Besonderes Spiel für Ex-Bayer

Toni Kroos – die schnelle Version von Xabi Alonso

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Toni Kroos (l.) im DFB-Training.

Vigo - Das DFB-Länderspiel ist eine besondere Partie für den neuen Real-Star Toni Kroos, der sich mit einer Würdigung für Alfredo di Stefano in Madrid einführte.

Drei Stunden flog die deutsche Nationalmannschaft von München nach Vigo – zurück wird die Maschine leerer sein. Denn drei Mann bleiben im Lande. „Ein Vorteil für mich: Die Heimreise ist kürzer“, sagt Toni Kroos, einer von ihnen. Der derzeit interessanteste: Bei Real Madrid hat er sich in wenigen Wochen schon etabliert, sein Platz ist weitaus sicherer als der von Sami Khedira. Und Shkodran Mustafi ist für den FC Valencia eine gute Ergänzung, aber nicht derjenige, um den sich alles drehen würde. Kroos war von den drei deutschen „Spaniern“ auch der mit der stärksten WM-Performance. Und der einzige, der auch im Finale auf dem Platz stand.

Es war dann eine Fügung der Geschichte, dass die Bayern Kroos auch durch den Spieler ersetzten, der in Madrid wohl weniger Spielzeiten bekommen hätte durch die Amkunft des 2014er-Weltmeisters. Und es ist seit diesen Transfers öfter vorgekommen, dass man vergleicht, was Kroos in Madrid leistet und Xabi Alonso in München – und sich vorstellt, wie der eine die Aufgaben des anderen lösen würde. Auch Jerome Boateng, der in München mit Kroos spielte und jetzt mit Alonso spielt, wurde befragt. Seine Antwort: Alonso würde ähnlich spielen wie Kroos – „nur eben in seinem Tempo“. Was wohl heißt: Xabi Alonso, 32, ist ein Toni Kroos, 24, in langsam. Oder Kroos eine schnelle Version von Alonso.

Einen direkten Vergleich zwischen beiden kann es allenfalls in der Champions League geben (so denn das Los München und Madrid zusammenführt), im heutigen Länderspiel nicht. Denn Xabi Alonso ist zurückgetreten aus der spanischen Auswahlmannschaft nach der enttäuschenden WM (Vorrunden-Aus). Auf beiden Seiten werden einige der Namen fehlen, die über Jahre für die Größe des jeweiligen Fußball-Systems standen. Kroos freut sich jedoch, „dass ich gegen Sergio Ramos spiele. Das wird Spaß machen.“

Toni Kroos ist gut angekommen bei Real. 20 000 Leute erschienen im Estadio Bernabeu zu seiner Präsentation, die er mit einer Trauerbekundung eröffnete: Zehn Tage vorher war Alfredo di Stefano gestorben, ein großer Fußballer weit vor Kroos’ Zeit und Wahrnehmung – doch eben eine Legende. Wer zu Real Madrid geht, sollte sich mit der Vereinsgeschichte befassen. Kroos tat es, und das halten die Menschen, die seine Fans werden sollen, für anständig.

Nicht so sehr befasst hat er sich mit der spanischen Nationalmannschaft. Kroos gibt zu, dass er deren letztes Spiel, das 3:0 gegen Weißrussland, gar nicht gesehen hat: „Das war am Samstagabend – da war ich bei meiner Familie.“ Lieber spricht er über seinen Klub, über Real. Und über seine spanischen Mitspieler, die sich Bemerkungen über Deutschlands Stolperstart in die EM-Qualifikation verkniffen. „Die sind ganz ruhig im Moment.“ Spanien hat seine Vormachtstellung im Weltfußball an Deutschland verloren und selbst zu kämpfen in der Vorbereitung auf die nächste große Aufgabe, die EM 2016 in Frankreich.

Spanien trägt sein Freundschaftsspiel gegen Deutschland heute in Vigo aus. Provinz im Vergleich mit den Zentren Barcelona und Madrid. Einerseits bedauerlich – doch Kroos ist Pragmatiker. „Lerne ich das Stadion hier auch kennen. Es ist mir neu. Mit Real war ich nämlich noch nicht da.“  

gük

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