Supermodern: Das Bayern-Labor

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Am digitalen Schnittplatz an der Säbener Straße schneiden Michael Henke und Assistent Michael Niemeyer Videosequenzen zusammen.

Es ist der Blick in die neue Welt des modernen Fußballs. Überall Kabel, Monitore, Laptops.

Auf dem riesigen Touchscreen kann Henke die Spieler mit der Hand hin und herbewegen.

Hinter einem der riesigen Bildschirme sitzt Michael Henke. Ehemals Co-Trainer von Ottmar Hitzfeld, jetzt Chef-Analytiker bei den Bayern. Henkes Aufgabe: Er nimmt in Klinsmanns Auftrag nicht nur die Gegner mit deren Stärken und Schwächen unter die Lupe, er analysiert auch die eigenen Profis. Henke ist sozusagen Klinsmanns Hirn.

Der neueste Clou: in Zukunft will Klinsmann schon in der Halbzeit eine Videoanalyse des laufenden Spiels machen. Henke: „Das ist Pionierarbeit für die Bundesliga.“ Und Henke und sein Assistent Michael Niemeyer tüfteln an weiteren Revolutionen. Einer videogestützten Spielerdatenbank beispielsweise, oder einer Funkverbindung zwischen der Trainerbank und den Analytikern unter dem Dach der Arena. Henke ist Klinsmanns Chef-Entwickler im neuen Bayern-Labor.

Der erste Testlauf am vergangenen Samstag war erfolgreich. Im Spiel gegen Cottbus hätte Klinsmann erstmals schon in der Pause eine Videoanalyse machen können. „Wir haben während der ersten Halbzeit Szenen zusammengeschnitten. Die hätten wir in der Pause in die Kabine senden können. Das System hat ohne Probleme funktioniert.“ In den vergangenen Wochen waren in der Allianz Arena dazu aufwendige Umbauten realisiert worden. Videoanalyse schon in der Halbzeit – die Spieler fänden’s gut. Philipp Lahm: „Es hilft natürlich wenn man sich Bilder ansehen kann. Das ist besser als Fehler nur an einer Tafel erklärt zu bekommen.“

1860 zwischen Transfers und Analyse

Die Bayern feiern gegen Bukarest Premiere: Erstmals analysiert Trainer Klinsmann in der Halbzeit die Spielszenen auf einem Bildschirm. Löwen-Coach Marco Kurz möchte das Analysetool jedoch nicht um jeden Preis.

Henke und Niemeyer haben sich im sechsten Stock der Allianz Arena eine Art Regieraum eingerichtet. Direkt unter dem Dach, mit perfekter Sicht auf das Spielfeld. „Von dort haben wir einen sehr guten Blick und können während des Spiels einzelne wichtige Szenen zusammenschneiden und in die Kabine senden.“

Im Spiel gegen Bukarest sollen die Trainer nun erstmals die Bilder bekommen und einen Eindruck erhalten, wie eine Videoanalyse zur Pause ablaufen könnte. „Natürlich wird das nicht in jedem Spiel zum Einsatz kommen. Die Trainer hätten aber nun die Möglichkeit mit einzelnen Spielern bestimmte Situationen visuell zu besprechen“, erklärt Henke, der selbst die Idee für das Projekt hatte. „Jürgen Klinsmann war begeistert von der Idee, die anderen Trainer auch.“ Nach vielen Wochen der Vorbereitung ist sie nun Realität. „Klinsmanns Anspruch ist es ja, jeden Spieler jeden Tag besser zu machen. Auf diesem Niveau geht das nur noch über Detailarbeit.“ Und dazu gehört noch viel mehr.

Die Analyse der Gegner zum Beispiel. Henke und Niemeyer stellen den Trainern 10 bis 15-minütige DVDs zusammen, in denen die Stärken und Schwächen der kommenden Gegner dargestellt werden. „Unser Ziel ist es, den Trainern alle nur möglichen Informationen zu geben“, sagt Niemeyer. Auch über die eigenen Spieler. Die bekommen in unregelmäßigen Abständen DVDs mit eigenen Szenen, die sie gemeinsam mit den Trainern anschauen. Henke: „Wir haben auch in diesem Bereich das Ziel die Besten zu sein. Wir entwickeln hier Sachen, die es noch gar nicht gibt. Das ist in der Bundesliga einmalig.“ Typisch Klinsmann: Er will eben in allem ganz vorne dabei sein.

Videoanalyse: Beim Eishockey erfunden

Die Analyse anhand von bewegten Bildern – ein System, das sich mittlerweile in vielen Sportarten durchgesetzt hat. Erfunden wurde es beim Eishockey: Von Roger Neilson, einem legendären kanadischen NHL-Trainer. Neilson war ein Visionär in jeder Hinsicht. Er führte Gymnastik beim Aufwärmen ein und er war der erste, der seinen Spielern kleine Film-Sequenzen vorführte. Das brachte ihm den Namen „Captain Video“ ein. Auch in anderen Sportarten sind Videos ein erfolgreiches Mittel der Fehleranalyse. Im Bogenschießen beispielsweise, oder im Kanu-Slalom. Olympia-Sieger Alexander Grimm: „Viedeoanalyse ist eine gute Hilfestellung. So kann man sich mit der Konkurrenz vergleichen.“ Und auch wenn Jürgen Klinsmann technisch auf dem allerneusten Stand ist – der erste, der Videoanalyse in der Halbzeit machte, ist ein anderer: BVB-Coach Jürgen Klopp, seit Beginn der Saison.

Komfort pur: Der Mannschaftsbus des FC Bayern - und wer wo sitzen darf

Komfort pur: Der Mannschaftsbus des FC Bayern - und wer wo sitzen darf © 
Das ist der neue Stolz des FC Bayern! © dpa
Außen das Bayern-Logo und innen größtmöglicher Komfort: Der neue Mannschaftsbus soll den FC Bayern noch sicherer und entspannter zu den Spielen bringen - damit sie sich auch bei Auswärtsauftritten fühlen wie zu Hause. © dpa
Uli Hoeneß gefällt das neue Gefährt so gut, ... © dpa
... dass er am liebsten gar nicht mehr aussteigen möchte. Doch auch die Busfahrer Michael Lauerbach (l) und Sandra König (M) möchten mal ran. © dpa
Der Vorstandsvorsitzende der MAN Nutzfahrzeuge Gruppe, Anton Weinmann (r.) ist merklich stolz auf sein Werk. © dpa
Der Reisebus ist Typ MAN Lions Coach L Supreme. © MAN
So sieht er ohne Bayern-Druck aus. © MAN
Und so im Bayern-"Trikot". Der Bus verfügt über verschiedene Sonderausstattungen. Zum Beispiel Ledersitze, Küche und einer Deckenbeleuchtung, die einem Sternenhimmel ähnelt. © MAN
Dank 480 PS unter der Haube dürfte das Team nie mehr zu spät zum Anpfiff kommen. Und mit den ganzen Multimedia­einrichtungen, wie zum Beispiel einem Premium-Soundsystem von Bang & Olufsen, vier 19 Zoll TFT-Bildschirmen, DVD-Anlage und W-LAN Vorbereitung wird den Profis auch nie langweilig. © MAN
So sieht der Bus von innen aus. Auch einen Sitzplan gibt es schon. Wir zeigen Ihnen in der Folge, wer wo Platz nehmen darf. © MAN
ERSTE REIHE LINKS: Christian Nerlinger (Platznummer 01) und Uli Hoeneß (02). Teammanager Christian Nerlinger (Foto) hat sich also nicht nur die Nummer 1, sondern auch einen echten Ehrenplatz ... © sampics
... neben Uli Hoeneß (02) ergattert. © sampics
ERSTE REIHE RECHTS: Martin Vasquez (03) kann sich auf dem Weg zu den Spielen mit seinem Chef ... © sampics
... Jürgen Klinsmann (04) noch über die Aufstellungen oder taktische Finessen unterhalten. © sampics
ZWEITE REIHE LINKS: Die niedrigste Nummer unter den Spielern hat sich der italienische Neuzugang Massimo Oddo (05) ergattert. Er nimmt neben ... © sampics
... Hamit Altintop (06) Platz. © dpa
ZWEITE REIHE RECHTS: Hier ist Platz für einen Teil von Klinsmanns Trainerstab: Scout Nick Theslof (07, Foto) und Fitnesscoach Marcelo Martins (08). © dpa
DRITTE REIHE LINKS: Der Sturm in einer gemeinsamen Sitzreihe. Luca Toni (09) hockt nicht nur seinem Landsmann Massimo Oddo gegenüber, sondern kann sich schon mal drauf einstellen, von seinem Nebensitzer ... © dpa
... Lukas Podolski (10) das eine oder andere Mal angejuxt zu werden. © dpa
DRITTE REIHE RECHTS: Hier sitzen die Mediziner: Fitnesscoach Oliver Schmidtlein (11, Foto) und Dr. Rüdiger Degwert (12) können sich auf den Busreisen über die Werte der Spieler unterhalten. © dpa
VIERTE REIHE LINKS: Der Hüne Daniel van Buyten (13) dürfte seine Kopflehne auf eine ganz andere Höhe einstellen als sein Sitznachbar, ... © sampics
... der deutlich kleinere Franck Ribéry (14). © dpa
FÜNFTE REIHE LINKS: Die Samba-Bank. Die Brasilianer Breno (15) und ... © dpa
... Lucio (16) können hier in aller Ruhe auf Portugiesisch plaudern. © dpa
FÜNFTE REIHE RECHTS: Die neue Nummer 1 im Bayern-Tor Michael Rensing (17) verbringt die Reisen ... © dpa
... neben Christian Lell (18). © dpa
Und das ist der hintere Teil des Busses. Wer dort hockt, sehen Sie in der Folge, mit den Platznummern jeweils in Klammern. © MAN
SECHSTE REIHE: Zwei Bayern-Routiniers nebeneinander. Martin Demichelis (19) und ... © dpa
... Willy Sagnol (20) können hier gemeinsam in alten Zeiten schwelgen. © dpa
SIEBTE REIHE LINKS: Bayern Kapitän Mark van Bommel (21) kümmert sich dort rührend um ... © dpa
... José Ernesto Sosa (22), der immer noch nicht so richtig Fuß gefasst hat beim FCB. © sampics
SIEBTE REIHE RECHTS. Die beiden bayerischen Buben Philipp Lahm (23) ... © sampics
... und Andreas Ottl (24) teilen sich eine Sitzreihe. © sampics
ACHTE REIHE LINKS: Hier sitzt die Nationalelf! Miroslav Klose (25) ... © sampics
... und Tim Borowski (26) kennen sich aus dem DFB-Team schon eine halbe Ewigkeit. "Weißt Du noch, Miro, die WM 2006 ...?" © dpa
Erfahrungsaustausch im Mittelfeld - Zé Roberto (27) kann mit seiner Routine dem ... © dpa
... Juwel des FC Bayern, Toni Kroos (28), sicher noch einige Tipps geben. © dpa
Die Lümmel von der letzten Bank sitzen hier. Wobei es eigentlich nur einer ist. Der jeweilige Ersatztorwart Thomas Kraft (auf dem Foto ganz rechts) oder Hans-Jörg Butt (ganz links) sitzt auf Platz Nummer 29 und spielt den Aufpasser ... © dpa
... für Bastian Schweinsteiger. Ob die Platzeinteiler nach alter Lehrermanier vorgegangen sind und den oft etwas überdrehten Schweini absichtlich ganz in die Ecke gesetzt haben? © dpa
Hier noch einmal der Sitzplan im Überblick, falls Sie die Nummern nachschlagen möchten: Der vordere Teil des Busses... © MAN
... und der hintere Teil. © dpa

Quelle: tz

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