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Transfer zu Manchester United

Thomas Müller: Darum lässt der FC Bayern ihn nicht gehen

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Thomas Müller am Dienstag im Testspiel des FC Bayern gegen Inter Mailand.

München - Thomas Müller bleibt beim FC Bayern. Der Verein verkauft ihn auch für 100 Millionen nicht an Manchester United. Das sind die Gründe, die gegen den Transfer sprechen.

2. Update vom 23. Juli: Der Ur-Bayer hat sich jetzt auch Thema Identität beim FC Bayern geäußert. Müller hat dabei eine klare Meinung und richtet auch einen Appell an die Bayern-Bosse.

UPDATE vom 23. Juli 2015: Karl-Heinz Rummenigge hat auf einer Pressekonferenz während der China-Reise noch einmal klar gestellt, dass der FC Bayern nicht gewillt ist, Thomas Müller ziehen zu lassen, nicht zu Manchester United noch sonst wohin. Der Vorstandsvorsitzende sagte wörtlich: "Das ist eine Ente, die im Pazifik untergegangen sein muss. Wir wären von allen guten Geistern verlassen, wenn wir ihn abgeben würden." Deutlicher geht es wohl nicht. Rummenigge weiter: "Ich weiß, dass Bastian Schweinsteiger ein extrem verdienter Spieler war, der von den Fans diesen Kosenamen Fußballgott hatte. Vielleicht übernimmt jetzt Thomas Müller diesen Namen, das kann ich mir durchaus vorstellen. Da kommt der nächste, der in diese Rolle hineinwachsen kann."

Der Doppeldeutigkeit seiner Worte war sich Philipp Lahm vollkommen bewusst. Es ging um Thomas Müller und seine ganz spezielle Persönlichkeit, aber gleichzeitig auch um die Bekanntheit des Bayern-Spielers in der weiten Welt des Fußballs. Gerade geistern wieder Meldungen umher, Manchester United wolle Müller in den Nordwesten Englands locken und scheue weder Kosten noch Mühen. Aus England heißt es, bis zu 80 Millionen Euro seien als Ablöse denkbar, in Deutschland ist gar von 100 Millionen die Rede. Solche Summen können einem schon den Kopf verdrehen. Philipp Lahm, Müllers Kapitän beim FC Bayern, ist sich dennoch sicher: „Er wird nicht abheben.“

Gemeint ist zweierlei. Erstens ist Thomas Müller nicht der Typ, dem solch irrwitzige Summen sofort zu Kopf steigen. Und zweitens glaubt Lahm nicht, dass sein Kollege in den nächsten Tagen kein Flugzeug Richtung Manchester nehmen wird. Aktuell ist er in China, und wenn er am Wochenende zurückkommt, warten auf den deutschen Rekordmeister schon die nächsten Aufgaben, die er allem Anschein nach nicht ohne seinen Müller in Angriff nehmen will.

Transfer von Thomas Müller: Fan-Aufstand würde drohen

Karl-Heinz Rummenigges Worte lassen jedenfalls keinen Spielraum für Spekulationen. „Ich kann alle Fans total beruhigen: Wir werden keine weiteren Spieler mehr Richtung Manchester abgeben“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Rummenigge weiß, dass die Basis auf die Barrikaden gehen würde, wenn dem Verein neben Bastian Schweinsteiger mit Thomas Müller ein weiteres urbayerisches Element abhanden käme.

Dass in Manchester ein Trainer arbeitet, der sowohl Schweinsteiger als auch Thomas Müller in seiner Zeit bei den Bayern extrem gefördert hat, ist die eine Sache. Dass dieser Louis van Gaal es sich damals dank seiner narzisstischen Art mit ausnahmslos allen Bayern-Boss verscherzt hat, ist aber eine ganz andere. Dem Niederländer einen Wunschspieler zu überlassen und im eigenen Haus gewaltigen Ärger loszutreten, werden sich die Bayern ersparen.

Thomas Müller zu Manchester United? Das sagt Louis van Gaal

Ohnehin ist die Gleichung „ManU + van Gaal = Schweinsteiger- und Müller-Verpflichtung“ äußerst gewagt. Selbst van Gaal, der die Bayern gerne piesackt, äußerte sich zuletzt – nach einer Absage aus München? – auffallend defensiv. Der Transfer eines Angreifers sei zwar „in Arbeit“, aber es sei „nicht der Stürmer, über den die Medien geschrieben haben“.

In der vergangenen Saison hatte man nicht immer das Gefühl, als sei Pep Guardiola ein ähnlich glühender Müller-Fan wie sein Vor-Vor-Vorgänger van Gaal. Es gab Auswechslungen, die weder dem Spieler noch den Fans gefielen, was wiederum dem Trainer nicht behagte. Doch der grundsätzliche Wert eines Müllers für den FC Bayern ist unbestritten, auf der Trainerbank und mehr noch auf der Kommandoebene. Der Mann aus Pähl ist das Gesicht der Mannschaft und auch ihre Zunge. In der aktuellen Debatte um eine Neuordnung der Hierarchien kommt Thomas Müller einige Bedeutung zu. Neben Manuel Neuer, der voraussichtlich vom dritten zum zweiten Kapitän aufrückt und damit die Schweinsteiger-Position bekleidet, sieht Philipp Lahm „Thomas, Jerome, Holger und David“ in der Verantwortung. Wie Boateng, Badstuber und Alaba ist auch Müller so lange im Verein, dass er die internen Abläufe verinnerlicht hat und nach außen ein logischer Repräsentant ist. Zudem hat er den Stallgeruch eines Eigengewächses und auf Top-Niveau zahlreiche Akzente gesetzt (Champions League-Titel, zehn WM-Tore).

Und als sei das alles noch nicht genug der Argumente gegen einen Verkauf Müllers, nennt Lahm einen weiteren Aspekt. Eine Titelfeier würde man auch ohne die Stimmungskanone gut hinbekommen, „aber wer quatscht den ganzen Tag? Das ist das andere Problem.“ Ja, Thomas Müller ist wirklich unersetzlich.

Von Sven Westerschulze

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