Bayern-Star über frenetische Fans

Müller im tz-Interview: FCB in Gefahr? Nur bei Selfies

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Dieser Fan zeigt sich zurückhaltend bei Thomas Müller.

München/Doha - Im tz-Interview spricht Thomas Müller über die Zeit im Wüstenemirat, Fannähe und das Geheimnis der Bayern-Stärke.

Mittlerweile ist es ein gutes Omen geworden. Das Trainingslager des FC Bayern in Katar hat sich in den letzten Jahren als wahrer Titelgarant entpuppt. In den vergangenen neun Tagen holten sich die Roten in Doha den Feinschliff, um am Ende der Saison wieder feiern zu können.

Die tz sprach mit Thomas Müller über die Zeit im Wüstenemirat, Fannähe und das Geheimnis der FCB-Stärke.

Herr Müller, worauf freut man sich daheim nach neun Tagen Trainingslager am meisten?

Müller: Ich bin einfach froh, dass wir jetzt wieder hier sind. Es ist doch ganz schön, wieder zu Hause zu sein. Vor allem freue ich mich, meine Familie wiederzusehen.

Zum Abschluss gab es noch ein souveränes 4:1 gegen Al-Hilal. Eine gelungene Abwechslung nach elf Trainingseinheiten in Katar?

Müller: Diese Spiele sind sehr gut für uns. Da können wir direkt versuchen, die Dinge, die der Trainer von uns verlangt, umzusetzen. Und für unsere Fitness schaden die Begegnungen auch nicht, die Belastungen sind ganz andere als im Training. Jedes Spiel bringt uns weiter, egal, wie stark der Gegner ist. Für uns ist es wichtig, dass wir unser Spiel auf dem Platz durchziehen.

Sie haben gesagt, dass Pep die Psyche der Spieler im Training enorm fordert. Im Spiel kann er nicht einfach unterbrechen, da hat man deutlich mehr Freiheiten, oder?

Müller (lacht): In gewisser Weise vielleicht schon. Aber da habe ich noch gar nicht so genau drüber nachgedacht.

Nicht nur die Einheiten waren sehr intensiv, auch viele Fans waren beim Training ständig vor Ort. Wie anstrengend waren die Tage mit dem ganzen Drumherum?

Müller: Das war schon ziemlich anstrengend. Es ist ja nicht so, dass wir eine Woche lang bloß rumliegen nach den Trainingseinheiten. Man tut nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz was. Ich war zum Beispiel einen Tag mit Dante bei einer Autogrammstunde. Es gehört nun mal dazu, sich um die Fans zu kümmern.

Die in Doha ziemlich aufdringlich waren…

Müller (schmunzelt): Die waren schon sehr intensiv am Mann. Ein Foto zu schießen gehörte nicht unbedingt zu den leichtesten Übungen. Da musste man aufpassen, dass die Leute einen nicht erwürgen beim Selfie-Schießen. Aber trotzdem mache ich so etwas gerne, und die Fans freuen sich ja auch.

Konnten Sie sich am freien Nachmittag frei bewegen?

Müller: Man wird schon erkannt. Wenn ich im Hotel mal den Fernseher angeschaltet habe, lief auf irgendeinem Sender immer Fußball. Die Leute hier sind gut informiert und haben sicher auch die WM und den FC Bayern verfolgt. Hier gibt es schon nicht wenige Bayern-Fans.

Wünscht man sich da manchmal etwas weniger Aufmerksamkeit?

Müller: Das ist schwierig, wenn man fast jeden Tag in irgendeiner Zeitung auftaucht. Jede Medaille hat zwei Seiten, aber damit muss man klarkommen. Ich weiß schon, in welchen Momenten ich für die Fans da sein muss. Trotzdem muss es mir aber auch erlaubt sein, meine Privatsphäre zu schützen.

Nach dem WM-Titel 1974 sprach man von dem Geist von Malente, der die Nationalelf zum Titel führte. Der FCB gewann in den vergangenen Jahren nach der Vorbereitung in Katar einmal das Triple, einmal das Double. Entwickelt sich in Doha auch ein besonderer Geist?

Müller: So weit würde ich jetzt nicht gehen. Klar, wir haben hier super Bedingungen, um uns optimal auf die Rückrunde vorzubereiten. Wir sind voll fokussiert, trainieren zweimal täglich und verbringen eine ganze Woche mit der gesamten Truppe. Wir sind in den vergangenen Jahren nicht wegen eines Geistes aus Katar so erfolgreich gewesen, sondern dank unserer Qualität in allen Bereichen. Es geht darum, welche Leistung jeder Spieler abruft und zusammen als Kollektiv gut aufzutreten. Natürlich haben wir einen guten Teamgeist, doch den haben andere auch. Wenn es danach geht, müssten mehrere Mannschaften Meister werden.

Interview: Sven Westerschulze

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