Hoffenheim entscheidet sich für Ex-Assistent Schreuder

Ist Ex-Bayern-Trainer Walter noch nicht reif für die 1. Bundesliga?

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Tim Walter beim Abschied von den Bayern. Er will sich weiterenwtickeln und den Sprung in den Erwachsenenfußball schaffen.

Ist der ehemalige FC Bayern Jugendtrainer Tim Walter noch nicht reif für die Bundesliga? Trotz vieler Spekulationen entscheidet sich die TSG Hoffenheim für Schreuder.

Tim Walter war ein Kandidat für den Trainerposten bei der TSG. Nun steht mit Alfred Schreuder der Nagelsmann-Nachfolger fest und Walter bleibt den Kielern erhalten. Da sich die TSG für den deutlich erfahreneren Kandidaten entschieden hat, stellt sich nun die Frage: Ist Walter noch nicht reif für die 1. Bundesliga?

Momentan befinden sich die Störche aus Kiel unter der Leitung von Tim Walter auf dem fünften Tabellenplatz der 2. Bundesliga. Und das, obwohl nach der Erfolgssaison unter Markus Anfang zahlreiche Spieler zusammen mit dem Trainer den Verein verließen. Hierzu zählten auch Spieler wie die Top-Torjäger Marvin Duksch und Dominik Drexler. Vor allem im Angriff setzt Walter bei Holstein Kiel auf junge Spieler. Und das Durchschnittsalter von etwas über 21 Jahren wird belohnt. In der noch laufenden Saison haben die Offensivkräfte der Kieler bereits 51 Tore erzielt. Damit stehen die Störche hinter Köln und Paderborn auf Platz 3.

Hätte Walter in das Konzept der TSG gepasst?

Auch Hoffenheim ist unter Nagelsmann für eine gute Einbindung junger Spieler und einen attraktiven und offensiven Fußball bekannt. Es ist also kein Wunder, dass Walter als Nagelsmann-Nachfolger gehandelt wurde. Walter selbst berichtete im Interview mit sportbuzzer.de, dass bisher jedoch noch kein Angebot der TSG bei ihm angekommen sei und er selbst erst durch seine Spieler von dem angeblichen Interesse erfahren habe. 

Die gute Einbindung der Jugendspieler ist bei Walters Erfahrung als Jugendtrainer nicht verwunderlich. Bei Holstein Kiel arbeitet er vor allem mit Leihgaben aus Bundesligavereinen und den RB Salzburg. Mit Noah Awuku, Arne Sicker und Philipp Sander stehen unter Walter drei Spieler aus der eigenen Jugend in der ersten Mannschaft. Awuku und Sander sind teil der jungen Offensive, die diese Saison bisher zuverlässig funktioniert. 

Tim Walter: Seine Anfänge in der Jugendarbeit des FC Bayern München

Tim Walter wechselte 2015 für eine Ablöse von 200.000 € vom Karlsruher SC in die Jugend des FC Bayern München. Im ersten Jahr landete er mit der U17 des deutschen Rekordmeisters nur drei Punkte hinter dem VfB Stuttgart auf Tabellenplatz 2. Mit dem damaligen Kader entwickelte Walter Spieler wie Timothy Tillman. Tillman bekam mittlerweile seine ersten Bundesligaeinsätze beim 1. FC Nürnberg. Am vergangenen Spieltag durfte er gegen Eintracht Frankfurt sogar von Anfang an ran. Auch Meritan Shabani stammt aus Walters Talentschmiede. Der mittlerweile 20-jährige stand bereits im März 2018 im Kader der FC Bayern Profis. Zum ersten Mal in der Startelf stand Shabani dann im Juli 2018 beim Testspiel gegen Manchester City. Schon in der 15. Minute nickte der Jugendspieler per Kopf zum 1:0 Zwischenstand ein. 

In der darauf folgenden Saison wurden der Bayern Nachwuchs unter Walters Leitung deutscher Meister in der U17. Die Saison wurde mit dem ersten Platz in der Bundesliga Süd abgeschlossen. Im Halbfinale konnten sich die U17-Jungs des Rekordmeisters gegen den Nachwuchs des FC Schalke 04 durchsetzen. Im Finale um die deutsche Meisterschaft hat sich die Mannschaft um Trainer Walter dann mit einem 2:0 die Meisterschaft gesichert - und das zum erstem Mal seit 2007. 

Vereinsinterner Wechsel zu den Amateuren des FC Bayern

Die Erfolge des Trainers blieben nicht unbeachtet. Walter wechselte 2017 vereinsintern die Mannschaft und wurde Cheftrainer der zweiten Mannschaft des FC Bayern. Unter ihm trainierten damals unter anderem die Top-Talente Otschi Wriedt, Lars Lukas Mai, Christian Früchtl und Felix Götze. Letzterer hat bereits den Sprung in die 1. Bundesliga geschafft und spielt momentan für den FC Augsburg.

Mit der zweiten Mannschaft des Rekordmeisters verpasste Walter in der Saison 2017/18 am Ende den ersten Platz mit neun Punkten Abstand zum TSV 1860 München. In einem späteren Interview mit der SZ nannte Walter als Gründe hierfür einige fehlende Spieler, die die Mannschaft am Ende der letzten Saison verließen. Mit Christian Früchtl, Ron-Thorben Hoffmann, Marco Friedl, Niclas Dorsch, Milos Pantovic und Manuel Wintzheimer fehlten sechs Akteure, die bei der China-Reise zusammen mit den Profis unterwegs waren. Weitere Talente, die in der U19 spielen mussten, standen Walter ebenfalls nicht zur Verfügung. Dazu zählten die Spieler Michael Wagner, Lars Lukas Mai, Franck Evina und die Top-Talente Shabani und Tillman.

Durch die zwölf am Anfang der Saison fehlenden Spieler stand der FC Bayern II am Ende der Hinrunde nur auf dem siebten Platz. In der Rückrunde, in der Trainer Walter aus dem Vollen schöpfen könnte, spielte sich der Bayern Nachwuchs unter seiner Leitung auf den ersten Platz der Rückrundentabelle.

Der Erwachsenenfußball und die Bundesliga als neues Ziel von Tim Walter

Im Jahr darauf verabschiedete sich Walter vom FC Bayern München und wechselte in den Norden zu seinem aktuellen Verein, Holstein Kiel. Er wolle sich in seiner Trainerkarriere weiterentwickeln und den Sprung in den Erwachsenenfußball machen. Dies seien laut Walter die Hauptgründe warum er den Nachwuchsfußball des FC Bayern und das damit verbundene 70-Millionen-Euro Leistungszentrum hinter sich gelassen hat.

Walter fühlt sich in Kiel auch nach eigener Aussage sehr wohl. Es sei klar, dass es sein Traum ist einmal eine Bundesliga-Mannschaft zu trainieren. Am liebsten wäre ihm das natürlich zusammen mit Holstein Kiel, so Walter. Nach dem Aufstieg der Kieler und dem Umbruch nach Anfangs Weggang ist der momentane fünfte Tabellenplatz ein sehr gutes Saisonergebnis. Ob die Kieler in der kommenden Saison wieder ganz oben um den Aufstieg in die 1. Liga mitspielen bleibt offen. Fakt ist, dass der noch junge Kader unter Leitung von Walter Entwicklungspotenzial hat.

Lesen Sie auch: Der VfB Stuttgart ist auf der Suche nach einem neuen Trainer für die nächste Saison. Tim Walter könnte die Lösung sein.

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