Das spricht für und gegen einen Wechsel

Warum Wagner der Richtige für den FC Bayern ist - und warum nicht

Am Donnerstagmittag bestätigte Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann offiziell: Sandro Wagner und der FC Bayern haben Interesse an einem Wechsel. Wir erklären, was dafür und dagegen spricht.

Der Winter-Hammer der Bundesliga bahnt sich gerade zwischen München und Sinsheim an. Der FC Bayern hat seit längerer Zeit Interesse an TSG-Stürmer Sandro Wagner und der wiederum an einem Wechsel an die Isar. Das bestätigte Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Doch macht dieser Transfer wirklich Sinn?

Sandro Wagner zum FC Bayern: Das spricht aus Münchner Sicht dafür

Sandro Wagner würde mit einem Schlag ein jahrelanges Problem der Bayern lösen. Endlich stünde ein Ersatz für Robert Lewandowski parat, falls der mal verletzungsbedingt ausfallen sollte oder eine Pause bräuchte. In Wagner würde der FCB dazu einen deutschen Nationalstürmer verpflichten, der aufgrund seiner Klasse und seinem Selbstbewusstsein den Konkurrenzkampf anheizen würde. So könnte auch Lewandowski noch einmal angestachelt werden.

Beide Angreifer sind zudem ähnliche Spielertypen. Sie haben ein starkes Kopfballspiel, sind technisch versiert, können sich am Ball behaupten und haben einen überragenden Torinstinkt. Die Mitspieler müssten sich bei einem Wechsel im Spiel also nicht komplett umstellen.

Nagelsmanns Pressekonferenz im Video:

Mit Wagner böte sich sogar bei Rückständen eine Doppelspitze an. In Schlussphasen könnte der 29-Jährige für die nötige Durchsetzungskraft sorgen. Zudem spricht Wagner deutsch, was für Trainer Jupp Heynckes ein wichtiger Faktor ist. Er bräuchte also kaum Anlaufzeit für die Integration. Einige Stars kennt er ohnehin bereits aus dem DFB-Team. 

Und: Sehr teuer dürfte Wagner auch nicht werden. 10 Millionen Euro stehen laut Sport Bild im Raum.

Ein weiterer Mega-Vorteil: Wagner wäre in der Champions League spielberechtigt, selbst wenn er im Winter wechseln sollte. Laut UEFA-Regelwerk spielen die Playoffs gegen Liverpool (1:2 und 2:4) keine Rolle.

Sandro Wagner zum FC Bayern: Das spricht aus Spieler-Sicht dafür

Wagner ist mit 29 Jahren in einem Alter, in dem er zugreifen muss, wenn sich die Chance auf einen Topklub in Europa bietet. 

Das weiß auch Julian Nagelsmann, der in der Pressekonferenz weitere Punkte ansprach: "Jeder weiß, dass Sandro Kinder hat, die in Unterhaching leben, der FC Bayern sein Jugendverein und er nicht mehr ganz jung ist.“ Deshalb gebe es "keinen Groll" wegen des Wechselwunsches.

Hinzu kommt, dass sich Wagner alleine durch das Training mit den vielen Superstars in München weiterentwickeln könnte. Er spielt dann erstmals um einen großen Titel, die Champions League, mit und wird wohl deutlich mehr Geld verdienen, als im Kraichgau. Viele Vorteile, die aus seiner Sicht für einen Wechsel sprechen.

Das spricht aus Bayerns Sicht dagegen:

Ein Punkt spricht aber vielleicht aus Bayern-Sicht dagegen. Die Verantwortlichen müssen sich sehr genau überlegen, ob sie den selbstbewussten Wagner für eine Position als Backup verpflichten.

Wagner meldete in der Vergangenheit immer wieder auch gegenüber DFB-Coach Joachim Löw Ansprüche an - bis der ihn wirklich nominierte. In München muss man sich also sicher sein, dass Wagner nicht aufmuckt, wenn er mal drei Wochen lang auf der Bank sitzt und in den wichtigen Spielen andere den Vorzug bekommen.

Traf schon früher für die Bayern: Sandro Wagner im Jahr 2007.

Das spricht aus Wagners Sicht dagegen:

Trotz aller Vorzüge: Wagner würde mit einem Wechsel seine WM-Chancen in Gefahr bringen. Denn nur wenn er spielt, kann er sich für Löws 23-Mann-Kader empfehlen. Vom sicheren Stammplatz auf dem Feld in Sinsheim ginge es auf die prominent besetzte Bayern-Bank. 

Und Wagner würde die positive Entwicklung der TSG unter Nagelsmann verpassen. Das ist allerdings verschmerzbar angesichts eines Wechsels zum Topklub FC Bayern.

Fazit:

In den nächsten Tagen werden die Telefondrähte glühen. Vielleicht zwischen den befreundeten Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß und Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp. Sicher aber zwischen Karl-Heinz Rummenigge und seinem Sohn Roman. Der ist nämlich der Berater von Sandro Wagner. Tendenz: Bayern wird Wagner im Winter verpflichten.

Video: Glomex

Rubriklistenbild: © dpa

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