Heynckes-Nachfolger gesucht

Nagelsmann als neuer Bayern-Coach? Jetzt grätscht der BVB dazwischen

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Julian Nagelsmann ist der jüngste Coach, der jemals ein Bundesliga-Team trainiert hat. Zu jung für den FC Bayern?

Julian Nagelsmann ist beim FC Bayern München als Heynckes-Nachfolger im Gespräch. Doch der Hoffenheimer ist offenbar auch bei Borussia Dortmund ein Kandidat.

News vom 30. November

Generell scheint sich an der Säbener Straße die Erkenntnis durchzusetzen, dass Julian Nagelsmann noch kein Kandidat für die Trainerbank des FC Bayern ist. Selbst Uli Hoeneß sagte Anfang des Jahres gegenüber heidelberg24.de*: „Er (Nagelsmann, Anm. d. Red.) ist gut beraten, hier (bei der TSG 1899 Hoffenheim, Anm. d. Red.) noch drei bis vier Jahre zu bleiben.“

Vielleicht hat sich die Personalie ohnehin bald von selbst erledigt. Wie die Sport Bild zu wissen glaubt, schätzt man auch bei Borussia Dortmund die Arbeit des jungen Hoffenheimer Fußballlehrers. Angeblich beschäftigt man sich beim BVB damit, Nagelsmann nach Dortmund zu locken, falls die Zusammenarbeit mit Peter Bosz vorzeitig endet. Der Niederländer steht aufgrund der sportlichen Krise der Schwarzgelben unter enormem Druck, eine vorzeitige Auflösung seines noch bis 2019 laufenden Vertrages ist nicht unwahrscheinlich, sollte die Talfahrt weiter anhalten.

Nagelsmann selbst hat Verbindungen zur Borussia Dortmund allerdings dementiert. "Ich habe keinen Kontakt zu anderen Vereinen. Ich mache mir zur Aufgabe, dass wir hier wieder in die Erfolgsspur kommen und unseren eigenen Ansprüchen gerecht werden. Damit ist das Thema ganz schnell wieder abgehakt.“

Bayern-Trainer? Experten halten Nagelsmann als Heynckes-Nachfolger für zu unerfahren

Nichts ist so anziehend wie Erfolg - auch und gerade im Fußballgeschäft. Diese Erfahrung durfte Julian Nagelsmann bereits in jungem Alter als Coach der U19 der TSG 1899 Hoffenheim machen. Damals, im Sommer 2015, wollte FCB-Präsident Uli Hoeneß das Trainertalent nach München locken mit dem Angebot, die U17 oder U19 des Rekordmeisters zu übernehmen.

„Hoeneß und ich waren beim Kennenlern-Gespräch, das mich auch schwer beeindruckt hat. Es hat nur 7 Minuten und 30 Sekunden gedauert. Also wirklich ganz, ganz kurz. Uli Hoeneß hat ein paar Dinge gefragt. Anscheinend habe ich ihn recht schnell überzeugt. Dann ist der Gedanke bei Bayern gereift, mich zu holen“, verriet Nagelsmann im Gespräch mit Eurosport. Doch Hoffenheim-Boss Dietmar Hopp verweigerte die Freigabe, Nagelsmann musste absagen.

Nach der Trennung von Carlo Ancelotti ploppte die Personalie Nagelsmann bei der Suche eines Nachfolgers natürlich wieder auf. Nagelsmann befeuerte die Spekulationen mit Aussagen wie: „Der FC Bayern spielt in meinen Träumen schon eine etwas größere Rolle. Ich habe viele Jahre in München gelebt, komme aus Landsberg am Lech.“

Mit Sebastian Rudy, Niklas Süle und vielleicht auch bald Sandro Wagner tummeln sich gleich mehrere Spieler an der Säbener Straße, die Nagelsmann noch aus gemeinsamen Hoffenheimer Zeiten kennt. Doch gleichzeitig stehen auch einige Weltmeister und sonstige Superstars im Kader des Rekordmeisters - der ein oder andere Beobachter des Profifußballs traut dem 30-jährigen Nagelsmann den Umgang mit solchen Kalibern noch nicht zu. Torwarttitan Oliver Kahn beispielsweise rät von einer jetzigen Verpflichtung Nagelsmanns ab. „Ich denke, Nagelsmann ist noch zu jung für Bayern. Er hatte ein bisschen Erfolg mit Hoffenheim, aber ein Job in München käme viele Jahre zu früh.“

Ähnlich sieht das Rekordnationalspieler Lothar Matthäus: „Bei Nagelsmann war der Hype letztes Jahr groß. Er ist sympathisch, geht in die Tiefe – aber er hat noch keine Titel. Das war Bayern immer wichtig: Ottmar Hitzfeld, Louis van Gaal, Heynckes, Pep Guardiola, Ancelotti. Wenn das ein Kriterium ist, muss er noch ein paar Jahre warten. Irgendwann wird er es aber zum FC Bayern schaffen.“ Auch Jupp Heynckes sieht den Hoffenheimer Fußballlehrer noch nicht ganz in der Position, ihn an der Säbener Straße zu beerben. 

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