tz-Interview vor dem Saisonstart

Thurn und Taxis: Zoff zwischen FCB und BVB ist nicht zu klären

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Fritz von Thurn und Taxis.

München - Am Freitag geht die Bundesliga in ihre 52. Saison. Sky-Kommentator Fritz von Thurn und Taxis (64) erwartet eine „hochinteressante Meisterschaft“. Die tz sprach mit ihm über die anstehende Runde.

Am Freitag geht die Bundesliga in ihre 52. Saison. Sky-Kommentator Fritz von Thurn und Taxis (64) erwartet eine „hochinteressante Meisterschaft“. Er ist am Sonntag bei Gladbach gegen Stuttgart im Einsatz. Wer hat im Meisterrennen die besseren Karten? Wer kämpft um die europäischen Plätze? Wer wird das Überraschungsteam? Die tz sprach mit Thurn und Taxis.

Herr von Thurn und Taxis, wer macht das Rennen: Bayern oder Dortmund?

Fritz von Thurn und Taxis: Ich glaube schon, dass sich Bayern am Ende durchsetzen wird. Aber sie haben im Moment zu viele Verletzte. Deshalb könnte es sein, dass Dortmund den besseren Start erwischt, weil Jürgen Klopp zu Beginn mehr personelle Möglichkeiten hat. Vielleicht kann sich Dortmund also ein Polster erarbeiten. Aber in der Rückrunde wird sich Bayern dann durchsetzen.

Nach den letzten beiden WM-Titeln für Deutschland wurde Bayern aber nicht Meister – ein Omen?

Thurn und Taxis: Nein, die anderen Vereine haben auch viele Spieler für die WM abstellen müssen. Damals hatten die Klubs ja auch nur zwei Ausländer, insofern ist das nicht mit heute vergleichbar.

Wen sehen Sie hinter den Titelfavoriten?

Thurn und Taxis: Es hoffen natürlich alle, dass sie in der wilden Jagd zum Schuss kommen, aber meine Reihenfolge an der Spitze wäre: Bayern, Dortmund, Leverkusen, Wolfsburg, Schalke, Gladbach und Hoffenheim. Leverkusen halte ich für stark. Der neue Trainer Roger Schmidt wird dem Team Impulse geben, sie werden mehr Pressing spielen können. Und sie haben mit Hakan Calhanoglu einen echten Zehner – und zwar einen herausragenden. Zum Thema Wolfsburg: Mit Klaus Allofs und Dieter Hecking ist da eine gute Kombination am Werk, sie haben der Mannschaft ein Gesicht gegeben. Und sie haben mit Nicklas Bendtner einen sehr interessanten Spieler geholt. An diesem Wechsel von Arsenal zu Wolfsburg sieht man auch, welche Attraktion die Bundesliga mittlerweile ist. Vor einigen Jahren wäre so ein Spieler vielleicht eher nach Italien gegangen. Bei Schalke wiederum muss man feststellen, dass die Mannschaft verlässlich unverlässlich spielt. Und nach dem Pokal-Aus sind jetzt auch die ganzen Diskussionen wieder da.

Für Sie kann Hoffenheim den größten Sprung machen?

Thurn und Taxis: Ja, die sind nahe dran an den Top fünf oder sechs. Die haben in der Vorsaison 3:3 bei den Bayern gespielt und in Leverkusen 3:2 gewonnen. Trainer Markus Gisdol lässt mutig spielen, hat eine starke Offensive und mit Oliver Baumann vielleicht den besten Torwart ihrer Bundesliga-Geschichte. Hoffenheim kann die Überraschungsmannschaft werden.

Kommen wir zu den Teams nach ihren Top sieben…

Thurn und Taxis: Da sehe ich eine Gruppe mit sechs Klubs, allen voran Frankfurt und Stuttgart. Die werden mit den erfahrenen Trainern Thomas Schaaf und Armin Veh deutlich stärker abschneiden als in der Vorsaison. Dann sehe ich da den HSV, Hertha, Hannover und den FCA, der in der Vorsaison fast schon über seine Verhältnisse gespielt hat.

Bleiben noch fünf…

Thurn und Taxis: Freiburg und Bremen, wo Robin Dutt in Sachen Formation und System noch ein Suchender ist. Die Mainzer, eine der Überraschungen, der vergangenen Saison, werden es schwerer haben. Und den Aufsteigern Köln und Paderborn wünsche ich alles Gute, aber einen Mittelfeldplatz zu prognostizieren wäre wohl übertrieben.

Auf welche Spieler freuen Sie sich am meisten?

Thurn und Taxis: Auf Robert Lewandowski, der wieder seine 20 Tore machen wird. Er vereint alle Fähigkeiten, die man als Stürmer haben muss. Bendtner ist eine spannende Personalie. Und bei Dortmund könnte Pierre-Emerick Aubameyang der entscheidende Mann werden.

Was sagen Sie zum Streit zwischen Bayern und Dortmund? Kann man das nicht irgendwie klären?

Thurn und Taxis: Nein, das ist nicht zu klären, das wollen die Bayern auch nicht. Die wollen den Dortmundern klarmachen: Wir sind die Nummer eins und ihr die Nummer zwei.

Interview: B. Brudermanns

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