Vor Ingolstadts Gastspiel in München

Linke: Darum ist der FCB ein Haifischbecken

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Ingolstadts Sportdirektor Thomas Linke spielte von 1998 bis 2005 für den FC Bayern.

München - Thomas Linke kennt sich beim FC Bayern aus. Statt dort seine Manager-Karriere zu starten, entschied er sich für einen anderen Weg. Vor Ingolstadts Gastspiel erklärt der Sportdirektor, warum.

Champions-League-Sieger, fünf Mal Deutscher Meister, drei Mal streckte er den DFB-Pokal gen Himmel, hinzu kamen drei Triumphe im Ligapokal. Keine Frage, beim FC Bayern hatte Thomas Linke in der Zeit von 1998 bis 2005 seine erfolgreichste Zeit als Innenverteidiger. Nun kehrt der 45-Jährige nach München zurück - als Sportdirektor des FC Ingolstadt, mit dem er am Samstag beim Rekordmeister (Anstoß 15.30 Uhr, hier bei uns im Live-Ticker) gefordert ist.

Und diesmal, so viel steht fest, ist Linke mit seinem FCI der klare Underdog. Und dennoch: "Ich habe keine Angst", sagt der Ex-Profi im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Die ballbesitzorientierte rote Tormaschine (43 Treffer in 15 Liga-Partien) komme den Schanzern sogar gelegen. Denn Linke stellt fest: "Gegen die Mannschaften, die sich gegen uns hinten reingestellt und nicht mehr viel Fußball gespielt haben, war es für uns schwierig. Du kannst nur Pressing spielen, wenn der Gegner Fußball spielt - wie Bayern, die sicherlich wenig lange Bälle schlagen werden." Das allein reiche aber nicht, der FCI müsse auch darauf achten, die Fehlerquote so gering wie möglich und die Konzentration so hoch wie möglich zu halten. "Wenn es einem Gegner mal gelingt, unsere erste Reihe zu überspielen, ins Mittelfeld zu kommen, um dort Überzahl zu schaffen, dann wird es für uns sehr unbequem", meinte Linke. "Und die beste Mannschaft aus München hat eine sensationelle Qualität, um so etwas ausnutzen zu können."

Immer eine besondere Motivation gegen Bayern

Trotz der ungleichen Voraussetzungen beider Mannschaften seien die Partien gegen die Roten immer ein Highlight. "Damals habe ich mit Schalke immer sehr gerne gegen Bayern gespielt", blickt Linke in der Bild zurück: "Das war immer eine besondere Motivation, unseren Spielern geht es jetzt nicht anders. Es gibt nur zwei verschiedene Möglichkeiten, in München zu spielen: Entweder man macht sich in die Hose, oder man wächst über sich hinaus. Unserer Mannschaft ist eher das Letztere zuzutrauen."

Dass er überhaupt als Gegner zurückkommt, hätte gar nicht sein müssen. Denn der damalige Manager Uli Hoeneß hatte dem Ex-Profi angeboten, sämtliche Stationen im Verein zu durchlaufen. Doch Linke folgte dem Lockruf aus Salzburg, wurde bei RB 2007 Assistent des damaligen Sportdirektors Heinz Hochhauser, eher es über Leipzig nach Ingolstadt ging. Ein Weg, den der 45-Jährige für sich als den richtigen bezeichnet. "Bayern München ist wirklich ein ganz besonderer Verein", erklärte er. "Aber wenn du da irgendwann in einer Funktion bestehen möchtest, braucht du jede Menge Erfahrung. Das ist nichts für Novizen." Was Christian Nerlinger drei Jahre lang als Sportdirektor zu spüren bekam. "Bayern München ist ein Weltverein, aber auch ein Haifischbecken. Ich glaube nicht, dass jeder Tag für Christian leicht war. Und genau so ist es da für junge Trainer." Daher kann Linke nur empfehlen, auf einem Niveau anzufangen, "auf dem Fehler verziehen werden".

Wie in Ingolstadt: "Jeder junge Spieler darf Fehler machen. Er muss nur daraus lernen. Man sollte beim Einstieg zunächst einen Ort finden, an dem Fehler nicht so schwer wiegen. Die Fehler, die du als Spitze neu machst, werden natürlich sofort bestraft, Und ich weiß nicht, ob du dich dann lange an der Spitze halten kannst."

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