Top-Torjäger der Bayernliga spricht über das Leben an der Seite einer Nationalspielerin

Traumberuf Spielermann: Dotzler geht für seine Liebe Sara Däbritz nach Paris

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DFB-Star Sara Däbritz bei der WM mit ihrem Freund Lukas: Seit dieser Saison spielt sie für Paris Saint-Germain.

Lukas Dotzler steht als Fußballer im Schatten seiner Freundin Sara Däbritz. Für die Nationalspielerin hat der 24-Jährige im Sommer seine Heimat verlassen. Fast wäre er ebenfalls als Stürmer bei Paris Saint-Germain gelandet. 

Dass eine Spielerfrau bei einem Vereinswechsel ihres Mannes mitgeht, ist selbstverständlich. Doch als Lukas Dotzler im Sommer seine Sachen in München gepackt hat, kamen bei seinen Freunden und Mitspielern Fragen auf: Willst du das wirklich machen? Der 24-Jährige ist der Freund von Nationalspielerin Sara Däbritz, die im Sommer vom FC Bayern zu Paris Saint-Germain gewechselt ist. Für seine Freundin hat Dotzler alles zurückgelassen. Seine Kumpels und seinen Fußballverein. Für den SV Pullach hat Dotzler in der vergangenen Saison noch 20 Tore in der Bayernliga geschossen. Im Interview spricht der 24-Jährige darüber, wie es sich anfühlt, im Schatten einer Nationalspielerin zu stehen. Zudem verrät er, dass es ihm als Spielermann oft ähnlich geht wie einer Spielerfrau.

Spielerfrauen sind über Instagram omnipräsent. Aber wie ist das Leben eines Spielermanns?

Das läuft ähnlich ab. Meine Freundin ist selten zu Hause. Sie ist mit der Nationalmannschaft und ihrem Verein zwischen 100 und 150 Tage im Jahr unterwegs. Damit muss man in einer Beziehung erst einmal klar kommen. Der Unterschied ist, dass sich die Spielerfrau wohl mehr durchfüttern lässt, als ich (lacht). Die kann sich entspannt zu Hause aufs Sofa setzen und Online-Shopping machen. So läuft das bei uns nicht. Sara verdient kein Vermögen.

Bei Ihnen hat es für die große Karriere nicht gereicht. Wie ist es als Fußballer im Schatten einer Frau zu stehen?

Ich finde das richtig cool. Ich bin sehr stolz auf Sara. Sie ist Nationalspielerin, da stelle ich mich gerne hinten an.

Wer ist im Fußball besser?

Zwischen uns gibt es regelmäßig Duelle. In der Wohnung bauen wir oft ein Fußballtennis auf. Wenn wir Zeit haben und Sara nach dem Training noch Kraft hat, gehen wir auch auf den Bolzplatz und battlen uns im Lattenschießen. Das ist immer ein heißes Duell. Für den Sieg muss ich immer Gas geben. Sara ist technisch brutal gut. Es ist oft ausgeglichen. Aber wenn es hart auf hart kommt, gewinne ich.

Wie lernt man eine Nationalspielerin kennen?

Wir kommen fast aus dem gleichen Dorf in der Nähe von Amberg. Ich habe Sara mit zehn Jahren am Stützpunkt kennengelernt. Damals hatten wir noch nicht viel miteinander zu tun. In dem Alter interessieren sich Jungs und Mädels nicht füreinander. Ich bin für mein Studium und den Fußball nach München gekommen. Zu dieser Zeit habe ich im Internet gelesen, dass Sara zum FC Bayern wechselt und habe ihr auf Facebook geschrieben. Wir haben uns getroffen und uns wieder kennengelernt.

Das erste Date von Dotzler und Däbritz: „Wir sind erst einen Kaffee trinken gegangen“

Fand das erste Date auf dem Fußballplatz statt? 

(lacht) Wir sind erst einen Kaffee trinken gegangen. Aber wir waren dann recht schnell auf dem Feld und haben gekickt. Wir haben uns mitten in der Vorbereitung kennengelernt und gleich ein paar Einheiten zusammen gemacht.

Stand für Sie sofort fest, dass Sie mit Sara nach Paris gehen?

Logisch. Für mich kam das nicht überraschend. Ich wusste, dass das irgendwann auf mich zukommt. Es war der Traum von Sara, im Ausland zu spielen. Wir haben es gemeinsam besprochen. Wenn ich gesagt hätte, dass ich keinen Bock habe, hätten wir es nicht gemacht. Für sie war es eine super Chance.

Was haben Ihre Mitspieler beim SV Pullach gesagt, als feststand, dass Sie als Spielermann nach Paris gehen?

(lacht) Viele waren überrascht und haben mich gefragt, ob ich da wirklich Bock darauf habe und was ich dort alleine mache. Aber so ist es nicht. Ich habe meine Freunde zu Hause gelassen. Das ist der einzige Unterschied zu meinem Leben in München. Ich studiere Sportmanagement im Fernstudium und spiele hier in Paris Fußball. Zudem nehme ich mit Sara Sprachunterricht.

DFB-Star Sara Däbritz bei der WM mit ihrem Freund Lukas: Seit dieser Saison spielt sie für Paris Saint-Germain.

Wie schaut Ihr Alltag aus? Sind Sie im Online-Game Fortnite noch besser geworden?

Meine Fortnite-Karriere musste ich in Paris aufgeben. Ich hatte die ersten zwei Monate kein Internet. In dieser Zeit waren vier Techniker bei uns zu Hause wegen eines WLAN-Anschlusses. Bis die Franzosen mal was hinbekommen, dauert es ewig. Hier läuft alles ein bisschen gemütlicher als in Deutschland. Das ist echt irre.

Dotzler: „Ich bin 24. Das ist ein Alter, in dem man aufhören sollte, zu träumen.“

Sie haben in zwei Spielzeiten in der Bayernliga 43 Mal getroffen. Hätte es Sie nicht gereizt, in Deutschland noch einmal höher anzugreifen?

Damit habe ich mich nicht befasst. Mit Saras Wechsel hatten wir genug zu tun. Ich war Nebensache. Ich bin 24. Das ist ein Alter, in dem man aufhören sollte, zu träumen. Ich will so hoch wie möglich spielen, habe aber keine Profi-Ambitionen mehr.

Haben Sie Ihre Spielerkarriere aufgegeben?

Nein, ich spiele in der der 4. Liga. Sara hat bei den Verhandlungen die Bedingung gestellt, dass sich der Verein dafür einsetzt, dass ich in Frankreich hochklassig Fußball spielen kann. Erst bestand die Option, dass ich bei Paris II spiele. Aber das hat sich aufgrund der U21-Regelung leider zerschlagen. Der Saisonstart meiner Mannschaft war nicht ideal. Bisher durfte ich noch nicht einmal spielen. Die Spielgenehmigungen für ausländische Spieler gehen in Frankreich ähnlich schnell über die Bühne wie ein WLAN-Anschluss.

Kann die 4. Liga in Frankreich mit der Regionalliga Bayern mithalten?

Taktisch sind die französischen Amateurspieler deutlich schlechter. Taktik wird kaum trainiert. Das hat mich sehr überrascht. Aber das Niveau ist trotzdem gut. Hier spielen richtig gute Fußballer. Somit gleicht sich das wieder aus.

Ihr Ex-Verein steckt im Abstiegskampf. Fiebern Sie aus der Ferne noch mit dem SV Pullach mit?

Ich war letzte Woche daheim und haben mir das Top-Spiel gegen den FC Pipinsried live angeschaut. Es war ein komisches Gefühl, nach Pullach zu fahren und nur am Spielfeldrand stehen zu dürfen. Mein bester Kumpel Daniel Leugner ist von Pullach zum FC Pipinsried gewechselt. Deshalb konnte ich die Pullach-Pleite verkraften.

Was trauen Sie dem neuen Trainer Alex Benede zu?

Ich halte sehr viel von ihm. Es war klar, dass es ein bisschen dauert, bis er seine Spieler so geformt hat, wie er sie braucht. Mit Martin Bauer und Mike Hutterer fallen derzeit zwei Spieler aus, die eine Mannschaft nicht ersetzen kann. Wenn sie zurückkommen und das Team sich gefunden hat, mache ich mir keine Sorgen um den Abstieg.

Unter Frank Schmöller sind Sie explodiert. Welchen Anteil hat er an Ihrer Torausbeute?

Frank hatte mich an der engen Leine und wurde zur richtigen Zeit laut. Genau so einen Trainer habe ich gebraucht.

Das Interview führte Christoph Seidl

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