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Bayern-Bosse und Tuchel bei Boateng nicht einig? „Entscheidung des Vereins“

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Die Personalie Boateng ist weiter Reizthema beim FC Bayern. Thomas Tuchel widerspricht der Darstellung des Vereins, akzeptiert die Entscheidung aber.

München – Dass Jerome Boateng beim FC Bayern ein Vertrag in Aussicht gestellt wurde, sorgte für viel Kritik. Der organisierte Anhang hatte bereits eine Protestaktion im Fall einer Unterschrift angedroht. Schließlich nahmen die Verantwortlichen von einer Verpflichtung Abstand. Diese Entscheidung war allem Anschein aber nicht einhellig, so zumindest sind Aussagen von Thomas Tuchel in diese Richtung zu deuten.

Jerome Boateng
Geboren:3. September 1988 (35 Jahre), Berlin
Position:Innenverteidiger
Marktwert:800.000 Euro (Quelle: Transfermarkt.de)

Bayern-Sportdirektor Freund revidiert vorherige Aussagen

Selbst zwei Tage nachdem der FC Bayern offiziell bekannt gegeben hatte, Jerome Boateng nicht erneut zu verpflichten, dominierte das Thema im Vorfeld der Partie gegen den SC Freiburg. Unter anderem wurde Sportdirektor Christoph Freund bei DAZN zur Entscheidungsfindung gefragt. Nachdem sich die „Situation sportlich gebessert“ habe, habe man „gemeinsam so entschieden“, Boateng keinen Vertrag zu geben, so Freund. An der Entscheidung sollen Thomas Tuchel und Andreas Jung, Vorstandsmitglied, beteiligt gewesen sein.

Seine knapp eine Woche zurückliegende Aussage, die Vorwürfe häuslicher Gewalt gegen Boateng seien „eine private Geschichte“ und „In erster Linie spielen sportliche Überlegungen eine Rolle“, revidierte Freund dagegen. So betonte er: „Häusliche Gewalt oder Gewalt gegen irgendwen anderen oder gegen Kinder, ganz egal. Das sind Dinge, die für uns nicht zu tolerieren sind. Da gibt es auch keine Akzeptanz.“

Thomas Tuchel (re.) und Christoph Freund (li.) wirken in der Personalie Jerome Boateng nicht einig.
Thomas Tuchel (re.) und Christoph Freund (li.) wirken in der Personalie Jerome Boateng nicht einig. © IMAGO/Markus Fischer

Tuchel widerspricht FCB-Sportdirektor Freund

Also alles geklärt, was das Thema Boateng angeht? Mitnichten! Thomas Tuchel brachte, ebenfalls am DAZN-Mikrofon, dann nochmal eine neue Note in die eigentlich abgeschlossene Diskussion. Unter anderem beschwerte sich der Übungsleiter, über „zwei freie Plätze auf der Bank“ und deutete damit bereits an, dass er sich für eine Boateng-Verpflichtung ausgesprochen haben könnte – vom Freundschen „gemeinsam“ keine Spur.

Weiter bedauerte Tuchel, dass „die Gesamtsituation bei Jerome leider nicht nur sportlich ist“. „Upa (Anm.: Dayot Upamecano) und Minjae (Anm.: Kim) sind zurückgekommen, Matthijs (Anm.: de Ligt) ist auch bald wieder da. Dann war es nicht nur eine sportliche Entscheidung, auch eine vom Verein, das muss man dann akzeptieren“, schloss der FCB-Coach sein Statement.

Alles in allem verstärkt sich durch die neuerlichen Unstimmigkeiten das ohnehin schon durchwachsene Bild der öffentlichen Kommunikation des FC Bayern. Mit deutlichen Worten verurteilte bereits Didi Hamann das vergangene Vorgehen. (sch)

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