Ex-Dortmunder gilt als Favorit auf Posten

Team, Stab, Taktik - So würde Tuchel den FC Bayern umkrempeln

Thomas Tuchel gilt als Topfavorit auf die Nachfolge von Carlo Ancelotti. Doch für was steht der ehemalige Mainzer und Dortmunder Trainer? Wir stellen sein System vor.

München - Der Mann hat einen klaren Plan: Thomas Tuchel gilt als absoluter Perfektionist in der Coaching-Zone und auf dem Trainingsplatz. Auf dem Spielfeld überlässt der 44-Jährige nichts dem Zufall. Stattdessen baut er auf die Fähigkeit, seine Mannschaft auf jeden Gegner passend einzustellen.

Tuchel hat wieder Lust auf Fußball - und verteidigt Dembélé

Aber planen die Bayern auch wirklich mit ihm? Fakt ist: Der deutsche Rekordmeister braucht neue Impulse - und zwar sofort! Das wurde beim 2:2-Remis in Berlin deutlicher denn je. Sehr wahrscheinlich, dass die Münchner ihren neuen Trainer daher bereits in den nächsten zwei Tagen präsentieren. Tuchel könnte sofort beim FCB einsteigen und würde nicht lange fackeln die Bayern umzukrempeln - wenn er denn kommt. Die tz zeigt, was den FC Bayern dann erwarten würde.

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Tuchel arbeitet gern mit jungen Spielern

Team: Tuchel arbeitet gerne mit jungen talentierten Spielern und formt sie zu gestandenen Profis. Das schaffte er schon in Mainz mit Lewis Holtby oder André Schürrle. Beim BVB verhalf er unbekannten Youngstern wie Julian Weigl oder Ousmane Dembele innerhalb kürzester Zeit zum Sprung in die Nationalmannschaft. In München steht die nächsten Jahre der größte Umbruch seit Langem an. Um international wieder mit den Topklubs aus Spanien oder Paris mithalten zu können, müssen Juwele wie Joshua Kimmich, Corentin Tolisso oder Kingsley Coman zu Weltklasse-Spielern geformt werden. Der Trainer schreckt dafür auch nicht vor unpopulären Entscheidungen zurück. Sollten verdiente Profis wie Müller, Robben und Ribéry unter Tuchel nicht schnell zu alter Form finden, droht ihnen die Bank. Das hat er beim BVB mit Stars wie Nuri Sahin oder Neven Subotic durchgezogen.

Wegen verpasstem Dembélé-Transfer: Reschke kontert Hoeneß

Trainerstab: Im Falle einer Verpflichtung stellt sich vor allem eine Frage: Was passiert mit Willy Sagnol? Der Franzose wurde auf Wunsch der Bosse als Co-Trainer von Carlo Ancelotti installiert. Doch Tuchel wird seinen eigenen Assistenten mitbringen. Arno Michels heißt der Mann, der ihm schon seit seiner ersten Profi-Station 2009 in Mainz zur Seite steht. Michels’ Wort hat beim Cheftrainer Gewicht, außerdem ist er für Trainingssteuerung, Taktik und Personalauswahl mitverantwortlich. Gut möglich, dass es beim FCB also erneut zwei Co-Trainer gibt. Ebenfalls wichtig im Tuchel-Stab: Video-Analytiker Benjamin Weber.

Alle Entwicklungen rund um die Trainerfrage beim FC Bayern im Ticker

Umstrittener Athletiktrainer nicht mehr in Tuchels Stab

Von einem anderen Wegbegleiter hat sich der Übungsleiter hingegen getrennt: Wie die tz aus Dortmund erfuhr, arbeitet der umstrittene Athletiktrainer Rainer Schrey künftig nicht mehr für Tuchel. Der 44-Jährige soll übrigens schon zum Ende seiner Cheftrainer-Zeit in Dortmund bereit gewesen sein, die Zusammenarbeit mit Schrey zu beenden, um seinen Vertrag bis 2018 erfüllen zu dürfen. Der Athletiktrainer war es übrigens auch, der großen Wert auf die Ernährung der Mannschaft gelegt hatte und federführend bestimmte, was bei den Dortmundern auf den Teller kam. Ganz so streng war der Ernährungsplan des BVB aber nicht: Die Profis griffen schon auch mal zur fettigen Pizza.

Kommentar zu den Bayern-Problemen: Taktik ist Trumpf

Taktik: Fußball wie zu Pep Guardiolas Zeiten - darauf können sich die Bayern-Fans unter Tuchel berechtigte Hoffnung machen. Wie Pep unterteilt der deutsche Trainer das Spielfeld ebenfalls mehr in Räume statt in Positionen. Wenn sich alle an die taktischen Vorgaben halten, ist jeder Raum besetzt, im Ballbesitz reißen die Spieler durch freie Bewegungen und ständige Dreiecke Lücken, die wiederum andere Spieler nutzen. Von der Grundordnung lässt Tuchel tendenziell in einem 4-2-3-1 spielen, im tatsächlichen Spiel wird daraus auch schnell mal ein 4-3-3 oder 4-1-4-1. Wichtig dabei: Konzentration! Hierzu mahnte auch schon Sagnol nach dem Remis in Berlin: „Ohne Konzentration sind wir nicht mehr die stärkste Mannschaft in Deutschland. Es liegt nicht nur an der Verteidigung, es ist ein Mannschaftsproblem. Wir müssen mehr gemeinsam agieren und die Balance finden.“ Tuchel versteht es, einer Mannschaft diese Balance einzutrichtern. Dabei kann seine Wortwahl im Training schon mal etwas deftiger ausfallen. Damit sollten die Bayern-Stars umgehen können. 

Manuel Bonke/Video: Glomex

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Rubriklistenbild: © MIS

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