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TV-Kritik: Frag‘ Dr. Sammer - Fußball pur statt Nachrichten aus der Südmongolei

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Von: Jörg Heinrich

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Fußball-Genießer, die über Fußball philosophieren: Bei Eurosport traf Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge (l.) auf Experte Matthias Sammer.
Fußball-Genießer, die über Fußball philosophieren: Bei Eurosport traf Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge (l.) auf Experte Matthias Sammer. © Screenshot Eurosport

Fünf Tore fielen im Freitagabend-Spiel zwischen dem FC Augsburg und dem FC Bayern. Doch Eurosport hatte rund um die Partie noch viel mehr zu bieten. Die TV-Kritik von Jörg Heinrich.

München - Im Rahmen der legendären Rubrik „Fragen Sie Dr. Sammer“ hat der sächsische Ballspiel-Intellektuelle Matthias Sammer am Freitagabend auf Eurosport die Abonnenten über den Fußball und die restliche Welt aufgeklärt. Das war hervorragend. Wir sagen „Bravo“.

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Bob Ross: Der Fernseh-Maler ist auch ein knappes Vierteljahrhundert nach seinem Tod noch Kult. Aber jetzt hat er seinen Meister gefunden und kann in Frieden ruhen. Was der wesentlich sparsamer frisierte Matthias Sammer auf seine Taktiktafel malt, ist ebenfalls Joy of Painting und übertrifft Bob Ross sogar noch. Er scheuchte Moderator Jan Henkel durch die Menüs der Software: „Lass laufen! Mach mal Stopp, Jan!“

Und als der virtuelle Alaba auf dem Drückschirm nicht wie gewünscht parierte, fing der Spaß für Dr. Sammer erst an: „David Alaba. Komm Bursche, du hast doch früher auch auf mich gehört!“ Beim Sachsen-Picasso geht es vor dem Spiel 90 Minuten lang um nichts als Fußball. Und niemand skypet mit angeschickerten Bayern-Fans aus der nördlichen Südmongolei, wie bei anderen Sendern. Danke.

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Launiger Plausch mit Rummenigge

Jan Henkel: Der diensthabende Moderator von Eurosport muss seinen Fußball-Kunstmaler nur souverän durch die Sendung geleiten, dann ist alles gut. Wenn Sammer ein Träumerchen hält, ermahnt ihn Henkel sanft: „Das ist dein Part, Matthias!“ „Ach so!“ Sehr schön war der Plausch vor dem Spiel mit Karl-Heinz Rummenigge, der im Stau stand und etwas gehetzt im Studio ankam. „Javi Martínez hat eine spanische Frau als Beraterin“, verriet Kalle. Wobei: Ein spanischer Mann als Beraterin wäre ja auch eigenwillig. Diesem Gespräch hätte man gerne noch länger zugehört, aber dann hat die deutsche Frau das Spiel auch schon angepfiffen.

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Matthias Stach: Der beim Tennis mit Boris hochgeschätzte Kommentator war am Freitagabend der Meister der nicht ganz so wichtigen Informationen. „Mats Hummels, der mit vollem Namen ja Mats-Julian Hummels heißt“, teilte er den Zusehern mit, obwohl das Spiel wesentlich wichtigere Themen hatte. Später wusste er über die Datschiburger: „Die Fuggerstädter, wie sie auch genannt werden.“ Trotzdem hat’s Spaß gemacht bei Eurosport - dieses Spiel, das „Bibiana, genannt Bibi Steinhaus“ pfiff, wie der 1962 in Braunschweig geborene Matthias-Erwin Stach herausgefunden hat.

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Jörg Heinrich

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