Jetzt drohen die Bayern wieder der Liga

"Tabellenführer? Nur eine Frage der Zeit"

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Jürgen Klinsmann bläst zum Angriff auf die Tabellenspitze.

Fünf Siege in Folge, ein Punkt hinter der Tabellenführung – die Bayern sind wieder da! Nach dem Holperstart in die erste Klinsi-Saison zeigt der FC Bayern seit Wochen nun wieder sein wahres Gesicht: Das des Siegers.

Auf Schalke spielte Bayern wie zu besten Zeiten. Kompakt in der Defensive und eiskalt vor dem Tor: Das 1:0 durch Luca Toni fiel, da war Schalke noch gar nicht richtig auf dem Platz. Und das 2:1 durch Ribéry schoss Bayern ausgerechnet in Schalkes größter Druckphase. Jürgen Klinsmann: „Wir wollen so schnell wie möglich wieder auf Platz eins stehen, das ist unser Anspruch. Wenn die Punkte weiter so kommen, ist es nur noch eine Frage der Zeit.“

Bayern gegen Schalke: Die Spieler in der Einzelkritik

Michael Rensing: Bekam eine Menge gefährliche Dinger auf den Kasten und hielt (fast) alle. Beim Ausgleich hätte er etwas länger stehen bleiben können – so bekam er ihn durch die Beine. Trotzdem kein Vorwurf. Gute Reflexe. Die Flanken kann er zwar wegdrücken, die Gefahr vereitelt er dabei nicht ganz. Kurz vor Schluss dann aber noch ein grober Schnitzer, als er eine Flanke unterläuft. Note: 4 © dpa
Massimo Oddo: Unkonzentriert und hektisch. Oft einen Haken zu viel. Verlor Bälle, bei denen keine Gefahr in Verzug herrschte. War permanent in der Defensive beschäftigt, erledigte die Aufgaben, tat aber nicht mehr als notwendig. Note: 4 © dpa
Lucio: Klärte häufig in höchster Not. Hatte viel zu tun. Auch, wenn es nicht immer ästhetisch aussah, entschäfte er so gut wie immer die Situation. Note: 3 © dpa
Martin Demichelis: Konnte den Fehler seiner Vorderleute beim 0:1 nicht ausbügeln. Hatte eine Menge zu tun, weil die Schalker unglaublich viel und gut in der Vorwärtsbewegung taten. Fast 70 Prozent Ballbesitz für Königsblau bedeutete in der Anfangsphase eine Menge Defensiv-Arbeit. Kein Fehler nach dem Tor der Schalker. Note: 3 © dpa
Zé Roberto: Wieder auf der ungeliebten Lahm-Position und ziemlich defensiv ausgerichtet, da Ribéry ausschließlich nach vorne arbeitet. Und wenn er mal bis auf die Grundlinie lief? Dann klingelte es, wie nach seiner Maßvorlage bei Ribérys 2:1. Note: 3; ab der 62. Minute: Christian Lell: Machte seine Sache anständig. Etwas überhastet, aber dafür mit vollem Einsatz. Note: 3 © dpa
Toni Kroos: Spielte für den verletzen Schweinsteiger. Der feine Techniker leitete die Führung durch seinen Super-Pass auf van Bommel ein und machte auch sonst ein gutes, diszipliniertes Spiel. Note: 3 © dpa
Mark van Bommel: Tolle Vorarbeit auf Toni zum 1:0. In der Zentrale läuft es mit Zé reibungsloser als mit Borowski. Arbeitete ordentlich nach hinten. Seine gefürchteten Diagonalpässe blieben weitestgehend aus. Stand beim Tor des Schalker schlecht. Ansonten machte er es gut. Note: 3 © dpa
Tim Borowski: Sehr unauffällig. Wenig Präsenz und zu zaghaft in den Zweikämpfen. Zu wenig Akzente in der Vorwärtsbewegung. Auch deshalb ging bei Bayern wenig durch die Mitte. Note: 5 © dpa
Franck Ribéry: Sein Fehlpass auf Zé Roberto leitete den Ausgleich ein. Weniger Tempodribblings als sonst. Manchmal zu eigensinnig. Aber dann: Die 2:1-Führung erledigte er genial und eiskalt und bereitete sie sogar mit Zuckerpass auf Zé Roberto ein. Geniales Tor. Note: 3 © dpa
Miro Klose: Ließ sich oft nach hinten fallen. Strahlte wenig Torgefahr aus, leitete aber das 2:1 durch Pass auf Ribéry ein. Mannschaftsdienlich, aber nicht durchschlagskräftig. Note: 4 © dpa
Luca Toni: Bewies seinen Torriecher. Netzte souverän zur Führung ein. Immer ein Gefahrenherd für die Schalker Hintermannschaft. In Halbzeit zwei ließ die Kraft nach. Note: 3; ab der 71. Minute: Andreas Ottl: Ohne Bewertung. © dpa

Klinsmann droht der Liga! Und es sieht so aus, als ob das keine hohle Phrase wäre, sondern ein Versprechen. „Wir müssen nur auf uns selbst schauen und unsere Spiele gewinnen“, sagt Mark van Bommel. Einen Konkurrenten um den Titel sieht der Kapitän nicht. Und Uli Hoeneß stellte fest: „Wir haben davon gesprochen, dass jetzt eine Serie kommen muss. Das war die Serie, die wir uns gewünscht und verlangt haben. Und die hat die Mannschaft uns gegeben. Wir sind jetzt ganz nahe dran und voll im Geschäft.“

Was vor Wochen noch utopisch erschien, ist jetzt zum Greifen nah: Die Herbstmeisterschaft. Kein Pokal, aber psychologisch extrem wertvoll. Denn die Bayern da weg zu bekommen, ist mächtig schwierig. Das wissen auch die anderen.

„Das Selbstvertrauen ist zurück. Die Mannschaft wächst immer mehr zusammen. Es kommt jetzt langsam zurück, dass wir aus wenigen Chancen die Tore machen“, resümiert Hoeneß.

Nur noch ein Punkt bis zur Tabellenspitze – Jürgen Klinsmanns Job wird immer mehr zur Wohlfühloase. „Wir haben es zig-mal wiederholt: Wir wollen die Herbstmeisterschaft! Wir haben Respekt vor allen, aber es ist nicht unser Ding nach Hoffenheim zu schauen. Es liegt nur an uns. Ich bin sehr optimistisch, dass wir dahinkommen, wo wir hingehören“, so Klinsmann.

Nach dem Spiel entlud sich bei ihm die pure Freude. Klinsi feierte mit den Spielern in der LaOla-Welle auf dem Feld und verriet später, wer ihn auf der Bank beruhigt: „Ich bin gottfroh, dass Uli Hoeneß neben mir sitzt, der sagt: Beruhig dich, es wird schon so kommen, wie es sein soll.“ Sieht so aus…

Die besten Sprüche von der Jahreshauptversammlung des FC Bayern

Die besten Sprüche von der Jahreshauptversammlung des FC Bayern © 
“Wissen Sie, wann 1860 das erste Mal genannt wurde: Im alten Testament: Sie trugen eigenartige Gewänder und irrten planlos umher.“ (Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge über den Lokalrivalen TSV 1860 München) © dpa
“Da staunst Du Mark, das ist die Einwohnerzahl von Holland.“ (Bayern-Präsident Franz Beckenbauer zu Kapitän Mark van Bommel mit Blick auf die 176 976 Fanclub-Mitglieder des FC Bayern München) © dpa
“Du, Kapitän, trag die Binde nicht nur spazieren, sondern tritt Deine Kollegen in den Hintern.“ (Bayern-Präsident Franz Beckenbauer zu Mark van Bommel) © dpa
“Einen Ratschlag gebe ich allen: Wenn wir verlieren, nicht zu nahe kommen.“ (Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge über Manager Uli Hoeneß) © dpa
“Es war nicht die Hand Gottes, sondern die Watschn eines Sechzigers“. (Bayern-Präsident Franz Beckenbauer über die Beweggründe, warum er 1958 als 13-Jähriger nach der Ohrfeige eines “Löwen“-Spielers zum FC Bayern kam und nicht zum TSV 1860 gewechselt ist) © dpa
“Da ist man ein bisschen stolz, weil man auch etwas dazu beigetragen hat. Als Spieler, als Trainer, als Präsident und was weiß ich nicht noch was.“ (Franz Beckenbauer über die Entwicklung des FC Bayern in den letzten 50 Jahren) © dpa
“Vor uns steht eine Mannschaft mit dem lustigen Namen 1899 Hoffenheim. Wo haben die sich eigentlich vor 100 Jahren versteckt, weil die hat keiner registriert.“ (Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge über den Aufsteiger) © dpa

Quelle: tz

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