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Matthäus verrät: Uli Hoeneß schimpft sonntags mit unterdrückter Nummer - „Da komme ich nicht zu Wort“

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Von: Manuel Bonke, Philipp Kessler

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Lothar Matthäus sprach im Fußball-Talk von Sky-Moderator Riccardo Basile über die Transfers des FC Bayern und sein Verhältnis zu Uli Hoeneß.

München - Lothar Matthäus (61) hat seinen Status als Bayern-Legende in den vergangenen Jahren phasenweise abgelegt – und schlüpfte stattdessen regelmäßig in die Rolle des Chefkritikers des deutschen Rekordmeisters. In erster Linie bemängelte der Rekord-Nationalspieler die Arbeit die Führungsetage um Vorstandschef Oliver Kahn (52) und Sportvorstand Hasan Salihamidzic (45).

Das ging zwischenzeitlich so weit, dass sich Kahn in der tz öffentlich zur Wehr setzte („Lothar hat nach seiner Spieler- und Trainer-Karriere noch nie einen Verein geführt. Leider interpretiert er seine Rolle als guter Fußballexperte zuletzt immer mehr als Schlagzeilenlieferant“) und Salihamidzic die Aussprache beim gemeinsamen Frühstück suchte.

Matthäus verteidigt Transfer-Kritik: „Wenn sie schlecht spielen, kann ich sie nicht loben“

„Wir haben häufig Gespräche darüber, weil Hasan mir immer sagt: Du bist mir gegenüber zu kritisch. Du bist dem FC Bayern gegenüber zu kritisch“, verriet der ehemalige Weltfußballer im Gespräch mit Sky-Moderator und Let’s-Dance-Star Riccardo Basile (30) beim Fußball-Talk in dessen Heimat Fulda. Doch davon lässt sich Matthäus laut eigener Aussage nicht beeinflussen: „Ja, wenn sie schlecht spielen, kann ich sie nicht loben. Wenn die Transfers nicht funktionieren, kann ich nicht sagen: Toll!“

Lange Wegbegleiter: Lothar Matthäus und Uli Hoeneß.
Lange Wegbegleiter, nicht immer einer Meinung: Lothar Matthäus und Uli Hoeneß. © imago/Fred Joch

In den Augen des Weltmeister-Kapitäns von 1990 seien Bouna Sarr (30), Marc Roca (25) und Marcel Sabitzer (28) Fehleinkäufe gewesen. Omar Richards (24) hätte ebenfalls noch nichts gebracht. Corentin Tolisso (27) und Fiete Arp (22) hätten ihre Rollen nicht erfüllt.

„Und was ist? Jetzt sollen alle weg, obwohl sie noch gültige Verträge haben. Also, irgendwo waren meine Aussagen der letzten zwei Jahre angebracht. Sie reagieren ja im Endeffekt so und geben mir damit ja eigentlich recht“, beharrt Matthäus.

Matthäus über Salihamidzic: „Hasan hat auch gute Transfers gemacht“

Darüber hinaus sei ja klar, dass nicht jeder Transfer so einschlagen könne, wie der von Alphonso Davies (21), der für zehn Millionen Euro aus Kanada kam: „Hasan hat auch gute Transfers gemacht. Aber wenn man jemanden lobt und sagt: Wow, geiler Transfer! Dann kommt er nicht und sagt: Danke, dass du mich gelobt hast. Aber wenn du ihn kritisierst, dann greift er am nächsten Tag zum Telefonhörer und sagt: He, was hast du wieder gesagt: schlechter Transfer. Der hat nur fünf Millionen gekostet.“ Der Matthäus’sche Konter klingt dann in der Regel wie folgt: „Ja, aber die fünf Millionen hätte man besser anlegen können.“

Emotionale Telefonate mit Uli Hoeneß - Matthäus: „Da komme ich nicht zu Wort“

Emotionale Diskussionen gibt es bei Matthäus auch mit Bayern-Patron Uli Hoeneß (70). Der Ehrenpräsident rufe selbst bei ihm stets mit unterdrückter Nummer an. Doch wenn am Sonntagmorgen das Handy klingelt und auf dem Bildschirm „anonym“ steht, ist für Lothar klar: Das kann nur der Uli sein! „Weil er hat ja Samstagabend das Spiel verfolgt, das ich als Experte begleitet habe. Und wenn die Bayern dann wieder 1:2 oder 1:3 bei Mainz 05 verloren haben oder sonst wo, wird es kritisch. Dann schimpft er erst mal fünf Minuten“, berichtet Matthäus und gibt einen Einblick in die Gefühlswelt am Tegernsee:

„Da komme ich nicht zu Wort, da redet nur Uli Hoeneß. Das ist unglaublich. Er schimpft und schimpft. Und wenn Uli Hoeneß die Luft ausgeht, sagst du: Uli, kann ich auch mal was dazu sagen? Dann geht es noch mal eine Minute weiter und irgendwann kommst du zum Gespräch. Nach 15, 20 Minuten sagt er: Komm doch mal zum Tegernsee vorbei und lass uns ein Glas Wein trinken.“

Matthäus erfreut über Mané-Coup: „Ein Gesicht des Weltfußballs!“

Mittlerweile schlägt Matthäus häufiger versöhnliche Töne an, und das hat auch mit dem Königstransfer von Sadio Mané (30) aus Liverpool nach München zu tun. „Ich habe Hasan Salihamidzic zu diesem Transfer gratuliert, als er das durchgesetzt hat. Weil: Ich gehe davon aus, dass Mané auch bei anderen Vereinen die Möglichkeit gehabt hätte zu unterschreiben.“ Dieser Transfer sei nicht nur für Bayern ein Highlight, sondern auch für die Bundesliga: „Mané ist ein Gesicht des Weltfußballs!“ (Philipp Kessler, Manuel Bonke)

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