Als erste Frau die CL moderiert

TV-Kritik: Premiere für XX-Jessy bei Sky

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Jessica Kastrop.

München - Premiere bei Sky: Jessica Kastrop hat am Mittwoch zum ersten Mal als Frau die Champions League moderiert. Genauer gesagt: Sie war der erste Mensch mit zwei X-Chromosomen, der jemals die Königsklasse ansagen durfte. Kolumnist Jörg Heinrich hat sich das mal genauer angeschaut.

 Zahllose Gratulanten sprachen vom größten Erfolg der Frauenbewegung, seit Simone de Beauvoir 1931 in Hosen stieg und sich weigerte, Jean-Paul Sartre zu heiraten. Nur Alice Schwarzer war noch nicht glücklich: „Ansagen reicht nicht mehr, das hat schon Anneliese Fleyenschmidt 1954 gemacht. Wenn die Kastrop Eier hat, spielt sie beim nächsten Mal selber mit.“

Am Mittwoch saß Jessica „Emma“ Kastrop aber noch im Studio, und guckte angespannt. Doppel-X-Jessy wusste, dass das Stadion in Athen nach dem griechischen Freiheitskämpfer Georgios Karaiskakis benannt ist („Wer kennt ihn nicht?“), und begrüßte postwendend den Obergiesinger Freiheitskämpfer Franz Kaiseridis. Schön, dass er wieder da ist, und das meinen wir ernst! Bussi rechts und Bussi links, der Charmeur schon wieder in Prachtform. Pay-TV-Fürst Fritz von Thurn und Taxis ahnte: „Jessica, der Franz passt auf Dich auf.“

Eine 2 für Müller, klar! Und sonst? Die Noten der Bayern

La Kastrop war zwar nervös („Wir geben ab zu Michael. Leo. Pold“), machte ihre Sache aber auch nicht schlechter als XY-Hellmann. Man erwartet eh nicht mehr allzu viel vom „Kessel Fußball-Buntes“ auf Sky. Neu dabei ist ein gewisser C-Bas, einer dieser YouTube-Kasper, die kein Mensch kennt, der älter als sieben Jahre ist. Der Herr Bas fand es lustig, im BVB-Trikot Bayern-Fans auf den Sack zu gehen. Viele haben jetzt Angst, welche YouTube-Komiker Sky noch ausgräbt. Drohen Beauty-Tipps mit Bibi Hamann?

Das ZDF verschwieg weitgehend alle Ausschreitungen in Athen, das Ü 85-Publikum des Senders soll sich ja nicht aufregen. Es analysierte wie gewohnt Oliver Kahn (als Mann), der zur FCB-Personalsituation erklärte: „Falls Robben und Ribéry je wieder fit werden.“ Sich seriös auf ein Spiel vorzubereiten (Hallo, RTL-Lehmann!), scheint unter chromosomentechnisch gehandicapten Herren nicht mehr angesagt zu sein. Béla Réthy drosch erfolgreich alle Phrasen, die die Champions League hergibt („Internationale Fleischtöpfe“), und sprach allen Ernstes von den „offensiven Bauern“. Was uns der ZDF-Mann sagen wollte, blieb häufig im Dunklen. Aktenzeichen XY-Chromosom, ungelöst.

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