Champions League bei Sky & ZDF

TV-Kritik: Bebb Guardiöla oder Pop Guardiola?

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K.u.k. mal, wer da spricht: Xabi Alonso im Sky-Studio.

München - Bayerns Kantersieg und Viertelfinal-Einzug in der Champions League gab es am Mittwoch bei Sky und ZDF zu bestaunen. Die TV-Kritik zu einem Abend der Donaumonarchie.

K.u.k. mal, wer da spricht! Bei Sky und im ZDF war Mittwoch der Abend der großen alten Männer aus der Donaumonarchie. Im Bezahlfernsehen, huiuiui, kommentierte Fritz von Thurn und Taxis, den gottlob kein Schwachmat mit Bier überschüttet. Dem prächtigen Blaublüter aus Linz bringen die Fans Champagner an den Platz und freuen sich, wenn sie den Hermelin berühren dürfen, mit dem er sich gestern wärmte. Und im ZDF saß Fritzes ungarischer Beinahe-Landsmann Béla Réthy am Mikrofon.

Bevor Legenden-Fritz und Kult-Béla in der „Champsleague“ dran waren, zu der Sky-Experte Erik Meijer die Königsklasse neuerdings rationalisiert hat, war zunächst im Bezahlsender einiges geboten. Franz Beckenbauer lief erstmals nicht zu seinem Megahit „Gute Freunde“ ein, sondern ließ „New York, New York“ erklingen, die Klubhymne seines Ex-Vereins Cosmos. Und er schimpfte über die „Drecks-Dreifachbestrafung“! Alle Zuschauer haben sich gefreut, dass nicht Rhetorik-Problembär Stefan Effenberg als Experte zu Gast war, der Pep am Samstag der „glatten Ignoration“ gegenüber Dante bezichtigte. Da hat man gesehen: Effe, die deutsche Sprache und auch noch fundierte Analyse – das passt zusammen wie veganer Leberkäs.

Kantersieg über Donezk - Drei Mal die 1 bei Bayerns Viertelfinal-Einzug

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Stattdessen schaute am Mittwochabend Michael Ballack vorbei, der aber nur durch die Versächselung des Bayern-Trainers zu „Bebb Guardiöla“ auffiel. Xabi Alonso war auch da, genau wie Guardiöla-Regierungssprecher Martí Perarnau, der mehr über Pep weiß als Pep selbst. Was beeindruckt Martí am meisten am FCB? Klare Antwort: Philipp Lamm, wie er seine Schäfchen zusammenhält. Ein sehr schöner Vorlauf diesmal bei Sky, den Erik Meijer mit seinem Realismus-Tipp krönte: 5:0 für den FCB!

Dann waren endlich Fritze und Béla dran. „Da wird einem warm um Herz, wenn man diese Fanfare hört, brrrrima Atmosphäre“, schwärmte der TuT, und lieferte wieder eine herrliche Show ab. Mit ihm sind Fußballspiele immer Feiertage. Da verzeiht man ihm gern, wenn er „Pop Guardiola“ erfindet. Oder, noch viel schöner: „David Ali Baba.“ Brrrrima! Béla Réthy ist eher der nüchterne Typ – aber ihn zu dissen, ist grässlich langweilig, er war okay. Das Fazit überlassen wir Olli Kahn, der über den FCB weiß: „Im Quader ist so viel Qualität drin.“ Ja, Bayern ist so gut – da kann Pep würfeln.

Jörg Heinrich

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