Die tz erklärt die Hintergründe

Mit Ulreich ist Bayern gleich mehrere Probleme los

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Sven Ulreich wechselt zum FC Bayern.

München - Der FC Bayern überrascht mit der Verpflichtung von Sven Ulreich. Die tz erklärt anhand von drei Gründen, warum der Transfer absolut Sinn ergibt.

Der FC Bayern hat Ersatz für seinen Ersatz gefunden: Sven Ulreich kommt für den zum SSC Neapel abwandernden zweiten Torwart Pepe Reina. Der 26-jährige Stuttgarter erhält einen Vertrag bis 2018, die Ablösesumme soll bei gut drei Millionen Euro liegen. Die offizielle Vorstellung fand bereits am Dienstag im FCB-Hauptquartier statt, Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen erklärte: „Sven Ulreich passt nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich perfekt zum FC Bayern München. Wir sind froh, dass er sich für uns entschieden hat.“

Ein Satz, hinter dem mehr steckt als nur eine Floskel. Denn mit der Verpflichtung des ehemaligen U 21-Nationaltorwarts ist der Meister gleich mehrere Probleme los. Die tz erklärt, warum dieser Transfer Sinn ergibt für die Roten!

Fakt Nummer eins: Ulreich ist eine klare Nummer zwei! Der Stuttgarter kommt nicht mit dem Anspruch nach München, an Manuel Neuer rütteln zu können. Mit Blick auf die Nationalmannschaft und die enorme Konkurrenz (ter Stegen, ­Leno, Trapp, u.v.m.) sind die Ambitionen Ulreichs gering. „Ich möchte meinen Teil zum Erfolg beitragen und werde immer da sein, wenn ich gebraucht werde“, erklärte der neue Mann. Er hat seine Aufgabe als Backup verinnerlicht.

Fakt Nummer zwei: Der FCB bekommt sportliche Sicherheit, sollte Neuer ausfallen. Ulreich bringt die Erfahrung von 220 Pflichtspielen für den VfB mit, hat zwei Abstiegskämpfe hinter sich. Nach Patzern und Degradierungen zur Nummer zwei hat er sich stets zurück ins Tor gekämpft. Seine Nervenstärke sowie sein langer Atem sprechen für sich.

Fakt Nummer drei: Der FC Bayern hat endlich für die nächsten Jahre Ruhe auf der Torwartposition! Mit seinen 26 Jahren kann Ulreich Manuel Neuer (29) auf lange Sicht den Rücken frei halten. Bis dato hatte man mit Reina (32) einen Mann, der mit Muskelbündelriss lange ausfiel und zudem nach nur einem Jahr schon wieder weiterziehen wollte. Auch Tom Starke (34) ist nach einem guten Einstand immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen worden (Ellbogen, Syndesmoseband, Sprunggelenk). Er geht nun als klare Nummer drei in die Saison. Zuvor versuchte man es mit dem Jungspund Lukas Raeder (21), der mittlerweile bei beim portugiesischen Erstligisten Vitória Setúbal spielt. Im Training kamen häufig die Torhüter Leopod Zingerle (21), Ivan Lucic (20) oder Daniel Müller (23) aus der Reserve zum Zug. Bevor Neuer kam, scheiterten Thomas Kraft (26) und Michael Rensing (31) bei dem Versuch, aus der Jugend kommend erster Torwart zu werden.

Bleibt zuletzt nur die Frage, warum Sven Ulreich im besten Fußballalter freiwillig auf die Bank wechselt. Seine Erklärung, „nach vielen Jahren in Stuttgart eine neue Herausforderung“ zu suchen, liest sich letztlich tatsächlich nur wie eine Floskel.

Michael Knippenkötter

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