Supercup-Pleite in Dortmund

DIESER Zweikampf lässt Bayern jetzt bangen

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In diesem Moment verletzte sich Javi Martinez möglicherweise schwer am Knie.

Dortmund - Dem FC Bayern ist der erste Titel der Saison durch die Lappen gegangen. Doch viel ärgerlicher und bitterer als die Niederlage im Supercup bei Borussia Dortmund ist die möglicherweise schwere Verletzung von Javi Martinez. 

Die Angst geht um an der Säbener Straße. Noch nie habe der FC Bayern nach einem Weltmeistertitel die Deutsche Meisterschaft gewonnen, unken seit Wochen die als Statistiker verkleideten Untergangspropheten. Und einen Supercup schon zweimal nicht. Alaaaarm!

„Aufwachen, Herrschaften“ würde Paul Breitner an dieser Stelle wohl sagen. Das 0:2 (0:1) im Supercup bei Borussia Dortmund war dem Weltmeister von 1974 wohl ebenso wurscht wie den meisten seiner Nachfolger. Auch Dortmunds Trainer Jürgen Klopp führte nach der erfolgreichen Titelverteidigung keine Freudentänze auf (letztes Jahr hatte Dortmund 4:2 gegen den FCB gewonnen). „Wir haben’s toll verteidigt, waren ein unangenehmer Gegner und haben den Supercup hochverdient gewonnen“, analysierte der BVB-Coach im ausverkauften Westfalenstadion, um den Stellenwert der Partie zwei Atemzüge später richtig einzuordnen: „Beide Mannschaften waren nicht auf der Höhe ihrer Schaffenskraft.“ Immerhin: Rekordsupercupsieger dürfen sich die Dortmunder mit nun fünf Titeln nennen. Klopp gewohnt schlagfertig: „Da machen wir ein T-Shirt draus.“

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Alles Banane, ein Muster ohne Wert? Für Dortmund war es nach dem harschen 0:4 gegen Liverpool am vergangenen Sonntag Wiedergutmachung samt Stärkung des Selbstvertrauens. Für den FC Bayern neun Tage vor dem Bundesliga-Auftakt gegen den VfL Wolfsburg der (erwartete) Beweis, dass noch einiges fehlt für den Ernstfall.

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22:4 Torschüsse hatten die Dortmunder am Ende vorzuweisen. Bis auf die ersten zehn Minuten, in der Bayern mit drei Weltmeistern (Neuer, Müller, Boateng) sein Ballbesitzspiel aufziehen konnte, war der BVB das bessere, weil zielstrebigere Team. Das Pressing der Dortmunder behagte dem Mittelfeld des FCB um Sebastian Rode und Talent Gianluca Gaudino überhaupt nicht, auch die von Javi Martínez organisierte Dreierkette erwies sich als wenig stabil. Fast hätte ein Rückpass des später mit Verdacht auf Kreuzbandriss ausgewechselten Spaniers in der 17. Minute zum 0:1 geführt, Manuel Neuer konnte den Ball gerade noch von der Linie schlagen. Sechs Minuten später war der Keeper ohne Abwehrchance. Mkhitaryan hatte den Ball nach einem Solo glücklich von Aubameyang zurückgelegt bekommen, der Schuss aus zwölf Metern prüfte die Festigkeit des Tornetzes.

Mit Lahm für Müller wollte Guardiola dem Spiel im zweiten Durchgang mehr Struktur geben, der weitgehend abgemeldete ­Lewandowski scheiterte in der 47. Minute an Langeraks rechter Schulter, das war’s mit echten Bayern-Chancen. Aubameyang sprang nach einem Doppelpass mit Piszczek höher als Boateng, besorgte per Kopf das 2:0 (62.).

Fazit Guardiola: „Man hat gesehen, dass wir noch Zeit brauchen. Wir haben probiert, gut zu spielen, aber hatten Probleme mit der Spielkontrolle. Wir müssen noch viel trainieren, sind aber hinter der Zeit.“ Ein kleines bissl Alarm quasi.

lk, sw

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