Großes Interview

Thomas Müller: "Man kann keine Titel garantieren"

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Über das Spielen bei 30 Grad und die Muskelmasse, die er zugelegt hat: Thomas Müller spricht im Interview mit dem Münchner Merkur im Trainingslager über die bevorstehende WM. Und über sein Handicap.

St. Martin - Thomas Müller spricht im Interview mit dem Münchner Merkur im Trainingslager über die bevorstehende WM. Und über sein Handicap.

Zum Einstand des Gesprächs gleich ein echter Müller. Er golft ja seit einiger Zeit (Handicap 11), die deutsche Mannschaft logiert in St. Martin im Passeiertal in einem Golfhotel, und tatsächlich sah man ihn eine halbe Stunde vor dem Gesprächstermin mit Handschuh und Schläger aus Richtung des Grüns kommen. Also: Heute schon gegolft? „Nein. Ich bin nur gelaufen, mit Schläger in der Hand.“ Über seine Golfkünste sagt er: „Die Schnellkraft ist da – die Streuung leider auch noch.“ 

Thomas, haben Sie an Muskelmasse zugelegt? Wir fragen, weil Sie neulich auf dem Trainingsplatz eine 1a-Mario-Balotelli-Parodie hingelegt haben. Seine Protz-Pose aus dem EM-Halbfinale 2012.

Da kam ich auf den Fotos gut weg. Ich bin seit zwei, drei Jahren auf dem gleichen Level, so um die 75 Kilo.

Wie lebt man Verantwortung?

Ich sehe mich an einem Punkt, wo man nicht einfach mehr nur dabei ist und mit dem Ball was tun muss, wenn man ihn bekommen hat. Ich versuche schon, auf und neben dem Platz eine etwas größere Rolle zu übernehmen. So habe ich das vor.

Muss man dafür ernsthafter werden? Das dürfte einem Spaßvogel wie Ihnen doch schwerfallen.

Ich finde immer einen guten Mittelweg und verlasse mich auf mein Gefühl.

In Brasilien wird’s heiß, einige Spiele sind für die Mittagszeit angesetzt. Was bedeutet das für die Spielweise?

Es könnte eine Mischung aus FC-Bayern- und Dortmund-Fußball werden. Aber es ist der Nationalmannschaftsfußball, etwas Eigenes, nichts Kopiertes. Der Trainer hat klare Ideen und sie vor uns formuliert. Die Philosophie richtet sich aber sicher nicht nach den Temperaturen aus. Die Hitze kann unangenehm werden, aber für den jeweiligen Gegner auch. Das Training hier ist mit zwei Einheiten am Tag kein Zuckerschlecken und kein Urlaub, auch wenn man mal das Wasser plätschern hört.

Spielen Sie gerne bei Hitze?

Tut das überhaupt jemand? Ich freue mich ja auch, wenn der Sommer kommt, aber um 13 Uhr und bei 30 Grad schreie ich nicht Hurra. Es ist doch schon von der Evolutionsgeschichte so, dass der menschliche Körper unter diesen Bedingungen nicht so leistungsfähig ist, wie wenn er bei 18 Grad von der Klimaanlage gut gekühlt wird. Ich glaube, es gibt keinen Spieler, der Hitze bevorzugt. In der Praxis wird es in Brasilien so sein, dass man wie früher auf den Ball draufsteigt und Tempo rausnimmt, wenn man merkt, das Spiel geht zu schnell hin und her. Das muss man vor Ort entscheiden.

Das gesamte von Günter Klein geführte Interview finden Sie hier auf merkur-online.de.

 

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