Ex-Löwe im tz-Interview

Aigner freut sich auf Bayern: "Als Blauer sowieso"

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Eine Pose, zwei Welten: Stefan Aigner als Löwe (r.) und Eintracht-Spieler.

München - Am Samstag tritt Stefan Aigner mit Eintracht Frankfurt gegen die Bayern an. Ob er es gern tut, ob es ihm Spaß macht, das teilte der Löwenfan vor dem Duell gegen den Spitzenreiter im Interview der tz mit.

Wenn einer das Motto befolgt, das die „Toten Hosen“ einst in einem Song zum Besten gegeben haben, dann ist es Stefan Aigner. „Ich würde nie zum FC Bayern München gehn!“ – das hat wohl für keinen anderen Spieler in der Bundesliga so sehr Gültigkeit wie für den 27-jährigen Angreifer von Eintracht Frankfurt. Der eingefleischte Blaue hat das selbst ja schon deutlich kundgetan. Mal ganz abgesehen davon, dass Aigner bei aller fußballerischen Klasse eher nicht zu jener Kategorie Spieler gehört, die an der Säbener Straße auf dem Wunschzettel ganz oben stehen und standen. Wie die Götzes, Lewandowskis und jetzt Reus. Weltklasseleute halt.

Gegen die Bayern allerdings darf oder muss Aigner spielen. Ob er es gern tut, ob es ihm Spaß macht, das teilte der Löwenfan vor dem Duell am Samstag gegen den Spitzenreiter im Interview der tz mit.

Herr Aigner, nach vier Niederlagen in Folge erwartet die Eintracht jetzt ausgerechnet den FC Bayern. Freut man sich eigentlich auf das Spiel?

Aigner: Natürlich. Ich als Blauer sowieso. In der Jugend habe ich mit Sechzig immer gern gegen die Roten gespielt, weil wir meistens gewonnen haben.

Aber jetzt mit der angeschlagenen Eintracht gegen die vielen Weltmeister – das dürfte schwer werden…

Aigner: Es rechnet ja ohnehin fast jeder mit einer Niederlage von uns. Also haben wir auch nichts zu verlieren und können uns in der Öffentlichkeit positiv präsentieren.

Die Stimmung bei der Eintracht war auch schon mal besser. Einige Ihrer Kollegen haben ja klare Worte gefunden. Alex Meier sagte „So können wir in der Bundesliga nicht bestehen“, Timothy Chandler sprach davon, „dass jeder mit Angst spielt“, und Marco Russ stellte fest: „Uns fehlt die Strategie.“ Was sagen Sie dazu?

Aigner: Nach vier Niederlagen ist es ja auch nachvollziehbar, dass man nicht euphorisch ist. Wir haben die Qualität in der Mannschaft, sind aber momentan nicht in der Lage, diese über 90 Minuten abzurufen.

Aber mit zwölf Punkten steht Eintracht Frankfurt doch noch einigermaßen manierlich da?

Aigner: Schon. Die Punkte haben wir uns erarbeitet, obwohl wir die Gegner nicht gerade an die Wand gespielt haben. Und auch die Spiele nach den Bayern haben es mit Gladbach und Dortmund in sich. Wenn es blöd läuft, kann die Winterpause unangenehm werden.

Bereitet die Umstellung von Armin Veh zum neuen Trainer Thomas Schaaf noch Probleme?

Aigner: Jeder Trainer hat seine eigene Philosophie und sein Konzept und das müssen wir Spieler versuchen, bestmöglich umzusetzen.

Wie schwer wiegt die Tatsache, dass Sie mit Rode, Jung, Schwegler und Joselu vier der besten Spieler im Sommer verloren haben?

Aigner: Natürlich waren das Leistungsträger. Aber wir haben trotzdem immer noch eine gute Mannschaft.

Wie verhält sich das Umfeld? Murren die Fans schon?

Aigner: Da haben wir sicherlich noch einen Bonus, auf Grund der letzten beiden Jahre mit der Euro-League-Teilnahme. Es muss unser Ziel sein, dass wir wieder in die richtige Spur finden und durch unser Spiel die Fans mitreißen.

Herr Aigner, Gladbach hat kürzlich vorgemacht, wie man es den Bayern schwer machen kann, wenn sie auswärts ran müssen. Es gab ein 0:0. Orientieren Sie sich daran?

Aigner: Wir haben schon gegen Gladbach gespielt und sind gegen die Borussia zu Hause im Pokal ausgeschieden. Die sind richtig gut drauf und werden derzeit von einer großen Euphorie getragen.

Anderes Thema. Wie sehr verfolgen Sie Ihre große Liebe, den TSV 1860?

Aigner: Sehr natürlich. Aber ich habe es bisher noch nicht einmal geschafft, live in der Allianz Arena dabei zu sein.

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Als Sie bei Arminia Bielefeld spielten, sind Sie oft nach München gefahren, um Sechzig zu sehen.

Aigner: Stimmt. Das lag aber auch an Bielefeld…

Vor dem Fernseher sind Sie aber dabei, oder?

Aigner: Klar, da verfolge ich jedes Spiel. Schlimm war das erste in Kaiserslautern. Ich war mit der Eintracht im Trainingslager in Italien und wir saßen vor dem Fernseher. Zur Halbzeit stand es 2:0 für die Löwen, sie waren auch noch in Überzahl, und ich hatte dann einen Massagetermin. Kannst du locker machen, dachte ich, die drei Punkte für Sechzig sind sicher. Nach etwa einer halben Stunde kam unser Videoanalyst in den Massageraum und sagte mir, dass Lautern 3:2 führt. Mich hätte es fast von der Bank gehauen.

Ihr Vater ist ja auch ein beinharter Löwenfan. Vor einem Jahr war er mal so gefrustet, dass er gesagt hat, er sperrt jetzt seine Jahreskarte in den Schrank und holt sie nicht mehr raus. Hat er Wort gehalten?

Aigner: Ach wo. Das sagt er jedes Jahr. Zum Ende der vergangenen Saison hat er versichert, dass er sich keine Dauerkarte mehr kaufen würde. Und was war? Noch in der Sommerpause hat er sich wieder eine besorgt…

Haben Sie Kontakt zu Ihren Ex-Kollegen?

Aigner: Es spielen ja fast keine mehr, die ich noch kenne. Mit Benny Lauth, Daniel Bierofka und Necat Aygün allerdings bin ich schon noch in Kontakt.

tz

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