Astrologe deutet Pep-Zukunft bei Sky

TV-Kritik: Leider war es nicht Olli Dittrich

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Robbi? Tobbi? Das Fliewatüüt? Nein, Norbert Weiss, der Zweit-Hamann.

München - tz-Kolumnist Jörg Heinrich nimmt in seiner TV-Kritik die Berichterstattung über das Bayern-Spiel gegen den FC Arsenal unter die Lupe.

Sky übertrug die Champions League aus Franz-furt. Soll meinen: Der Franz war furt. Während der Kaiser früher praktisch in den Sky-Kulissen wohnhaft war, hat er sich seit der Sommermärchen-Misere spurlos weggefranzelt. Und ward nie mehr gesichtet. Zuletzt hatte Sky einen Heidi-Klum-Gehilfen als Ersatzfranz eingeladen. Und natürlich waren diesmal alle gespannt: Wer schaut diesmal vorbei? Hansi Hinterseer? Das Hazy-Osterwald-Sextett? Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt? Aber, halten Sie sich fest: Es kam noch viel besser.

Zunächst hat uns Jessica Kastrop die Zähne lang gemacht: „Wir begrüßen hochinteressante Gäste.“ Au ja, au ja, über diese Abwechslung freut man sich als Abonnent. Und dann erklärte die JessyKa allen Ernstes: „Der Astrologe Norbert Weiss wird die Zukunft von Pep Guardiola deuten.“ Kaum zu fassen: Mit Didi Hamann beschäftigt der Sender ja schon länger einen ambitionierten Sterndeuter, der die Fußballzukunft aus geweihten Dackelhaaren liest, die er bei Vollmond im Garten von Sky-Chef Carsten Schmidt vergräbt. Und nun auch noch ein Zweit-Hamann!

3x Note 1 - 5x Note 2: Diese Bayern sind einfach geil! 

Nach dem üblichen Gedöns an CL-Abenden machte Jessy ernst und begrüßte den Pep-Leser: „Wir fragen die kosmische Regie.“ Pferdeschwanz, magisches Halskettchen, stechender Blick, mystische planetarische Konstellationen – bis zum Schluss war man sich nicht sicher: Ist der Seher echt, oder liefert Olli Dittrich hier sein Meisterstück ab? „Er ist ein absolutes Sondermodell“, wusste der weise Weiss über Guardiola, denn: „Der Mond beschreibt die innere Software. Und Pep hat einen besonderen Mond.“ Es war zum Glaskugeln!

Seine Pep-Prognose (offenbar anhand des Saturntransits in den Skorpion) klang vielversprechend. „Es gibt sehr starke Indikationen, dass er noch ein Jahr dranhängt“, unkte der Sterndeuter. Yeah, damit wäre das auch final geklärt.

Leider holte Jessica nicht das Letzte aus ihrem Gast heraus, denn laut seiner Website kann er noch viel mehr. Wenn wir das richtig verstehen, ist der Hellseh-Mann in der Lage, die Zukunft mit Hilfe der Mondknoten Rahu und Ketu auch aus der weiblichen Menstruation zu lesen. Da wird der Hamann neidisch. Und es hat bloß noch der Kaiser gefehlt, der franzelt: „Ich hab schon immer gern in die Sterne geschaut, seit ich bei Cosmos New York war.“

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