Gegen Olympiakos Piräus

Trotz Roter Karte: Holger Badstubers Auftritt war ein Erfolg 

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Holger Badstuber ist wieder am Ball.

München - Rote Karte für Holger Badstuber im Spiel gegen Olympiakos Piräus. Trotz des Platzverweises kann der FC Bayern seinen Auftritt als Erfolg verbuchen. 

Der erste Ball, der gestern Abend nach dem Anstoß zurück in die Reihen des FC Bayern rollte, rutschte rund 15 Meter schnurgerade über den Rasen, eher er sich an den Fuß von Holger Badstuber schmiegte. Sie haben viel nachzuholen, Badstubers Füße und der Ball, der junge Mann war ja quasi Jahre verletzt, und so war es ein schönes Zeichen, dass ihm gegen Olympiakos Piräus gleich die erste Aktion gehörte. Sie suchen ihn, die Kollegen, sie haben Vertrauen. Auch nach der langen Absenz wissen sie: Der Ball ist bei ihm gut aufgehoben.

Geknickt nach dem Platzverweis.

In der 53. Minute schlich Badstuber mit gesenktem Kopf vom Platz. Der frühe Dienstschluss war nicht geplant, und als er in die Kabine stapfte, klatschten die Fans der Bayern lang, in der Südkurve skandierten die Treuesten seinen Namen. Sie wussten: Er hatte sich geopfert. Die Rote Karte, die seinen Arbeitstag beendet hatte, war nicht seine Schuld, obwohl ein Badstuber in Bestform vermutlich keine Notbremse gebraucht hätte, als er einen Fehler der Kollegen ausbügeln hatte müssen.

Holger Badstuber war gegen die Griechen überraschend in die Startelf der Münchner gerückt, schließlich war es ein wichtiges Spiel, und Pep Guardiola hatte zuvor ausdrücklich vor den schnellen Stürmern der Gäste gewarnt. Wozu ein Risiko eingehen mit einem, der noch eine lange Aufbauzeit vor sich hat? Es ist eine der luxuriösen Begleiterscheinungen dieser Zeit, dass es sich die Münchner in ihrer gegenwärtigen Form leisten können, einem Rekonvaleszenten sogar in einer richtungsweisenden Partie in der Champions League Spielpraxis zu erlauben. Badstuber verbrachte bis zu seinem abrupten Abschied eine solide Nachtschicht seiner Reha. Er schob Dienst als eine Art Libero.

Rot für Badstuber? "Ich hätte das nicht mal gepfiffen"

Gegen die schnellen Stürmer der griechischen Gäste wählte der 26-Jährige eine Verteidigungsposition einige Meter hinter seinem Partner Jerome Boateng, und der Spielraum half ihm in der Regel, seinen verständlichen Mangel an Spritzigkeit kaschieren zu können. Auch für die Eröffnung tat Luft gut, er ist noch nicht so weit, sich permanent unter Stress setzen zu lassen.

Holger Badstuber war neben Thomas Müller die große Entdeckung von Louis van Gaal, der das Eigengewächs nicht zuletzt eben wegen seiner Fähigkeiten im Aufbauspiel so schätzte, dass er den verdienten Kämpen Lucio wegschicken ließ. Später wurde Jerome Boateng hinzugekauft, und eigentlich lautete der Plan, dass in München nun das zentrale Duo der Zukunft verteidigen sollte, auch mit Blick auf die Nationalmannschaft. Anpassungsprobleme des Neuzugangs und dann eine beispiellose Krankenakte von Badstuber sorgten dafür, dass dieses Versprechen auf die Zukunft bisher nicht eingelöst wurde. Gestern begann die Geschichte nun auf ein Neues. Und eine Rote Karte wie die gegen Piräus wird sie nicht umschreiben.

"Ein Häcksler namens Bayern"

Bayern lässt Piräus keine Chance - zweimal Note eins

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