Grandiose Einblicke

TV-Kritik: Scholl wird zum Eiermann

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Grandiose Einblicke in der Pause! Delling und der Klöten-Mehmet.

München - Die ARD übertrug das DFB-Pokal-Spiel des FC Bayern live - und Experte Mehmet Scholl wurde zum Eiermann: die TV-Kritik von tz-Kolumnist Jörg Heinrich.

Taugt der HSV zum Vestenbergsgreuth des Nordens? Und wie nennt Mehmet Scholl die besten Teile eines Mannes? Viele Fragen gestern beim DFB-Pokal im Ersten, und wir haben relativ exklusiv die Antworten.

Was treibt die ARD mit unseren Gebühren? Sie verschickt Menschen quer durchs Land. Nachdem das Erste am Dienstag Pokal aus Hamburg übertragen hat, und gestern dann Pokal aus Hamburg, könnte man ja meinen: Hurra, nur 7,9 Kilometer zwischen Millerntor und Volkspark, da kann das gleiche Personal gleich weitersenden, und wir sparen Geld. Aber nix da! Weil jeder ARD-Sportschaffende mal seinen Rüssel in die Kamera halten will, moderierte gestern statt Alex Bommes Gerd Delling, und statt Dienstags-Kommentator Gerd Gottlob wurde Tom Bartels aus Köln herbeigekarrt. Motto im Ersten: Wenn Pep rotiert, rotieren wir mit.

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Wie nennt Mehmet die männlichen Klöten? Er sagt „Eier“ zu den Cojones. Denn der Scholl-Schlingel erspähte, dass HSV-Keeper Drobny handgestoppte 100 Sekunden vor dem 2:0 des FC Bayern den Ball in die Kronjuwelen bekommen hatte. Und Scholli wusste, dass das Fußballer-Männchen drei bis vier Minuten braucht, um sich vollständig von solch einem Einschlag zu erholen. Grandiose Einblicke in der Pause! Und schon zuvor analysierte Eier-Mehmet das Spiel in wenigen Sekunden trefflicher als in einer ganzen Halbzeit Tom Bartels, der in Hamburg wie gewohnt (Sie ahnen es) herumeierte.

Wie war das Michelin-Männchen? Tom Bartels, dem als WM-Finalkommentator völlig schuldlos und ohne eigenes Zutun der Deutsche Fernsehpreis 2014 in den Schoß fiel, trug seinen dicken himmelblauen Schanzen-Anorak. Er ist und bleibt Skisprung-Reporter. Das merkte man auch gestern an sinnfreien Bemerkungen wie „Ein Nullnull kann es heute nicht geben“ und, besonders spaßig, „Guardiola, ein sehr moderner Trainer“. Dabei nennen viele den stets altmodisch wirkenden Pep ja den spanischen Werner Lorant. Leider war Dieter Thoma nicht da, um Michelin-Bartels darauf aufmerksam zu machen, dass das 2:0 von Thomas Müller nicht zählte. So dauerte es einige Minuten, bis auch der Fernsehpreisträger das Abseits mitbekam. „Da braucht man wirklich Adleraugen“, entschuldigte sich Bartels, womit wir schon wieder beim Skispringen waren.

Jörg Heinrich

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