Star fordert Einsatz und Laufbereitschaft

Müller: "Es geht nicht mit dem Ferserl"

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Torschütze Thomas Müller: "Und jetzt ist die Welt wieder in Ordnung."

München - Bayerns Thomas Müller hebt mahnend den Finger nach dem 4:0 über den SC Paderborn. Schließlich stehen jetzt schwere Auswärtspartien auf dem Programm.

Stephan Lehmann hatte es wohl als selbstverständlich angesehen, daher rief der Arena-Sprecher am Dienstagabend auch einfach den Namen von Arjen Robben aus, als auf dem Rasen ein Tor für den FC Bayern fiel. Dass es nicht der Holländer war, sondern Thomas Müller, der zum 4:0 über den SC Paderborn traf, merkte Lehmann erst später. Es war aber eigentlich auch okay, Rückkehrer Robben zu feiern. Mit ihm kam (endlich) Tempo und Kreativität ins Angriffsspiel des Rekordmeisters, Robben selbst war hochzufrieden. „Es war gut“, sagte der 30-Jährige. „Ich bin froh, dass wir endlich mal mit mehr als einem Tor gewonnen haben in dieser Saison!“

Robben hatte sich selbst einen „Fehlstart“ in diese Spielzeit bescheinigt, was aber vor allem auf seine Verletzungsprobleme bezogen war. Nach dem Auftakt gegen Wolfsburg war er raus aus dem Team, zuletzt warf ihn in letzter Sekunde eine Blessur vor der Partie gegen Hamburg zurück. „Es war eine komische Sache, plötzlich hat der Muskel zugemacht. Und dann musst du dein Gehirn einschalten – es war besser, nicht zu spielen“, erklärte er der tz. Gegen Paderborn war er wieder zurück, sogar über 90 Minuten. Und es lief besser im Spiel des FCB – wenn auch noch nicht zu 100 Prozent.

Sportvorstand Matthias Sammer erklärte: „Wir haben in den ersten 20, 25 Minuten sehr gut gespielt. Und das ist der Maßstab. Und wir reden jetzt nicht über das, was dazwischen war. Darüber reden wir jetzt nicht.“ Das dürfte Sammer intern übernehmen. Ein paar Spieler, die seine Meinung teilen, fanden sich bereits. Thomas Müller zum Beispiel war weit weg von jeder Euphorie.

„Wir waren aggressiv, wir waren aktiv, so stellen wir uns das vor. Und jetzt ist die Welt wieder in Ordnung“, sagte er hinten heraus ein wenig ironisch, wohlwissend, dass es nicht so locker leicht weitergehen wird. Müller: „Wir haben ein paar Problemchen, das ist kein Geheimnis. Und dann wird es eben so sein, dass viele Spieler viele Spiele machen müssen. Das kann dann immer mal sein, dass man in einem Spiel ein bisschen abfällt. Das ist menschlich. Da werden wir uns durchkämpfen müssen. Es wird nicht ­locker leicht gehen, nur mit dem Ferserl. Man muss auch laufen, das ist anstrengend.“

Bayern schlägt Paderborn - Zweimal Note eins!

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Was er meint: Die spielerischen Defizite als Folge der Ausfälle von Franck Ribéry, Thiago oder auch Bastian Schweinsteiger muss man mit Laufbereitschaft und Einsatz wettmachen. Ein gutes Beispiel ist dafür derzeit Xabi Alonso, der als kreativer Taktgeber vor der Abwehr auch kämpferisch vorangeht. Der aber körperlich auch an seine Grenzen kommen wird bei diesem Pensum. Da passt es nicht ganz so gut, dass jetzt zwei heikle Auswärtsaufgaben in Köln und Moskau warten. Oder wie Müller sagt: „Das sind zwei Spiele, in denen es nur darum geht, die drei Punkte mitzunehmen. Zwei Auswärtsspiele, die einen ekelhaften Charakter haben.“

Die aber dennoch nicht unterschiedlicher sein könnten. In Köln spielt der FCB gegen ein emotionales, großes Publikum, in Moskau gegen die Stille der Nacht – ohne Zuschauer. Aber es geht ja gerade ohnehin nicht darum, für die Fans zu zaubern.

mic

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