"Das ist ja kein Wunschkonzert"

Müller und der Scherz mit der Spannung

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Thomas Müller wurde beim Spiel in Stuttgart eingewechselt.

München - Manchen Leuten kann man es eben nicht recht machen. Das dürfte sich wohl Thomas Müller gedacht haben, als er sich nach dem 2:0-Triumph in Stuttgart frisch geduscht mit einer Flasche O-Saft in der Hand vor die Kameras stellte.

 „In der Winterpause kamen Fragen nach der Langeweile in der Bundesliga auf. Jetzt sind die Spiele ein bisschen spannender und es kommen Fragen nach der zu großen Spannung auf“, scherzte Müller. Fakt ist: Der Kick in der Mercedes-Benz-Arena war in der Tat spannender, als man ihn sich vielleicht noch vergangenes Jahr vorgestellt hätte. „Aber das ist ja kein Wunschkonzert“, fügte Müller an. Was der FCB nach zwei Spielen ohne Sieg brauchte, war ein Sieg. Zur Not auch schmutzig.

Sah der Matchwinner der Partie nicht anders. „Das war ganz wichtig“, sagte Arjen Robben, der den Rekordmeister zuvor mit einem Linkshammer in Führung geschossen hatte. „Erstes Spiel verloren, danach Unentschieden, da wurd’s mal Zeit für drei Punkte.“ Und zwar egal wie. Der Bayern-Motor fährt nach dem Winterschlaf erst langsam wieder hoch, zu sehen war das auch in Schwaben. Der VfB stand tief und lauerte auf Konter, der FCB tat sich schwer. Nach vorn ging in der ersten Hälfte wenig bis gar nichts, nach hinten wäre man nach einem Sakai-Schlenzer an den Pfosten fast sogar in Rückstand geraten. Den Sieg erkämpfte sich am Schluss aber trotzdem der Rekordmeister. Gar nicht bayernlike? Von wegen!

Bilder & Noten zum Bayern-Sieg: Zweimal die 2, zweimal die 5

„Es war ein Sieg der Mentalität, einer Mentalität, die den Klub seit Jahrzehnten auszeichnet“, philosophierte Müller hernach. Was er genau damit meinte: „Ich fand, heute war es sehr viel Bayern. Stuttgart ist kein leichtes Pflaster gewesen, auch in der Vergangenheit nicht. Bayern war auch in der Vereinshistorie durchaus dafür bekannt, Spiele zu gewinnen und keinen Schönheitspreis dafür zu bekommen. Heute haben wir uns darauf fokussiert, das Spiel nach Hause zu bringen.“ Kein Schönheitpreis, Spiele nach Hause bringen – allesamt Begriffe, die der Fußball-Duden eher in unteren Tabellenregionen ansiedeln würde. Müller ist das aber schnuppe: „Die Art und Weise könnte schöner sein, mir ist das aber nicht so wichtig.“

Pep Guardiola wohl schon. Auch in Stuttgart absolvierte der Spanier ein rund 90-minütiges Work-out-Programm an der Auslinie, musste vom Schiri sogar über den Sinn von Coaching- Zonen und ihren Linien aufgeklärt werden. Nach der Pflichtaufgabe bat er aber um Geduld. „Man kann nicht elf Monate immer auf hohem Niveau spielen und gewinnen, gewinnen. Wir sind nicht perfekt“, so Guardiola.

Die Zeit, in der sie es wieder sein müssen, ist jedoch nicht allzu fern. In gut einer Woche geht die Champions League wieder los, und wie schnell sich da ein nicht ganz perfekter Tag rächt, dürfte den Roten aus dem vergangenen Jahr bekannt sein. Beim 0:4 gegen Real Madrid war Robert Lewandowski noch in schwarzgelber Kluft unterwegs, zur tz sagte er aber: „Natürlich ist das nicht unsere beste Form. Aber ich hoffe, dass wir bald eine Serie starten und wieder alle Spiele gewinnen. Wichtig ist, dass unsere Form kommt. Es ist besser, wenn jetzt noch etwas fehlt als später. Jetzt haben wir noch Zeit, aber dann kommen die wichtigen Spiele.“ Und mit ihnen hoffentlich wieder die Schönheitspreise…

J. Carlos Menzel Lopez

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