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Coman widerspricht Nagelsmann: Bayern-Star lehnt „Joker“-Rolle ab

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Von: Christoph Klaucke

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Kingsley Coman sieht sich beim FC Bayern „eher als Stürmer“. Die „Joker“-Rolle im System von Trainer Julian Nagelsmann lehnt er ab.

München – Kingsley Coman hat sich in den letzten Jahren zu einer unverzichtbaren Größe beim FC Bayern entwickelt. Der Offensivmann kam im Sommer 2015 als 19-jähriges Toptalent nach München und ist mittlerweile zum Superstar gereift. Einzig die Kapitäne Manuel Neuer und Thomas Müller sind länger dabei als Coman. Unvergessen sein Siegtor im Finale der Champions League vor zwei Jahren.

Auch neben dem Platz übernimmt Coman Verantwortung, rückte in den Mannschaftsrat auf und gilt als wichtiges Bindeglied für die Franzosen-Clique beim FC Bayern München. Der Flügelflitzer will insbesondere nach dem Abgang von Robert Lewandowski vorangehen und mehr Tore schießen. Um dieses Ziel zu erreichen, widerspricht Coman sogar Trainer Julian Nagelsmann und fordert eine zentralere Rolle im neuen Spielsystem ein.

Kingsley Coman
Geboren: 13. Juni 1996 (Alter 26 Jahre), Paris, Frankreich
Verein: FC Bayern
Position: Außenstürmer
Vertrag bis: 30.06.2027

FC Bayern: Kingsley Coman sieht sich „eher als Stürmer“

„Ich kann die Zehn auf der linken und auf der rechten Seite spielen“, sagte Coman im kicker. Der 26-Jährige will nicht mehr nur über die Flügel wirbeln. „Früher habe ich immer auf der Zehn gespielt. Ich bin sehr flexibel – und eher ein Stürmer als ein Joker.“ Mit Joker meint Coman den Außenbahn- oder auch Schienenspieler in Nagelsmanns System, diese Position erfordert zudem mehr Defensivaufgaben.

Bayern-Star Kingsley Coman will nicht mehr als „Joker“ im Nagelsmann-System spielen.
Bayern-Star Kingsley Coman will nicht mehr als „Joker“ im Nagelsmann-System spielen. © Michael Taeger/Imago

Coman macht Trainer Julian Nagelsmann also indirekt eine Ansage, intern sollen sich die beiden über den Positionswechsel bereits unterhalten haben. Im 4-2-2-2-System übernimmt Coman ohnehin schon zumeist den zentralrechten Part hinter der Doppelspitze. Nagelsmann sieht in Coman „einen der besten Außenstürmer in Europa, wenn nicht mit der Beste“. Seine Haken, die er schlägt, „sind unfassbar“, so der Chefcoach, „sein Eins-gegen-eins auf engem Raum herausragend“. Auch Leroy Sané machte Nagelsmann eine Ansage und bat den Trainer um Versetzung.

Kingsley Coman: FC-Bayern-Transfer stand auf der Kippe

Dabei hätte Coman die Bayern beinahe schon nach zwei Jahren wieder verlassen. Der Franzose war zunächst nur von Juventus Turin ausgeliehen. „Das war damals ein Kraftakt, Kingsley zu verpflichten“, erinnert sich Michael Reschke, zwischen 2014 und 2017 Technischer Direktor beim FC Bayern. Die Bosse diskutierten offenbar lange darüber, ob sie die Kaufoption für 21 Millionen Euro ziehen sollen oder nicht. „Ich habe einen Kniefall gemacht“, erzählt Reschke. „Weil ich wusste, dass Kingsley etwas ganz Besonderes hat.“

Anfang des Jahres verlängerte Coman seinen Vertrag sogar bis 2027 – ein Vertrauensbeweis. „King ist genial“, schwärmt CEO Oliver Kahn. „Deshalb wollten wir ihn unbedingt behalten, weil er in den Jahren, in denen er hier ist, die DNA des FC Bayern verinnerlicht hat, dass man hier jeden Tag immer alles gibt.“ Der Vorstandsboss freut sich, dass „sich King in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt hat“ und sagt: „Er ist absolute Weltklasse und eine Attraktion für die Fans – technisch in Höchstgeschwindigkeit einer der besten Spieler weltweit, einer der besten Dribbler und auch im Abschluss immer gefährlich.“ (ck)

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