Wirbel um Abschieds-Werbespot

Stand Schweinsteigers Wechsel schon seit einem Monat fest?

München - Der Wechsel von Bastian Schweinsteiger ist endgültig perfekt. Ruhe kehrt aber dennoch nicht ein. Ein Werbespot lässt nun die Vermutung zu, dass der Entschluss zum Abschied vom FC Bayern schon deutlich länger feststand.

Nach 17 Jahren endete am Wochenende die Ära Bastian Schweinsteiger beim FC Bayern. So richtig Abschied nehmen durften die Fans von ihrer Identifikationsfigur, von ihrem Fußballgott, aber nicht mehr. Schweinsteiger verabschiedete sich nicht persönlich bei der Teampräsentation in der prall gefüllten Arena von seiner großen Anhängerschaft, sondern zog eine Videobotschaft vor - einen Tag später.

Unmittelbar nachdem sich der 30-Jährige am Sonntag bei den „Bayern-Fans“ und der „Südkurve München“ für die „absolut geile Zeit“ bedankte, tauchte im Internet ein zweites Video auf, in dem er ebenfalls die Hauptrolle spielt. Beats Electronics, ein Werbepartner der FCB-Ikone, lud auf seinem youtube-Kanal einen Clip hoch, der symbolisch für Schweinsteigers Abschied steht - und einen faden Beigeschmack hinterlässt.

Die Bavaria, das Siegestor, der Friedensengel und ein Bastian Schweinsteiger, der über Münchens Skyline blickt. Was zunächst noch harmonisch klingen mag, ändert sich, als der Mittelfeldstar plötzlich seine Tasche packt und einen Brief schreibt. Im Hintergrund sind Sky-Moderator Sebastian Hellmann und Kommentator Wolff Fuss zu hören, die über Schweinis neue Herausforderung in England schwärmen. „Er hat alles erreicht, was es zu erreichen gibt. Er will sich auch außerhalb Deutschlands beweisen“, sagt Fuss in dem Spot. Plötzlich ist aus dem romantischen München-Clip ein Abschiedsvideo geworden! Mit gepackter Tasche steigt der Ex-Münchner ins Auto und braust mit den berühmten Kopfhörern auf den Ohren davon.

Viele Fans sind verärgert, fragen sich, ob ihr Held lieber noch schnell einen Werbespot drehte, anstatt sich persönlich von ihnen zu verabschieden. Wie die tz erfuhr, wurde das Video allerdings schon vor über einem Monat gedreht. Und zwar nicht in München, sondern im Vorfeld des Länderspiels gegen die USA am 10. Juni in Köln. Schweinis vermeintliche Stadtwohnung in München ist tatsächlich das Dorint Hotel in der Domstadt. Und auch der Dialog zwischen Hellmann und Fuss wurde nicht erst am Wochenende, sondern schon vor rund drei Wochen aufgenommen. Nach tz-Informationen sollte der Spot ursprünglich erst gestern, in Anlehnung an den exakt vor einem Jahr errungenen WM-Titel, erscheinen - und eine andere Geschichte erzählen. Aufgrund des kurz bevorstehenden Wechsels nach Manchester entschied sich das Technik-Unternehmen in enger Absprache mit der Schweinsteiger-Seite spontan jedoch dafür, eine andere Version zu veröffentlichen.

Da Schweinsteigers Zukunft zu dem Zeitpunkt des Drehs noch nicht klar war, sind viele Szenarien durchgespielt und eingesprochen worden. FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge hatte stets betont, dass die Entscheidung zu einen Wechsel zu Manchester United erst am Freitag gefallen sei.

Viele Fans wollen das nach den Aufnahmen nicht mehr glauben.

Fakt ist: Selten wurde der Transfer eines Spielers so offensiv vermarktet wie der des Urbayers. Romantik im Fußballgeschäft gibt es immer seltener, Fußballgott hin oder her. Beats Electronics, eine 100-prozentige Tochterfirma von Apple, darf sich dagegen über einen genialen Marketingschachzug freuen.

Und wie sieht es bei Bayern aus? Karl-Heinz Rummenigge dürfte aufatmen, dass drei Tage nach der Vorstellung des neuen Platin-Partners Gigaset, einem direkten Konkurrenten von Apple, keine Erklärungen vonnöten sind. Beats Electronics fuhr derweil das volle Programm: Kurz nach dem Einstieg in den Privatflieger am Sonntag grüßte Schweini via Twitter aus dem Inneren der Maschine. Zufällig war dabei das Symbol seiner Kopfhörer zu erkennen, ebenso wie ein blaues T-Shirt und Jogginghose. Eingestiegen war er kurz zuvor noch mit einem weißen Hemd und Jeans…

sw 

Rubriklistenbild: © Screenshot YouTube

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