Bayern-Star im tz-Interview

Müller: "Schweini fehlt - aber es geht weiter bei uns"

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Gut gelaunt: Thomas Müller (r.) und Tom Starke beim ersten Training in Peking.

München - Freitagmittag sind die Bayern in Peking angekommen, am Sonntag geht es schon weiter nach Shanghai. Volles Programm – doch Thomas Müller fand trotzdem Zeit für ein Interview mit der tz.

Herr Müller, in China sind Sie acht Tage ständig unterwegs. Spiele, Training, Marketingtermine – anstrengend, oder?

Schwer beeindruckt: Manuel Neuer filmte den euphorischen Empfang in Peking.

Thomas Müller: Der Terminplan ist wirklich sehr straff. Aber vor unserem ersten Pflichtspiel (Supercup am 1. August in Wolfsburg, d. Red.) haben wir ja dann noch eine Woche Zeit fürs Training in München. Natürlich wollen wir den Leuten in China was bieten. Wir wollen ihnen eine gute Show liefern und zeigen, dass wir gute Jungs sind. Aber ich weiß, dass es anstrengend wird.

Karl-Heinz Rummenigge nennt den Trip einen Spagat zwischen PR-Reise und Trainingslager – wie gut sind die Rahmenbedingungen?

Müller: Das werden wir sehen. Wenn die ersten Ligaspiele kommen und wir erfolgreich sind, dann war es nicht schlecht. Ich sehe das relativ entspannt.

Fehlen wird in Zukunft Bastian Schweinsteiger. Wie wichtig war er als Führungsfigur, vor allem abseits des Platzes?

Müller: Die Frage nach der Wichtigkeit ist immer so eine Sache. Sie sagen es ja, es geht nicht immer nur ums Sportliche. Basti war ein super Typ. Ist er natürlich immer noch. Er war immer gut drauf, hat für Stimmung in der Mannschaft gesorgt. Und klar, dass er als Vize-Kapitän mit seiner Erfahrung auch was zu sagen hatte. Deswegen fehlt er irgendwo schon, aber es geht weiter bei uns.

Sie wurden beim Interesse aus Manchester nicht weich. Gibt es für Sie keinen besseren Klub als den FCB?

Müller: Das kann ich nicht einschätzen, ich war ja noch bei keinem anderen.

Sie gehen mit dem Thema ja auch offen um. Ein ewiges Treuebekenntnis zum FCB gab es von Ihnen noch nie, obwohl Sie längst eine Identifikationsfigur sind.

Gut gelaunt: Thomas Müller (r.) und Tom Starke beim ersten Training in Peking.

Müller: Man weiß ja nie, was passiert. Aber dass meine Familie sich rund um München wohlfühlt, ist ja kein Geheimnis. Ich kenne hier alles, lebe im gewohnten Umfeld. Alles andere wäre eine Veränderung. Deshalb gehe ich da entspannt damit um. Es ist im Fußball ja immer das Gleiche: Jedes Jahr gehen die Spekulationen aufs Neue los. Obwohl, nein: Eigentlich jeden Tag.

Von heute auf morgen werden Sie den FCB ja nicht verlassen.

Müller: Für uns Spieler ist der Begriff „Wertschätzung“ etwas wichtiges. Solange es die gibt, gibt es keinen Grund zu gehen.

Beim FCB erwartet Sie jetzt zwar kein neues Umfeld, aber eine neue Rolle. Sie gehören zu den Spielern, die nach Schweinsteigers Abgang mehr Verantwortung übernehmen werden.

Müller: Ich werde meine Rolle durch Bastis Abgang nicht verändern. Ich habe auch vorher schon versucht, Verantwortung zu übernehmen. Auch außerhalb des Platzes versuche ich, die Mannschaft in eine Richtung zu lenken, von der ich glaube, dass sie gut für uns ist. Ich hab schon immer zu allem meinen Senf abgegeben.

Dann gibt es in Zukunft noch mehr Senf von Ihnen.

Müller: Geht nicht. Ich bin schon am Maximum angelangt (lacht). Das ist für die anderen bestimmt auch manchmal nervig, aber ich werde daran nichts ändern. In erster Linie muss ich aber auf dem Platz gute Leistungen zeigen, sonst hilft alles andere auch nicht.

Haben Sie ein persönliches Saisonziel?

Müller: Natürlich erhoffe ich mir, dass ich viel Spielzeit kriege. Dafür muss ich Qualität abliefern, das ist das Ziel. Aber es gibt keine Zahlen, die ich erreichen will.

sw.

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