TV-Kritik zu Bayern in Moskau

FCB unplugged: Kammerspiel statt Hammerspiel

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Bayern beim Geisterspiel: Sportfreunde stiller…

München - Quiet, please! Unter diesem Tennis-Motto hat Sky am Dienstagabend das mäßig besuchte Bayern-Spiel in Moskau übertragen. Der FCB Unplugged, die Sportfreunde stiller – es war eine besinnliche Partie für Akustik-Feinschmecker - die TV-Kritik:

Stille Nacht, nur tagsüber. Kammerspiel statt Hammerspiel. Man hat sogar das Freistoßspray des Bösen sprühen hören, zischhhhhhh. Und das Gras wuchs mit dezentem Radau. Vom Kommentator war jedes einzelne Wort überdeutlich zu verstehen. Gut, dass Kai Dittmann beim „Skysterspiel“ am Mikro saß, und nicht Steffen Simon.

Anna-Sara Lange gab sich erfrischend depri: „Miese Stimmung, mieses Wetter“, grantelte die Interview-Fee angewidert, die bei vier Grad einen dicken Wohnschal bezogen hatte. Im warmen Kuschelstudio saß Löwen-Vielleicht-Trainer Bernd Schuster und verriet, dass er Geisterspiele blöd findet. Gut, dass er noch nicht weiß: Das Spiel in Moskau klang wie eine ganz normale Löwen-Partie in der Allianz Arena.

Lisa Heckl las im Dirndl wieder das Älteste aus dem Internet vor – an Sky-Abenden das gewohnte Signal zur Ver- und Entsorgung. Man muss dann rechtzeitig für Erik Meijer zurück sein. Der Holland-Experte erklärte die Bedeutung von Xabi Alonso fürs Bayern-Spiel wunderbar wie gewohnt: „Alonso, die Mann mit die lange Bälle.“ Wenn Thomas Müller die lange Ball fordert, heißt das beim Erik: „Müller fragt schon den Ball“. Hübscher Gedanke, wie Müller den Ball fragt: „Oide Brunzkachel, was machstn du jetzat da?“

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Dann war beim Spiel mit ohne Zuschauer endlich der Sky-Kai dran, Kommentator Dittmann. Man hörte ihn klar und deutlich, wie nie einen Kommentator zuvor. Man vernahm: Kai Dittmann atmet. Kai Dittmann spricht mit seinem Assistenten. Kai Dittmann verdaut. Nichts blieb verborgen. Auch der atmende Kommentator fand das Geisterspiel albern und moserte: „Keine Zuschauer und keine Stimmung, das nervt total.“ Spätestens an dieser Stelle hätte man sich zum 25-Jährigen Jubiläum Genscher gewünscht: „Ich bin heute zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Einreise ins Stadion…“ Am besten im Duett mit Schabowski: „Das tritt nach meiner Kenntnis… ist das sofort, unverzüglich.“ Es blieb aber beim frommen Wunsch. Daher endet hier unerwartet früh, aber auch verdient, unsere Berichterstattung vom Geisterspiel. Ghost, basta!

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Jörg Heinrich

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