„Es ärgert uns!“: Eberl genervt von andauernder Trainersuche des FC Bayern
Die Trainersuche des FC Bayern zieht sich weiter. Und das zehrt offenbar auch an den Nerven der Bosse des deutschen Rekordmeisters.
München - Die Trainersuche des FC Bayern zieht sich. Seit Monaten suchen die Münchner einen Nachfolger für Thomas Tuchel, der den Verein laut Vereinbarung ab Sommer verlassen wird. Vollzug gibt es noch immer nicht zu vermelden. Die Odysee zehrt offenbar auch an den Nerven der Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters.
„Wir haben gesagt, dass wir bis April fertig sein wollen. Wenn es bis Mai dauert, dauert es bis Mai. So habe ich das am Anfang bereits kommentiert“, gab Sportvorstand Max Eberl nach dem 2:0 am Sonntagabend gegen den VfL Wolfsburg zu. „Jetzt haben wir Mitte Mai und es ärgert uns auch, dass es bislang noch nicht funktioniert hat, so wie wir uns das vorgestellt haben.“

„Es ärgert uns!“: Eberl genervt von andauernder Trainersuche des FC Bayern
Was den Bayern-Boss noch stört: die Transparenz der Trainersuche. „Das Ganze wird ja sehr viel begleitet. Nicht nur von euch, sondern auch vor Protagonisten selber“, sagte Eberl gegenüber den Medienvertretern. „Gerade unsere Gegenpartei präsentiert sich häufig sehr offensiv. Ich kenne das ein bisschen anders. Man spricht hinter verschlossenen Türen. Man einigt sich, man einigt sich nicht, dann geht man auseinander. Dem ist jetzt nicht so. Das macht es alles nicht leichter.“
Xabi Alonso war von Anfang an Bayerns absolute Wunschlösung. Der Meistertrainer bleibt aber lieber noch ein Jahr in Leverkusen. Zum Interesse der Münchner äußerte er sich nie öffentlich. Mit Julian Nagelsmann und Ralf Rangnick befasste sich der FC Bayern ebenfalls intensiv. Dass mit dem Bundestrainer Gespräche über eine Rückholaktion nach München stattgefunden haben, gab sein Berater Volker Struth Mitte April bei „Spielmacher – der Podcast von 360Media“ zu. Auch Österreichs Teamchef Rangnick bestätigte Ende April bei 90minuten.at Kontakt zum FC Bayern.
Was Eberl in seiner Kritik allerdings unerwähnt lässt: seine Chef-Kollegen plauderten ebenfalls detailliert über die Trainersuche. Während der Sportvorstand nach dem Halbfinal-Hinspiel in der Champions League am 30. April gegen Real Madrid zurückhaltend antwortete und explizit auf keine Namen eingehen wollte, war Herbert Hainer auskunftsfreudiger. „Wir sind mit Ralf in guten Gesprächen“, gab der Präsident damals zu. Wenige Tage zuvor sprach auch Ehrenpräsident Uli Hoeneß bei einem Podiumsgespräch der FAZ über Rangnick & Co.
So oder so – Bayerns Trainer-Theater geht weiter. „Wir versuchen, so schnell wie möglich einen neuen Trainer zu finden, um die Kaderplanung voranzutreiben“, betonte Eberl. „Da führen wir Gespräche. Nicht nur mit einem. Aber wir führen welche.“
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Auch bei Oliver Glasner kassierten die Bayern eine Absage
Laut The Athletic sollen Eberl und Sportdirektor Christoph Freund wenige Stunden nach der Absage Rangnicks Oliver Glasner, der erst im Februar Premier-League-Club Crystal Palace übernommen und bis 2026 unterschrieben hatte, kontaktiert haben. Kein Thema für den englischen Verein.
Eine Rückkehr von Ex-Bundes- und Bayern-Trainer Hansi Flick ist ebenfalls unrealistischer geworden. Weiterhin auf dem Zettel von Eberl ist hingegen noch Roberto De Zerbi von Brighton & Hove Albion. Laut Sky soll nun eine Weiterbeschäftigung von Tuchel plötzlich doch wieder Thema sein. Es wäre eine kuriose Wende im ohnehin schon verrückten Trainer-Theater des FC Bayern. Philipp Kessler, Manuel Bonke