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Aus nach sechs Spieltagen: Hat Carlo Ancelotti seinen Rauswurf provoziert?

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Von: Florian Naumann

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Carlo Ancelotti
Carlo Ancelotti © dpa

Carlo Ancelotti ist gefeuert - so früh in der Saison wie lange kein FCB-Trainer vor ihm. Indizien deuten daraufhin, dass der erfahrene Coach das Aus möglicherweise forciert hat.

München/Paris - Völlig unerwartet kam die Entscheidung nach der Schmach von Paris nicht - ein Paukenschlag ist sie trotzdem: Carlo Ancelotti ist nicht mehr Trainer des FC Bayern. So früh in der Saison ein Trainerwechsel, das ist beim deutschen Rekordmeister ein Novum. Selbst Jürgen Klinsmann hielt 2008/09 bis zum April durch. Und sogar in der fast schon legendären Seuchensaison 1991/92 bekam Jupp Heynckes „erst“ am 8. Oktober den Laufpass.

Kurz nach Ancelottis Aus bleibt auch deshalb eine Frage: Hat der erfahrene Coach seine Entlassung womöglich absichtlich forciert? Für diese These gibt es einige Indizien, wie Sport 1 online berichtet.

Rätselhafte Aktion vor dem Spiel gegen PSG

Ein nicht namentlich genannter „Insider“ steckte dem Portal am Donnerstag, man habe zuletzt den Eindruck gehabt, Ancelotti wolle „seinen Rauswurf provozieren“. „So ging es nicht weiter“, sagte er: „Der Verein musste handeln“.

Auch einen konkreten Anhaltspunkt nannte der Informant. Vor dem Champions-League-Flop gegen PSG habe Ancelotti die Aufstellung wortlos kommuniziert. Der Star-Trainer habe lediglich ein Blatt Papier mit den elf Namen an die Tafel in der Umkleide gepinnt und sei ohne weiteren Kommentar gegangen. Ein reichlich gewöhnungsbedürftiges Verhalten vor einem vielbeachteten Spiel.

In den Augen einiger Beobachter war die Start-Elf von Paris ohnehin eine Provokation: Ohne die Innenverteidiger Jerome Boateng und Mats Hummels rannten die Bayern schnell in den Rückstand. Auch Arjen Robben und - der in seiner Heimat Frankreich sicherlich hochmotivierte - Franck Ribéry blieben draußen. Über weite Strecken schien die FCB-Elf planlos zu agieren.

Rummenigge forderte schon am Mittwoch „Konsequenzen“

Auch der Vereinsführung schienen diese Details ganz und gar nicht zu schmecken. "Es war eine ganz bittere Niederlage, eine Niederlage, die es zu anlaysieren gilt, nach der wir auch Klartext reden und Konsequenzen ziehen müssen“, polterte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in seiner Bankettrede am Mittwochabend.

Vermutlich ist es kein Zufall, dass der Wortlaut der Pressemitteilung zu Ancelottis Rauswurf am Donnerstagnachmittag genau diesen Faden wieder aufgriff. „Das Spiel in Paris hat deutlich gezeigt, dass wir Konsequenzen ziehen mussten“, erklärte Rummenigge darin. „Carlo ist mein Freund und wird es bleiben, aber wir mussten hier eine professionelle Entscheidung im Sinne des FC Bayern treffen.“ Vielleicht auch, weil Ancelotti den FCB-Machern keine andere Wahl mehr ließ...

Wer wird Carlo Ancelotti als FC-Bayern-Trainer beerben? Das sind die vier Favoriten.

fn

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