Stuttgart reist forsch an

Zorniger will dem FC Bayern "weh tun"

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Hält auch gegen den FC Bayern an seinem Masterplan fest: Stuttgarts Trainer Alexander Zorniger will die Defensive der Roten beschäftigen.

Stuttgart - Viele Gegner des FC Bayern igeln sich ein. Der VfB Stuttgart dagegen will in München aggressiv auftreten und nach vorne spielen. So lautet der Plan von Trainer Alexander Zorniger.

Alexander Zorniger muss sich so manchen Vorwurf gefallen lassen. Dass er ein schwäbischer Dickschädel sei etwa, ja, dass er unbeirrbar, vielleicht gar unbelehrbar an seinen Ideen festhalte. Aber dass er nicht mutig wäre, womöglich sogar ängstlich angesichts eines übermächtigen Gegners, wie es der FC Bayern derzeit ist, das lässt sich der Trainer des VfB Stuttgart nicht nachsagen. „Wir können schon auch ein paar Sachen, die München weh tun“, sagte Zorniger vor dem Duell am Samstag (15.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) in München.

Sich mit Fünfer- oder Sechserkette einmauern wie zuletzt der 1. FC Köln oder Eintracht Frankfurt? Nicht mit Zorniger! „Wir werden nicht 90 Minuten gegen sie verteidigen - weil wir es nicht können“, sagte er. Eine sture Defensivtaktik passt schlicht nicht mehr zur neuen DNA der Schwaben, die ihnen Zorniger mit Nachdruck eingepflanzt hat. Der VfB soll auch gegen die Bayern hoch stehen - und sein Spiel aus Pressing und Gegenpressing aufziehen.

Ob das nicht ein bisschen zu riskant sei, wollte kürzlich ein Reporter von ihm wissen, ob er den Über-Bayern da nicht „ins offene Messer“ laufe? Zorniger reagierte fast empört und verwies auf eine Geschichte in eben jenem Sportmagazin, für das besagter Fragesteller arbeitet. „Da stand es doch!“, rief Zorniger: „Wenn gegen sie gepunktet wurde, dann, wenn Mannschaften hoch gepresst haben. Also!“ Also soll der VfB drauf gehen.

Dutt hisst nicht die weiße Flagge

Eine Waffe könnte dabei der wiedergenesene Filip Kostic sein, eine andere der zuletzt verbesserte Youngster Timo Werner. Sportvorstand Robin Dutt stützt Zornigers Hochrisiko-Plan. „Wichtig ist, dass man nicht die weiße Flagge hisst, sondern sich vornimmt, absolut über sich hinauszuwachsen“, sagte er. Und das werde die Mannschaft wie zuletzt bei den Heimsiegen gegen die Aufsteiger FC Ingolstadt (1:0) und Darmstadt 98 (2:0) tun.

In beiden Spielen machte Zorniger Fortschritte aus - auch wenn dazwischen der Rückschlag bei Bayer Leverkusen (3:4) lag. Vor allem das Führungstor gegen 98 lässt ihn glauben, dass seine Profis seine Ideen endlich verinnerlicht haben. Der VfB erzwang es, indem er Darmstadt beim Aufbau zwei Mal den Ball abjagte. „Fußball ist keine Quantenphysik“, sagte Zorniger danach, „Fußball hat viel mit Bereitschaft und ganz, ganz viel mit Mentalität zu tun.

Ob das gegen die Bayern reicht? „Einen Masterplan gibt es gegen die Bayern nicht“, gab Zorniger zu bedenken. Aber: „Dass sie sich den Gegner hinstellen wie beim Boxkampf und die rechte Gerade rausfährt: Der Situation solltest du entgehen.“ Aber wie nur? „Wir werden versuchen, ihnen eine Aufgabe zu stellen“, sagte Zorniger. Na dann.

sid

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