Beckenbauer verschont Götze

TV-Kritik: Dieses Mal lästerte der Kaiser über Pep

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Franz Beckenbauer im Studio bei Sky.

München - tz-Kolumnist Jörg Heinrich analysiert in seiner TV-Kritik die Berichterstattung rund um das Halbfinal-Rückspiel gegen den FC Barcelona. Er war auf der Suche nach einem neuen Opfer von Franz Beckenbauer - und wurde fündig.

Ein blaues Wunder, bloß in rot – davon träumte ganz Deutschland. „Eigentlich ist alles vorbei. Aber wir stützen uns auf das ‚Eigentlich‘“, verkündete Bastl Hellmann auf Sky. Er verglich die letzte Viertelstunde des FC Bayern beim Hinspiel in Barcelona mit dem Untergang der Titanic, bloß mit Leo Messi statt Leo DiCaprio. Franz Beckenbauer trug „Grün ist die Hoffnung“-Socken. Doch es half alles nichts gegen den „FC Barzelona“, wie ihn Sammer nennt, den Heimatverein von Ex-CDU-Chef Rainer Barzel.

Sky hatte jede Menge Experten aufgefahren, um über das eventuelle „Wunder von München“ zu plaudern. Eigentlich fehlte nur Klaus Wunder, Bayern-Stürmer 1974/75. Und natürlich Stevie Wonder, der verrät: „Ich sehe Messi nicht so stark wie alle anderen.“ Stattdessen war der Franz da, das Expertenwunder. Und alle fragten sich: Wen disst er diesmal, und reißt den Marktwert um 17 Millionen Euro in die Tiefe? Zuletzt hatte er ja „Jugendspieler“ Götze empfohlen, sich ein Beispiel an Luis Suárez zu nehmen. Mario soll sich endlich durchbeißen!

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Alle wollten wissen: Wer wird heute in der Diss-kussion zum Franz-Opfer? Neuer („Fliegenfänger“)? Lahm („Fußballzwerg“)? Schweinsteiger („Stehgeiger“)? Doch Beckenbauer lästerte nur über Pep: „Ich wusste gar nicht, dass es so viele Systeme gibt.“ Recht lustig war, wie der Kaiser die „Langzeitverletzten wie Xabi Alonso“ analysierte. Davon weiß Xabi Alonso zwar nichts. Aber wenn’s der Franz sagt, wird’s schon stimmen.

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Im ZDF kommentierte zu allem Unglück Oliver Schmidt. Mister Unerträglich quasselte wieder couragiert Unfug, er ist ein echter Mummschwätzer. Zwischendurch fabrizierte der verbal Hilflose beinahe korrekte Sätze wie diesen: „Interessant, was Pep Guardiola sich ausgeheckt hat.“ Doch meist blieb es bei grotesker sprachlicher Armut und absurdem Gefasel wie diesem: Messi, Suárez, Neymar – „die drei vom Jupiter“. Bitte schießt Schmidt dorthin, und zwar hurtig! Was für ein Genuss dagegen Marcel Reif auf Sky. Herrlich, wie er das Führungstor kommentierte: „Wenn das Wunder ein scheues Reh ist, dann guckt es aber schon mal rein in die Lichtung.“ Doch am Ende reichte es nicht. Doppeltes Fazit: Mario Gomez war wund, der FC Bayern ist wunder. Und: Nur Marcel reif fürs Finale.

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