Wieder Diskussionen um Mario Götze

Müller hadert: "Es wäre viel mehr möglich gewesen"

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Wieder von Pep ausgewechselt, dieses Mal aber kurz vor Schluss: Thomas Müller.

München - Dann eben 5:1. Okay, 6:2 geht auch – das war die Dramaturgie der Wundergläubigen. Die meisten anderen, vielleicht auch Mario Götze, zogen wahrscheinlich frühzeitig ein anderes Fazit: Wunden gibt es immer wieder, heute oder morgen können sie geschehen…

3:2 - aber Bayern scheidet aus

Zum Beispiel seelische Wunden, womit wieder Götze ins Spiel kommt, was in seinem Fall eine gemeine Redewendung ist, denn er saß ja auf der Bank. Dazu die massive Kritik von Franz Beckenbauer – das veranlasste Oliver Bierhoff zu einer Verteidigungsrede. „Ich finde es einfach unsäglich, wie auf Mario rumgehackt wird“, sagte der DFB-Manager bei Sky. „Er ist ein sehr professioneller Spieler.“ Da wollte auch FCB-Sportvorstand Matthias Sammer nicht hintanstehen und sagte. „Warum soll es keine Zukunft mit Mario geben?“, fragte er. „Er hat einen Vertrag hier. Wir sind an seiner Seite, wir helfen ihm, er hat unsere ganze Unterstützung.“

So wichtig wie ein ­Lionel Messi wird Götze bei Bayern nie werden, über den Argentinier kann auch ein ­Beckenbauer nur staunen. „Bei Barça spielt Messi, das ist die Hauptsache – da ist es fast egal, wer daneben sein Unwesen treibt.“ Diesmal war das Neymar, der zwei Tore machte, und damit mindestens eines zu viel, wie Manuel Neuer fand: „Es lag an den Barça-Toren, auch auswärts. So kannst du nicht ins Finale einziehen.“

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Trotzdem jubelten die Fans ihren Helden zu, und das bewegte auch Thomas Müller. „Riesen Kompliment, die Unterstützung war selten so groß. Da kriegt man Gänsehaut“, sagte er im ZDF. Über seine Auswechslung in der 87. Minute sei er nicht sauer gewesen: „Naja, heute durfte ich ja zehn Minuten mehr spielen… Nein, geärgert habe ich mich mehr darüber, dass wir 1:0 führen und dann im großen Ganzen verlieren. Es wäre viel mehr möglich gewesen – trotz des 0:3 aus dem Hinspiel.“

Nun wird Pep Guardiola einen neuen Anlauf mit den Bayern nehmen, glaubt auch Kapitän Philipp Lahm. „Gerüchte gibt es bei uns über jeden – ich beschäftige mich damit nicht. Pep Guardiolas Vertrag läuft noch ein Jahr lang, ich gehe davon aus, dass er den auf jeden Fall erfüllt“, erzählte Lahm der Zeit.

So oder so, Umwälzungen wird es geben müssen beim FC Bayern nach dieser Saison. Neben dem noch sehr jungen Götze (22) gibt es bekanntlich auch etliche sehr viel betagtere Spieler, darauf wies ­Beckenbauer erneut hin. „Das Ausscheiden bedeutet für Pep und den FC Bayern, dass es einen neuen Anlauf geben wird“, sagt er. „Und es wird Veränderungen geben – es sind zu viele Spieler, die über 30 Jahre alt sind.“

Nur: Wie sieht das aus? Denn gemeint sind damit Legenden wie Bastian Schweinsteiger (30), Franck Ribéry (32), Arjen Robben (31), Philipp Lahm (31) und Xabi Alonso (33). Sie werden nach und nach ersetzt werden müssen, denn Erdbeben-artige Erschütterungen verträgt auch ein deutscher Rekordmeister nicht, erklärte Oliver Kahn im ZDF: „Man glaubt es ja nicht, wenn man von außen draufschaut, aber: Der FC Bayern ist ein sehr, sehr sensibles Gebilde.“ Frag nach bei Mario Götze, der kann das bestätigen. Beim Spiel gegen Barca ging beim Stand von 2:2 in der 68. Minute Lahm raus, es kam: Sebastian Rode…

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