Berichterstattung über das Bayern-Spiel

TV-Kritik: Ihr werdet euch nach Marcel Reif sehnen

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Franz Beckenbauer (l.) mit Sebastian Hellmann im Sky-Studio.

München - tz-Kolumnist Jörg Heinrich beleuchtet in seiner TV-Kritik die Berichterstattung über das Spiel des FC Bayern in der Champions League bei Juventus Turin.

Doof gelaufen fürs ZDF: Weil das Zweite vorerst nur mittwochs die Champions League übertragen darf, läuft dort heute Eindhoven gegen Atlético - ein Spiel, das nur unwesentlich attraktiver ist als Girondins Germering gegen Dynamo Deisenhofen im oberbayerischen Bezirkspokal. Sky dagegen sendete gestern das legendäre Bayern-Spiel in Turin live, und zeigte sich lernfähig. Die Vorberichte sind jetzt 30 Minuten kürzer, was dem endlosen Gedöns vor dem Anpfiff überaus gut tut. Nun stört nur noch der Sinnlos-Youtuber C-Bas, der unlustiger als Mario Barth ist, was sonst keiner schafft. Aber auch daran lässt sich arbeiten. 

Eine der wichtigsten Fragen war: Wie spricht Franz Beckenbauer „Serdar Tasci“ aus? Zu schlagen war Lothars überragender Zwetschgen-„Datschi“, aber leider drückte sich der Kaiser vor dem schwäbotürkischen Problemnamen. Moderiert hat der Völler-geschädigte Sebastian Hellmann. „Das ist ein ganz großer Fußballabend“, dröhnte der Bastl, „jetzt sitzen Sie vielleicht zuhause und sagen: Besser geht’s doch im Fußball nicht in Europa! Und Sie haben recht!“ 

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Man wartete darauf, dass er plärrte wie der Gurkenhobel-Dealer in der Kaufingerstraße: „Ich muss verrückt sein, ich leg noch einen Knoblauchschäler dazu!“ „Das ist Champions League“, verkündete Hellmann, was viele Zuschauer beruhigte, die befürchtet hatten, es handele sich um die Südpasinger Jodel-Meisterschaften. Der in Rom wohnhafte Semi-Italiener Jan Henkel („Il Tedesco“) befragte den rückenlahmen Sachsen Matthias Sammer („Il Sassone“). Der Franz saß locker bequem, und wusste exklusiv: „Entschieden wird diese Begegnung im Rückspiel.“ Damit war klar, dass es an diesem Dienstag völlig wider Erwarten keine Entscheidung geben wird.

Sie merken: Fantaschtischer Abend, wie der kultige Holland-Analytiker Erik Meijer sagen würde, der den FCB sezierte: „Mehr als 40 Prozent der Tor kommen über außen.“ Marcel Reif verriet, dass er mit 1,81 Meter der Riese in der Innenverteidigung wäre. Marcello hatte massiv Spaß auf seine alten Tage, und spöttelte angesichts der Bayern-Überlegenheit: „Manuel Neuer ist im Stadion, kann ich Ihnen versichern.“ Prognose, liebe Freunde: Ihr werdet Euch alle nach Marcel Reif sehnen, wenn Oliver Schmidt im ZDF kommentiert.

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