Panamas Ex-Diktator Manuel Noriega ist tot

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TV-Experte im tz-Interview

Helmer: "Das war eine heftige Reaktion"

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Sport1-Experte Thomas Helmer.

München - Supercup, BVB gegen FCB: Die tz sprach mit Sport1-Experte Thomas Helmer, der in seiner Karriere für beide Klubs weit über 100 Spiele absolviert hat, über die Bedeutung der Partie und die Rivalität zwischen den beiden Kontrahenten.

Auch wenn die Stars fehlen – an Brisanz mangelt es dem Supercup zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund nicht. Die tz sprach mit Sport1-Experte Thomas Helmer, der in seiner Karriere für beide Klubs weit über 100 Spiele absolviert hat, über die Bedeutung der Partie und die Rivalität zwischen den beiden Kontrahenten.

Herr Helmer, macht ein Einsatz der WM-Helden überhaupt Sinn?

Helmer: Nein, auf gar keinen Fall. Das wäre absolutes Harakiri, da jetzt aufzulaufen. Die Jungs kommen gerade erst aus dem Urlaub, während ihre Teamkollegen schon eine komplette Vorbereitung absolviert haben. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man sich nach einem langen Turnier nicht so schnell erholt. Drei Wochen sind da einfach zu kurz.

Also dauert es noch, bis die Weltmeister wieder in Top-Form sind?

Helmer: Ja, bei dem ein oder anderen wird das noch eine Weile dauern. Gerade wenn ich da an Bastian Schweinsteiger denke, der während des Turniers noch angeschlagen war, wird es schwierig, schnell wieder in Top-Form zu kommen.

Gerät der Supercup ohne die ganzen Stars zum Muster ohne Wert?

Helmer: Das glaube ich nicht. Aus meiner eigenen Zeit bei beiden Vereinen weiß ich, dass man jeden greifbaren Titel haben will. Und allein schon durch die Rivalität der beiden Vereine ist jede Menge Brisanz mit dabei. In der Partie ist eine Menge Feuer drin und es gibt durchaus spannende Fragen.

Welche denn?

Helmer: Zum Beispiel wie Robert Lewandowski begrüßt wird. Wird er gnadenlos ausgepfiffen wie Mario Götze bei seiner Rückkehr im vergangenen Jahr oder eher freundlich empfangen? Ich glaube eher letzteres.

Die Bayern-Bosse wohl nicht. Schon vor dem Saisonstart schwelt der Streit mit den BVB-Verantwortlichen…

Helmer: Das gehört doch dazu. Jeder will seinen Ansprüche untermauern, ich finde das gar nicht schlimm. Der Streit zwischen Karl Hopfner und Hans-Joachim Watzke vor einiger Zeit, der ging für mich zu weit. Da wurde es ja beleidigend.

Sorgen sich die Bayern etwa um ihre Vorherrschaft im deutschen Fußball?

Helmer: Der BVB hat einen klaren Plan und sich in den vergangenen Jahren toll entwickelt. Inzwischen haben sie auch ganz andere finanzielle Möglichkeiten als noch vor einiger Zeit. Das muss man einfach mal anerkennen und ich denke, dass auch der FC Bayern diese Tatsache registriert hat.

Kann die Borussia dem FCB in dieser Saison Paroli bieten?

Helmer: Den BVB sehe ich als stärksten Konkurrenten. Leverkusen ist für mich schwer einzuschätzen und Schalke hat schon wieder so viele Verletzte. Ich glaube wir würden uns alle wünschen, dass der FC Bayern nicht wieder so weit wegmarschiert wie in den beiden vergangenen Jahren. Als Fußballfan wünscht man sich natürlich, dass es wieder eine Mannschaft gibt, die die Münchner ärgert. Auch wenn sie das beim FC Bayern jetzt nicht gerne hören wollen (lacht).

Signalisiert der FCB deshalb vielleicht schon Interesse an Marco Reus?

Helmer: Ich bin mir da gar nicht so sicher, dass die Bayern ihn unbedingt haben wollen. Die Frage ist, ob sie auf dieser Position überhaupt Bedarf haben. Vielleicht geht es auch darum, den BVB zu schwächen.

Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc haben Karl-Heinz Rummenigge für dessen Aussagen scharf kritisiert.

Helmer: Das war eine heftige Reaktion. Vielleicht, weil ein Funken Wahrheit dran war. Vielleicht haben sich die Dortmunder auch geärgert, dass sie Reus eine Ausstiegsklausel geben mussten, als er beim BVB unterschrieb.

Die jetzt scheinbar auch niedriger ist als zunächst angenommen…

Helmer: Man muss sich die Situation einmal genau vorstellen. Ein interessierter Verein muss beim BVB nur die festgeschriebene Summe auf den Tisch legen und sich mit dem Spieler einigen. Dann ist Marco weg. Für die Borussia ist das ein Gefühl der Ohnmacht. Wie man hört, haben sie erfolglos versucht, ihm diese Klausel abzukaufen. Das ist natürlich auch kein tolles Zeichen für den Verein. Die Ungewissheit ist immer da.

Interview: Sven Westerschulze

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