am Ende souverän. Doch die Münchner mussten zwischenzeitlich zittern und können sich bei Keeper Manuel Neuer bedanken.

Spiel, Satz und Sieg! Bei 8:0, 6:0, 4:1 könnte man auf den ersten Blick vielleicht meinen, es handle sich um ein Tennis-Resultat. Aber nicht doch. Oben genannte Zahlen sind die vergangenen drei Ergebnisse des FC Bayern. Nach der 8:0-Watschn für den HSV und dem 6:0-Satz in Paderborn gab’s am Freitag zum 115. Jubiläum ein saftiges 4:1 (2:1) gegen den 1. FC Köln. Schweinsteiger (3.), Ribéry (10.), Robben (67.) und Lewandowski (75.) waren die Geburtstagsschützen. Ein Hoch auf die Baller-Bayern!

„Wir lassen uns nicht davon blenden“, mahnte Matthias Sammer hernach. Der Sportvorstand hatte zuvor auch den „Maschinenmodus“ gefordert, doch seine Bayern legten gegen den FC gleich den Playstation-Modus ein. Gegner wie Hütchen ausspielen und doppelt so schnell laufen wie Abwehrspieler geht ja in der Regel nur im Videospiel - seit Neuestem aber anscheinend auch in der Allianz Arena. Die Bilanz der Anfangsphase: Drei Minuten, vier Ecken – eine Bude. Torschützenkönig Arjen Robben zirkelte einen Eckstoß in den Sechzehner, wo Bastian Schweinsteiger – das ist eigentlich nicht mal auf der Playstation möglich – das Ding per Kopf im Kölner Kasten versenkte (3.). 1:0 – das erste Geburtstagsgeschenk!

Ribéry spaziert durch den Strafraum

Und weil’s so schön war, gab’s sieben Minuten später das zweite. Erst scheitert Lewandowski (oder doch Gomez?!) freistehend an Köln-Keeper Horn, darauf begab sich Ribéry auf einen Spaziergang durch den Strafraum und zündete die Pille durch Vogts Haxn hindurch ins kurze Eck. 2:0, bon anniversaire!

Erst mal runterschalten. Köln dankbar. Auch in der 32., als Schiri Siebert einen Mini-Rempler von Brecko an Lewandowski im Strafraum nicht ahndete. Anthonay Ujah war’s wurscht. Die Nachspielzeit: Hector und Lehmann führen Götze und Ribéry nach kurzer Ecke vor, rein das Ding in die Box, wo Ujah einköpft. Anschlusstreffer. „Kein schönes Gefühl“, so Robben im Anschluss zu Sky.

Pause. Vor allem der rechten FC-Abwehrseite kam dies gelegen, hatten ihnen Alaba und Ribéry zuvor fast irreparable Schäden zugefügt. Doch nach Wiederanpfiff ging die Folter weiter. Der Franzose wurschtelt sich bis an die Grundlinie, legt in die Mitte, wo Horn das Ding von Lewandowskis bunten Tretern kratzt (47.).

Neuer hält Führung fest

So ging’s weiter. Bayern im Flippermodus, von links nach rechts, hintenrum und in die Tiefe, Doppelpass, prallen lassen und gehen – nur eben kein Tor. Müller hatte das 3:1 nach einer Rafinha-Flanke auf der Birne, nickte das Leder aber völlig frei rechts vorbei. Und Köln? War’s egal! Hinten wurde dicht gemacht, nach vorne gab’s nur eins: Autobahn! Wie in der 58.: Brecko macht einen auf Forrest Gump über links. Flanke. Ujah kriegt die Schlappenspitze dran. Neuer. Mit den Fingerspitzen. Darauf ein Distanzzünder von Risse. Wieder Neuer. Der Welttorhüter. Immer noch 2:1. Durchatmen. „Manuel hat uns heute den Sieg gebracht“, so Robben hinterher. „Wie er diesen Schuss rausholt – Wahnsinn. Alles Lob für Manu heute!“

Doch auf einmal öffnet sich dem Holländer die A99 in Richtung Köln über rechts. Ribéry macht den Beifahrer auf links. Und in Robbens Kopf spielen sich folgende Gedanken ab: Schießen? Oder doch passen? Alleinikov? Egoist? Oder doch Teamplayer? Robben legt quer, die Kugel verhungert aber (60.). Doch ein Ribéry vergisst nicht. Sieben Minuten später sieht er den Holländer im Strafraum, hebt ihm das Ding auf die Platte – und ab ins Glück! 3:1. Die 17. Bude für den Sprinter!

Und der Geißbock? Blieb bockig! Ex-Löwe Daniel Halfar kam und visierte das kurze Eck an, doch auch hier war Welttorhüter Neuer zur Stelle. Und dann wieder der Playstationmodus. Oder auch der Real-Modus: Die Münchner mit einen Bilderbuchkonter über Ribéry (ja, schon wieder der), der spielt zu Robben, der zu Lewandowski (doch nicht Gomez!), der das vierte per Brust macht (75.). „Schön reingedrückt“, lobte Robben.

Einmal die Note 1, einmal die 5 für Bayern-Sieger über Köln

Einmal die Note 1, einmal die 5 für Bayern-Sieger über Köln

Und dann waren sie satt. Wie nach vier großen Stück Geburtstagskuchen. Es kam noch Alonso für Schweinsteiger auf die Sechs, die großen Momente blieben dem Spanier aber verwehrt. Immerhin: FC-Trainer Peter Stöger wollte nicht mit fünf Stück wieder heimfahren. Am Ende wurden es „nur“ vier. Ein leichtes Übergepäck dürfte er damit trotzdem auf dem Rückflug ins Rheinland mitnehmen. Und die Bayern? Kriegen den Hals nicht voll! 18 Kisten in den letzten drei Bundesligaspielen. Und am Mittwoch kommt Braunschweig im Pokal. Warm anziehen, Jungs! Oder am besten gleich in Tennisklamotten kommen!

José Carlos Menzel Lopez

Das Spiel zum Nachlesen hier im Ticker.

auch interessant

Meistgelesen

Hackenberg über Bayern: „Die sprechen alle Deutsch!“
Hackenberg über Bayern: „Die sprechen alle Deutsch!“
Badstuber nach Schalke? Daran hakt es noch
Badstuber nach Schalke? Daran hakt es noch
Systemfrage nervt Müller: „Lasst doch die Kirche im Dorf“
Systemfrage nervt Müller: „Lasst doch die Kirche im Dorf“
Ancelottis Bilanz nach dem Trainingslager: Alles super!
Ancelottis Bilanz nach dem Trainingslager: Alles super!

Kommentare