FCB will Jugend wieder auf Vordermann bringen

Spielervater: "Wird Druck gemacht, sich nicht auf Bayern einzulassen"

+
Wollen die Jugendabteilung des FC Bayern neu ordnen: Ex-Präsident Uli Hoeneß, NLZ-Leiter Heiko Vogel und Sportchef Matthias Sammer.

FC Bayern München - Bei allem sportlichen Erfolg und der immer noch existenten Chance auf den erneuten Triple-Gewinn gibt es für die Macher an der Säbener Straße nach wie vor einen Bereich, der als stark verbesserungswürdig angesehen wird: Die Junioren-Abteilung!

Seit David Alaba im Jahr 2010 hat kein Bayern-Talent mehr dauerhaft den Sprung aus dem Jugendhaus zu den Profis geschafft. Ein Umstand, der beim Rekordmeister schnellstmöglich geändert werden soll. Um wieder eine größere Durchlässigkeit zwischen der Nachwuchsabteilung und dem Team der großen Stars herzustellen, scheuen die Verantwortlichen auch vor Transfers im Jugendalter nicht zurück.

Konkurrenz is not amused 

Neben hartnäckig andauernden Gerüchten um "Weltmeister-Macher" Norbert Elgert von Schalke 04, wurde erst kürzlich die Verpflichtung von Augsburgs U13-Trainer Alexander Moj bekannt gegeben, der gleich fünf Spieler mit in die Landeshauptstadt bringt. Damit hat nicht nur FCA-Sportchef Stefan Reuter seine Probleme. Auch Manuel Baum, Jugendleiter bei den Schwaben, schlägt gegenüber Sport Bild in die selbe Kerbe: "Es ist die Frage, ob so etwas in diesem Altersbereich Sinn macht oder ob man die Spieler besser in ihrem gewohnten Umfeld lässt, wo sie sich ja bisher gut entwickelt haben."

Auch der 10-Jährige Matteo S. entschied sich für einen Wechsel aus der Fuggerstadt nach München. Sein Vater Will erzählt, wie der erste Kontakt mit den Roten zustande kam: "Ich wurde bei einem Jugendturnier vom Trainer der Bayern angesprochen", berichtet er, "das war nicht aggressiv, Geld spielte keine Rolle. Aber allein die Professionalität und der Name FC Bayern haben gewirkt." In seinen Augen versuchen aktuell jedoch viele Vereine, den Plänen von Heiko Vogel, Matthias Sammer und Co. einen Strich durch die Rechnung zu machen. Er habe davon gehört, dass auf Eltern "Druck gemacht" werde, sich "nicht auf die Bayern einzulassen".

Hoeneß über Jugendspieler: "Viel zu viel Zeit vor Computer"

Ein Initiator der Jugend-Offensive beim Branchenprimus ist unter anderem Ex-Präsident Uli Hoeneß. Die Vereinslegende rügte zuletzt das Verhalten der Bayern-Talente öffentlich: "Die Generation heute verbringt viel zu viel Zeit vor dem Computer, dem iPhone oder iPad." Um dem Missstand entgegen zu wirken, schenkte der 64-Jährige allen Burschen im Internat kürzlich einen Lederball. "Die Jungs müssen raus", kommentiert Hoeneß seine Präsente kurz und knackig.

Sport-Vorstand Sammer hat in der Casa "Talentförderung" einen Fünf-Jahres-Plan erstellt. Genau so lange soll es nämlich höchstens dauern, bis wieder die ersten Spieler mit Stallgeruch regelmäßig in der Bundesliga auflaufen. "Unsere Konzeption wird nicht von heute auf morgen greifen, wir brauchen dafür ein wenig Geduld und Zeit", beschreibt der ewige Mahner. Ein Spieler, der dem gewünschten Format entsprechen könnte und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine gewichtige Rolle in den Zukunfts-Vorstellungen beim FCB spielen dürfte, ist U17-Spielgestalter Timothy Tillman. 

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Neuer Versuch: Zidane will Alaba zu Real locken
Neuer Versuch: Zidane will Alaba zu Real locken
Goretzka: Angeblich gibt es eine Tendenz
Goretzka: Angeblich gibt es eine Tendenz
Nach Ancelotti-Trennung: Inter will Vidal im Winter holen
Nach Ancelotti-Trennung: Inter will Vidal im Winter holen
Nagelsmann folgt Hummels: Hoffenheim-Coach spendet ein Prozent seines Gehalts
Nagelsmann folgt Hummels: Hoffenheim-Coach spendet ein Prozent seines Gehalts

Kommentare