FCB setzt auf Ersatz-Keeper

"Koan Neuer": Ulreich freut sich auf "Riesenerlebnis"

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Darf sich in Zagreb beweisen: Sven Ulreich ersetzt im letzten Champions-League-Gruppenspiel den geschonten Manuel Neuer.

Zagreb - Manuel Neuer wird im abschließenden Gruppenspiel der Champions League geschont. Damit kann sich Bayerns Ersatz-Keeper Sven Ulreich in Zagreb bewähren.

Dass sich Karl-Heinz Rummenigge für Radsport interessiert, war bislang ein gut gehütetes Geheimnis des Vorstandsvorsitzenden von Bayern München. Rummenigge lüftete es selbst erst auf der Jahreshauptversammlung Ende November, als er über die neuen Spieler beim Fußball-Rekordmeister sprach und dabei einen gewissen „Jan Ullreich“ erwähnte. Es war ein Versprecher, der tief blicken ließ. 

Denn natürlich haben die Münchner nicht etwa Jan Ullrich, den schlecht beleumundeten Tour-Sieger von 1997, als Konditionstrainer oder medizinischen Ratgeber verpflichtet. Stattdessen spielt seit Sommer ein gewisser Sven Ulreich in München. Spielt? Nun ja. Der ehemalige Stuttgarter steht so sehr im Schatten von Weltmeister Manuel Neuer, dass selbst der eigene Chef so seine Schwierigkeiten mit dessen Namen hat.

Beim sportlich bedeutungslosen letzten Gruppenspiel in der Champions League bei Dinamo Zagreb am Mittwoch heißt es erst zum zweiten Mal in dieser Saison „koan Neuer“. Stattdessen darf sich Ulreich freuen auf ein „Riesenerlebnis“, wie er mit einem Funkeln in den Augen sagte. Von der Königsklasse habe er „lange geträumt“. Nervös sei er aber nicht. Bei seinem Debüt im Bayern-Trikot in der ersten DFB-Pokalrunde beim Fünftligisten FC Nöttingen (3:1) hatte Ulreich jedoch fahrig gewirkt und das Gegentor verschuldet.

Ulreich schaut sich viel von Neuer ab

Dennoch betonte Ulreich, er sei beim FC Bayern „ein besserer Torwart geworden“ - auch, weil er sich „viel von Manu abschauen konnte“. Er verstehe sich gut mit der unumstrittenen Nummer eins, meinte Ulreich, mit Neuer oder Thomas Müller könne man „immer Spaß haben“. Ansonsten zählt er die Reservisten-Kollegen Joshua Kimmich, Jan Kirchhoff und Sebastian Rode zu seinen Kumpels in der Mannschaft.

Trainer Pep Guardiola schätzt den 27-Jährigen, wie er in Zagreb erklärte. „Sven ist ein guter Torwart, aus diesem Grund ist er bei Bayern München“, sagte er. Es sei nicht einfach als klare Nummer zwei, „vor allem hinter Manuel Neuer“. Deshalb wolle er Ulreichs Leistung in Zagreb gar nicht groß analysieren: „Ich kenne seine Qualität, das ist das Wichtigste.“

Probleme in der Strafraumbeherrschung

In Stuttgart galt Ulreich als starker Linientorwart, der Probleme bei der Strafraumbeherrschung und Spieleröffnung hat. Seinen Platz zwischen den Pfosten verlor er deshalb immer mal wieder. Die vielen langen Bälle beim VfB, sagte er im November den Stuttgarter Nachrichten, „haben die meisten Trainer von mir gefordert“. Er wisse, „dass ich fußballerisch nicht zu den Allerbesten gehöre. Aber ich kann mit beiden Füßen spielen“. Speziell in diesem Bereich habe er in München dazugelernt, dazu kleine Details wie seine Sprungtechnik verändert.

Dass er beim FC Bayern mit 27 „in Rente“ gegangen sei, wie es bei seinem Wechsel spöttisch hieß, wies Ulreich bestimmt zurück. „Ich wusste ja, worauf ich mich einlasse. Glauben Sie mir: Ich fühle mich sehr gut - auch abseits des Vereins.“

Im Januar wird seine schwangere Frau Lisa zu ihm nach München ziehen, das Haus in Stuttgart wird Ulreich aber behalten. Genau wie seinen Stammplatz auf der Bayern-Bank im Schatten des großen Manuel Neuer.

sid

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