Paderborn-Rekordtorschütze im tz-Interview

Stoppelkamp über den FCB und seinen 1860-Abschied

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Moritz Stoppelkamp wechselte vor der Saison zum SC Paderborn.

München - Der SC Paderborn kommt am Dienstag als Tabellenführer in die Allianz Arena, um bei den Bayern anzutreten. Einer, der sich dort bestens auskennt, ist Moritz Stoppelkamp. Die tz traf den Ex-Löwen zum Interview.

Wird der 20. September jetzt ein Feiertag in Paderborn? Zumindest ein inoffizieller. „Die Tabelle kann man ausschneiden. Daraus kann der Fanshop eine schöne Tapete machen“, sagte Manager Michael Born, nachdem der Liga-Neuling am Samstag um 17.20 Uhr die Tabellenführung übernommen hatte. Acht Punkte hat der Aufsteiger aus Ostwestfalen schon geholt, zuletzt dreimal zu null gespielt. „Alles bei uns ist ein Produkt harter Arbeit und kein Zufall“, betonte Coach André Breitenreiter nach dem 2:0 gegen Hannover. Elias Kachunga stellte mit seinem dritten Saisontreffer (71.) die Weichen auf Sieg, Moritz Stoppelkamp setzte mit seinem 83-Meter-Treffer den spektakulären Schlusspunkt in der Nachspielzeit.

Ex-Löwe Stoppelkamp: Sein Rekord-Tor im Video

Glückwunsch, Herr Stoppelkamp! Wie oft haben Sie sich Ihr Tor schon in der Wiederholung angesehen?

Stoppelkamp: Bei Sky, in der Sportschau… Und da werden noch einige Male dazukommen. War ja kein gewöhnliches Tor.

Allerdings. Ihr Trainer André Breitenreiter meinte, so ein Tor schieße man nur einmal im Leben. Werden Sie’s trotzdem noch mal versuchen, gegen Bayern zum Beispiel?

Stoppelkamp: (lacht) Klar, wenn sich die Gelegenheit ergibt, haue ich wieder drauf. Aber man muss schon sagen, gegen Hannover hat einfach alles gepasst. Der Zieler (96-Torwart Ron-Robert Zieler, d. Red.) war nach vorne gekommen, ich hab den Ball optimal getroffen, der Platz war feucht. Perfekt!

Haben Sie eine solche Aktion schon mal im Training versucht?

Stoppelkamp: Nicht wirklich. So was kann man nicht trainieren, das war Instinkt.

Wie ordnen Sie die Tabellenführung nach vier Spieltagen ein?

Stoppelkamp: Als schöne Momentaufnahme. So ordnen wir das alle ein hier, wir sind ja nicht größenwahnsinnig. Die acht Punkte nimmt uns keiner mehr, die sind wichtig, damit wir unser Ziel erreichen – den Klassenerhalt.

Am Dienstagabend um 20 Uhr geht’s in der Allianz Arena gegen den FC Bayern. Für Sie persönlich eine Art Heimspiel?

Stoppelkamp: Ich kenne das Stadion natürlich gut, schließlich habe ich zwei Jahre mit Sechzig dort gespielt. Aber ein Heimspiel? Es ist ein besonderes Spiel. Für die ganze Mannschaft.

Ein „echtes Spitzenspiel“, wie Sie am Samstag im Fernsehen gesagt haben.

Stoppelkamp: Ja, mit einem Augenzwinkern. Auch jetzt gegen Hannover war es von der Tabelle her ein Spitzenspiel. Für uns geht es gegen Bayern einfach nur darum, das beizubehalten, was uns bisher so stark gemacht hat. Jeder muss über die Schmerzgrenze gehen. Wenn’s am Ende nicht reicht, wenn Bayern einen normalen Tag hat, dann ist das halt so. Aber das heißt nicht, dass wir im Vorfeld schon mit einer knappen Niederlage zufrieden wären, wirklich nicht. Wir kommen sicher nicht nur zum Trikottauschen nach München.

Wie intensiv verfolgen Sie Ihren Ex-Klub 1860 noch?

Stoppelkamp: Wenn es zeitlich geht, gucke ich jedes Spiel und drücke Sechzig die Daumen.

Bislang mit überschaubarem Erfolg…

Stoppelkamp: Dass es bei Sechzig nicht einfach ist, hab ich selbst erlebt. Das Umfeld wird extrem leicht unruhig, die Mannschaft wurde im Sommer komplett umgebaut, das braucht Zeit, bis alles funktioniert. Diese Zeit sollte man dem Trainer und der Mannschaft auch geben.

Warum wollten Sie den Weg bei 1860 nicht mehr mitgehen?

Stoppelkamp: Ich war in Vertragsgesprächen mit Florian Hinterberger. Als er weg war, lag das alles ein bisschen auf Eis.

Also war Gerhard Poschner der Grund?

Stoppelkamp: Nein, an Herrn Poschner lag’s nicht. Ich will da jetzt auch kein Fass aufmachen. Als das Angebot aus Paderborn kam, wollte ich die Chance ergreifen, wieder in der Bundesliga zu spielen, ganz einfach. Und zum Glück hab ich’s gemacht.

Interview: lk

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