In der ARD-Sendung "Hart aber fair"

Stoiber verteidigt Hoeneß im TV gegen Kabarettisten

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Edmund Stoiber (l.) lieferte sich mit Serdar Somuncu (r.) bei "hart aber fair" einen heftigen Schlagabtausch.

München - In einer Talk-Runde um die Steuer-Affäre von Uli Hoeneß sind Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber und der Kabarettist Serdar Somuncu aneinandergeraten.

Am Montagabend war Bayerns Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber in der ARD-Sendung "hart aber fair" zu Gast. Das Thema des Abends: "Von Schurken und Helden – wie hat 2014 die Welt verändert?" Gemeinsam mit dem 73-Jährigen waren neben Moderator Frank Plasberg auch Grünen-Politikerin Claudia Roth, Journalist und Moderator Ulrich Meyer (Sat.1), Ex-WDR-Intendant Fritz Pleitgen und Kabarettist Serdar Somuncu zu Gast. Und natürlich fiel bei diesem Thema der Name Uli Hoeneß.

Als sich die Runde der Steuer-Affäre des Ex-Bayern-Präsidenten widmet, ergreift Stoiber das Wort. Er erinnert an das Interview, das DFB-Kapitän Bastian Schweinsteiger nach dem gewonnenen WM-Finale gegeben hatte. Dieser dankte darin Hoeneß und würdigte den Anteil dessen an dem Triumph. Stoiber: "Ich finde das mutig, wenn sich jemand zu einem Mentor, zu einem Freund bekennt, auch wenn er eine Straftat begangen hat und zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden ist."

Stoiber: "Der Schaden wird bereinigt"

Das sieht Kabarettist Somuncu anders: "Nein, das sind Floskeln. Auch Respekt zu haben vor jemandem, der zurückgetreten ist, ist immer eine Floskel. Es heißt: 'Gott sei Dank ist er weg'. Ich glaube, das Problem bei Uli Hoeneß ist, dass er eine Doppelmoral an den Tag gelegt hat." Und er zieht einen Vergleich: "Wenn ich eine Bank überfalle, dann nehme ich eine Strafe in Kauf. Ich kann dann nicht sagen "ich habe aber vorher den Rasen gemäht und bin ein guter Mann'."

Es bleibt nicht der einzige Zusammenstoß der beiden Herren. Stoiber stellt klar: "Hoeneß ist ein Freund. Jetzt macht er den schwersten Fehler seines Lebens, zerstört seinen Ruf und auch seine berufliche Existenz. Er akzeptiert das, muss er ja. Aber er weiß auch, dass er hier den schwersten Fehler seines Lebens gemacht hat und er büßt ja auch dafür. Diese Straftat, der Schaden wird ja durch die Bezahlung und die Zinsen bereinigt. Weil das Geld, das er hätte zahlen müssen, nachträglich gezahlt wird und es kommt eine gewaltige Strafe drauf."

Somuncu fällt Stoiber ins Wort: "Abenteuerliche Rede ist das gerade..." Der Ex-Ministerpräsident wiederum wirft in die Runde: "Lässt man dann diesen Freund alleine deswegen fallen oder bleibt der auch ein Freund?"

Steuer-Affäre Hoeneß - eine Chronologie

Steuer-Affäre Hoeneß - eine Chronologie

Somuncu zu Stoiber: "Jetzt wird es aber rührend"

Wenige Momente später wird Stoiber auf seinen Besuch bei Hoeneß in der JVA Landsberg angesprochen. Er erzählt: "Wissen Sie, man bekommt natürlich auch zu spüren, wie man angegriffen wird, wenn man sich zu einem Freund in dieser Situation auch bekennt."

Somuncu wirft ein: "Jetzt wird es aber rührend, der arme Mann, das tut einem ja fast schon Leid. Das mag ihr Freund sein. Wir reden aber darüber, ob er mit Vorsatz Steuern hinterzogen hat." Ulrich Meyer versucht zu schlichten und meint: "Das haben wir doch schon geklärt. Die Bundesrepublik nimmt doch nicht Rache an dem Mann." Doch Somuncu lässt nicht locker: "Der Fehler, den er gemacht hat, mag sein, dass er sich hat erwischen lassen. Aber stellen Sie sich mal die Dimension vor. Es ging nicht um die 30 Millionen, die er mühsam zugegeben hat. Es ging um viel mehr."

Stoiber: "Es geht doch darum, kann ich meine Schuld wieder revidieren. Kann ich, wenn ich meine Strafe abgesessen habe, dann in der Lage, am normalen Leben teilzunehmen."

Somuncu: "Nein, es geht darum, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Sie können das eine doch nicht mit dem anderen aufwiegen! Das, was Sie die ganze Zeit sagen, ist: 'Auf der einen Seite hat er so viel Gutes getan, deswegen darf er sich das erlauben." Moderator Plasberg schafft es, das Wortgefecht der beiden hier zu beenden, indem er humorvoll Fritz Pleitgen das Wort erteilt.

Das Gespräch ist hier in der Das-Erste-Mediathek zu sehen.

Stoiber verteidigte seinen Freund vehement. Wie nahe ihm die Situation von Hoeneß geht, merkte man ihm aber sichtlich an...

fw

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