Sein Sohn (46) starb am Wochenende

Stephan Beckenbauer: So nahm der Kaiser Abschied

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Franz Beckenbauer mit seinem Sohn Stephan beim Golfturnier Kaiser Cup.

München - Franz Beckenbauer trauert um seinen Sohn Stephan, der am Wochenende für die Öffentlichkeit völlig überraschend verstarb. Der Kaiser wachte am Bett seines Sohnes.

Fast 20 Jahre lang diente Stephan Beckenbauer als Jugend- und Nachwuchstrainer dem FC Bayern. Er trainierte spätere Weltmeister, er betreute Generationen von Nachwuchskickern. Und er war als Mensch Teil der Bayernfamilie. Am Wochenende verstarb der Sohn von Franz Beckenbauer – für die Öffentlichkeit völlig überraschend – im Alter von nur 46 Jahren. Laut Bild litt er bereits seit zwei Jahren an einem Hirntumor. Er hinterlässt seine Frau und drei Kinder.

Die letzten Tage wachte Franz laut BamS am Krankenbett seines Sohnes, ansprechbar war er da aber wohl nicht mehr. Das Verhältnis der beiden war nicht immer so gut, Franz hatte einst in der Talkshow von Johannes B. Kerner zugegeben: „Ich war ein schlechter Vater.“ In den letzten Jahren hätten die beiden wieder zueinander gefunden, heißt es.

Die Nachricht vom Tod sorgte aber nicht nur in München für Entsetzen. „Tief betroffen vom frühen Tod von Stephan“, schrieb FIFA-Präsident Sepp Blatter bei Twitter. „Meine Gedanken sind bei meinem Freund Franz und seiner Familie.“ Auch Bastian Schweinsteiger postete: „Die Nachricht über den Tod meines Jugendtrainers Stephan Beckenbauer macht mich sehr traurig. Mit meinen Gedanken bin ich bei seiner Familie.“

An der Säbener Straße war Beckenbauer seit seinem Karriereende 1997 in der Nachwuchs-Ausbildung aktiv, bis 2012 leitete er die U17 und prägte damit eine ganze Fußballer-Generation mit: Von Schweinsteiger und Lahm über Rensing und Ottl bis zu Müller, Badstuber und Hummels – alle wurden auch von ihm trainiert. In der Jugendarbeit fand der Familienvater letztlich sein fußballerisches Glück, denn auf dem Platz war der Name seines Übervaters immer auch eine Belastung. „Ich bin absolut zufrieden und kann mir vorstellen, das noch ein paar Jahre weiterzumachen“, hatte Stephan der SZ noch 2010 über seine Arbeit als Nachwuchstrainer gesagt. Eine Karriere als Profi-Trainer strebte er nicht an – dann wäre er wieder der Sohn des Trainer-Weltmeisters gewesen. „Ich bin froh, in die Stadt gehen zu können und nicht alle drei Meter angesprochen zu werden“, sagte er damals.

Aber er habe schon „immer nur Fußball spielen“ wollen und sei deshalb bewusst „in denselben Bereich“ wie sein Vater gegangen, sagte Stephan einst. Seine Brüder Michael und Thomas wählten andere Berufe und mussten sich nicht dem Vergleich mit dem Vater stellen. Stephan aber war immer der Sohn von Franz. Für seinen Vater war er nur eines: sein geliebter Sohn. Nur gut einen Monat vor seinem 70. Geburtstag am 11. September muss der Kaiser nun den Tod seines Sohnes verarbeiten.

Franz: 4 Söhne, 1 Tochter

Franz Beckenbauer weint um seinen drittgeborenen Sohn. Stephan Beckenbauer starb am Wochenende an einem Hirntumor. Die Familienverhältnisse des Kaisers sind Legende. Franz selbst wurde 1945 als Sohn des Postobersekretärs Franz Beckenbauer sen. und dessen Frau Antonie (* 23. Juni 1913; † 11. Januar 2006) in Giesing geboren. Er hat vier Söhne und eine Tochter:

  • Thomas (geb. 1963) stammt aus einer Liaison mit Ingrid Grönke, einer Versicherungsangestellten. Damals war Beckenbauer noch nicht einmal 18 Jahre alt. Thomas arbeitet als Vermögensverwalter in der Schweiz.
  • Michael (geb. 1966) und Stephan (geb. 1968) stammen aus Beckenbauers erster Ehe mit Brigitte Wittmann, die 1990 geschieden wurde.
  • Im Jahr des Weltmeistertriumphes in Italien heiratete Beckenbauer die DFB-Sekretärin Sybille Weimar. Seine zweite Ehe blieb kinderlos und wurde im November 2004 geschieden.
  • Seine Frau Heidi (geborene Burmester) brachte 2001 den gemeinsamen Sohn Joel Maximilian zur Welt. Der tauchte zuletzt häufiger in der Öffentlichkeit an der Seite seiner Eltern auf. Beckenbauers erste Tochter Francesca Antonie wurde am 28. Oktober 2003 geboren.

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