Nationalspieler im tz-Interview

Thomas Müller: Kein Bayern-Fußball bei der WM

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Thomas Müller beim Testspiel gegen die deutsche U 20-Mannschaft.

München - Thomas Müller verrät im tz-Interview, wie es kurz vor der WM 2014 um seine Gefühlswelt bestellt ist, warum die Nationalelf keinen Bayern-Fußball spielen wird und ob er ernsthafter werden muss.

Herr Müller, wie steht’s so um Ihre Gefühlswelt kurz vor der WM?

Müller: Ich erlebe die Vorbereitung und das Thema WM jetzt echt viel intensiver als vor vier Jahren. Ich bin mir jetzt bewusst, wieviel das Turnier für den Globus bedeutet. Das fühlt sich schon schön an. 2010 war's ein bisserl so, als wenn man in einer Kapsel sitzt. Dann ist man zwar irgendwie dabei, weiß aber gar nicht so recht, was mit einem passiert. Aber jetzt steht man doch gewissermaßen in der Verantwortung. Ich freu’ mich richtig aufs Turnier.

Was heißt das, mehr Verantwortung?

Müller: Ich bin jetzt nicht mehr nur so ein Spieler, der, wenn er den Ball kriegt, damit irgendwas machen muss. Ich muss auf und neben dem Platz meinen Teil zum Gelingen beitragen.

Muss Thomas Müller ernsthafter werden?

Müller: Ach, nee, glaub’ ich nicht. Ich find’ immer einen guten Mittelweg. Da verlass’ ich mich auf mein Gefühl.

"Mischung aus dem Bayern- und Dortmund-Fußball" bei der WM

Auf dem Trainingsplatz haben Sie neulich eine 1a-Mario-Balotelli-Parodie hingelegt. Respekt für den Body…

Müller: Da kam ich auf den Fotos gut weg, oder? Ich bin seit zwei, drei Jahren auf dem gleichen Level, so um die 75 Kilo.

In Brasilien wird’s ziemlich heiß. Kann man da Bayern-Fußball spielen?

Müller: Das werden wir sehen. Bayern-Fußball spielen wir hier sowieso nicht. Wir haben andere Spieler, einen anderen Trainer. Es ist vielleicht eine Mischung aus dem Bayern- und Dortmund-Fußball. Das ist was eigenes. Wir wollen nix kopieren. Der Trainer hat da klare Ideen. Die Hitze kann schon unangenehm werden, für den Gegner aber auch. Man muss körperlich bereit sein. Dafür arbeiten wir. Das Training war kein Zuckerschlecken bisher.

Spielen Sie gern bei Hitze?

Müller: Spielt jemand gern bei Hitze?

Ich freu’ mich immer, wenn es Sommer wird.

Müller über Deutschland: "Jetzt sind wir plötzlich nix mehr"

Müller: Ich freu’ mich auch. Aber standen Sie dann schon mal um 13 Uhr auf dem Fußballplatz und haben dann geschrien: Hurra, dass ich jetzt hier bin.

Ihr Schulfreund Thomas Oppenheimer hat seine WM schon hinter sich. Im Eishockey hat er vier Tore erzielt. Ist das die Marke für Sie?

Müller: Ja, die würde ich sofort nehmen. Ich hab’ natürlich Großes vor. Ich hab’ ne Torjägerkanone zu verteidigen. Realistisch gesehen ist das zwar schwer möglich, weil das in der Geschichte noch keiner geschafft hat, und da waren schon einige große Torjäger am Start. Ich werd’ aber mein Bestes geben.

Holt Deutschland den Titel?

Müller: Es gibt keine Garantien für Titel, schon gar nicht bei einer WM.

Es scheint, als sei die Erwartungshaltung in Deutschland etwas gesunken.

Müller: Das macht auf mich auch den Eindruck. Als 2013 Bayern und Dortmund im Champions-League-Finale standen, da waren wir die Fußball-Macht. Jetzt sind wir plötzlich nix mehr. Es geht immer schnell rauf und runter. Da kann man keine Vorhersagen machen, sonst wären die ganzen Sportwetten-Firmen ja pleite.

lop

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